AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 25/2004

Urheberrecht Geklaute Katastrophe?

Plagiatsvorwurf vor Gericht: Während der Weltuntergangsfilm "The Day After Tomorrow" weiterhin international die Kinosäle füllt, muss das Kölner Landgericht am Mittwoch klären, ob Starregisseur und Produzent Roland Emmerich fremde Ideen für den Blockbuster verwendet hat.


Filmszene aus "The Day After Tomorrow"
AP

Filmszene aus "The Day After Tomorrow"

Dies behauptet jedenfalls der Harvard-Professor und Autor Ubaldo DiBenedetto, der in Köln eine einstweilige Verfügung wegen Urheberrechtsverletzung gegen den Filmverleih Twentieth Century Fox Deutschland beantragt hat. Sein Vorwurf: Der Film gehe "zu erheblichen Teilen" auf das Buch "Polar Day 9" zurück, das DiBenedetto 1993 unter dem Pseudonym Kyle Donner veröffentlicht hat.

Beide Werke beschreiben das verzweifelte Warnen eines Wissenschaftlers vor einer abrupt einsetzenden Eiszeit, beginnen auf einer Polarstation und enden mit einem Flug über eine unter Eismassen versunkene US-Metropole. In beiden Fällen werden die fliehenden US-Bürger an der mexikanischen Grenze zurückgewiesen. Zudem verweisen die Anwälte auf Namensähnlichkeiten.

Weil die deutsche Rechtsprechung in dieser Urheberrechtsfrage aussichtsreicher erscheint, haben sich DiBenedettos Anwälte für eine Klage in Deutschland entschieden. Für sie steht fest, dass der deutsche Regisseur das Eiszeit-Drama abgekupfert hat: 1998 hatte DiBenedetto dem Büro von Emmerich sein Buch zukommen lassen. Dort wurde es als Grundlage für ein Drehbuch damals jedoch abgelehnt.



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