AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 30/2004

Automobile Elektronischer Beifahrer vertreibt den Stau


Elektronische Abstandswarner bewahren Reisende vor Auffahrunfällen. Jetzt haben amerikanische Physiker einen Nebeneffekt dieser so genannten Fahrassistenzsysteme ausgemacht: Wären nur 20 Prozent aller Fahrzeuge mit ihnen ausgerüstet, dann würde der gesamte Verkehr weitaus besser fließen. Denn Stillstand auf der Autobahn entsteht vielfach nur deshalb, weil die natürliche Reaktionszeit des Menschen mit dem Geschehen nicht mithalten kann. Ein Fahrer bremst, etwa um ein anderes Auto einfädeln zu lassen. Die nachfolgenden Fahrer bremsen ebenfalls, treten anschließend jedoch erst mit einer gewissen Verzögerung wieder aufs Gaspedal - das pflanzt sich fort bis zum Stau.

Würde nun jeder fünfte Fahrer das Bremsen und Beschleunigen einem elektronischen Beifahrer überlassen, dann ließen sich solche Staus weitgehend vermeiden. Der im "Physical Review E" vermeldete Befund bestätigt den Dresdner Forscher Martin Treiber, der seinerseits den Verkehr auf der A8 simuliert hatte. Auch auf deutschen Autobahnen gilt demnach: Wären 20 Prozent der Autos mit elektronischen Assistenten unterwegs, ließen sich Staus "beinahe gänzlich ausschalten". Bisher sind allerdings weniger als ein Prozent der Autos in Deutschland mit einem Fahrassistenten bestückt - zumeist hochpreisige Luxuslimousinen.



© DER SPIEGEL 30/2004
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