AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 37/2010

Internet: Kampf ums Ich

Von Thomas Tuma

Es geht nicht um Googles Street View. Es geht um unsere Identität. Ein Plädoyer.

Internet: Wie das Netz uns neu erschafft Fotos
DPA

Es gibt mich zweimal. Das eine Ich hat diesen Text geschrieben. Es hat eine Frau, zwei Kinder, Nachbarn, Bekannte, einen Job, das Übliche. Wie Sie sicher auch halte ich mich natürlich für einzigartig, ein Wesen aus Fleisch und Blut jedenfalls. Anfassbar. Angreifbar auch.

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Mein anderes Ich wird von Google verwaltet, also gemacht. In 0,15 Sekunden erhalte ich bei der Suchmaschine 11.500 Treffer, wenn ich meinen Namen in Anführungsstrichen eingebe. Ein paar Minuten später werden übrigens nach 0,09 Sekunden 13.400 Einträge behauptet, die man eh nie alle zu sehen kriegt, doch das nur als Absurdität am Rand. Mein Google-Ich ist ein Wesen aus Bits und Links. Unbegreiflich. Unnahbar auch.

Der andere bin aber nicht ich, obwohl Suchmaschinen doch angeblich alles ordnen. Mein digitales Abziehbild hat allenfalls am Rande mit mir zu tun und macht mir zunehmend Sorgen, weil es ein Eigenleben zu führen beginnt.

Dabei beklage ich mich nicht einmal darüber, dass ich von Google in die gleiche Schublade geschoben werde wie ein anderer Mensch gleichen Namens, der vielleicht Ähnliches von mir denkt: Wie kommt dieser Typ dazu...? Der andere Thomas Tuma ist Verkehrspädagoge in Hessen, sagt Google. Womöglich hat er sich schon über mich geärgert, weil die Leute dachten, er sei ich. Mit Sicherheit können wir beide froh sein, dass wir nicht "Thomas Schmidt" heißen, sonst würden wir uns gar nicht mehr wiederfinden zwischen den vielen anderen, was zugleich das Problem ist: Von "meinen" Fundstellen beziehen sich die meisten durchaus auf mich. Nur: Das ist nicht mein Repräsentant, als der "er" sich geriert.

1981 brachte Nintendo eines der ersten Videospiele auf den Markt. Die Technik war noch jung, zur Gestaltung der Hauptfigur hatten die Entwickler nur 16 mal 16 Pixel. Es war, als müssten sie aus einer Handvoll Backsteinen Rodins "Denker" nachbauen. Sie konnten deshalb keinen Mund gestalten, nur einen groben Schnurrbart. Statt Haaren bekam das Männchen eine Mütze, und damit es sich vom schwarzen Hintergrund abhob, steckte man es in eine knallrote Latzhose. Nintendo machte aus der technischen Not eine Wesenstugend, die erst später einen richtigen Namen bekam: Mario. Rund 30 Jahre nach seiner Erfindung könnte Nintendo ihn heute bis in kleinste Details gestalten. Aber man beließ ihn als dicklich-schlichten Klempner mit Schnauzer. Genauso haben Google und Co., ohne mich zu fragen, mein anderes Ich vor einigen Jahren erschaffen aus wenigen Bausteinen - und seither im Grunde nicht verändert.

Wir sind in der Internetära die Summe vieler Perspektiven geworden

Mein digitales Ich ist eine Baustelle, auch wenn ich bislang glücklicherweise um echte Image-Katastrophen herumgekommen bin. Einem Kollegen etwa widerfuhr, dass jemand unter seinem Namen einen Account bei Facebook anlegte: Sein Zweit-Ich gerierte sich als Rassist, gegen den er sich im realen Bekanntenkreis zur Wehr setzen musste. Das ist der schon "normale" Identitätsklau. Eine Kollegin sagte im Fernsehen ein paar unbedachte Sätze, woraufhin sie wochenlang von einem Online-Mob durchs virtuelle Dorf getrieben wurde. Die Online-Wunden solcher Scharmützel bleiben mit an Ewigkeit grenzender Wahrscheinlichkeit.

Und das beklagt hier ausgerechnet ein Journalist, dessen Geschäftsgrundlage das Leben der anderen ist? Eben drum. Die britische Schauspielerin Helen Mirren hat in einem Interview erklärt, sie habe sich damit abgefunden, dass ihre Persönlichkeit nicht nur aus ihrem Selbstbild besteht, sondern auch aus dem, was andere über sie denken, reden, schreiben: "Wir sind halt nicht nur so, wie wir uns selbst sehen, sondern auch so, wie andere uns sehen." Absolut richtig, wir sind in der Internetära mehr denn je die Summe vieler Perspektiven geworden und haben Meinungen und Urteile über uns zu akzeptieren. Aber auch Journalismus ist Gesetzen, Kontrollen und eigenen Standards unterworfen, die im Netz selten Leitplanken bieten, was wiederum in der Natur des Mediums liegt.

Das Erinnerungsvermögen des Menschen ist begrenzt. Mit den Jahren verblasst vieles. Selbst klassische Archive vergilben. Das Internet vergisst eigentlich nichts. Es lässt keine Milde walten. Und Google sucht ja auch weniger, als dass es nach Relevanz sortiert. Relevanz hat in der Google-Denke, was von möglichst vielen anderen Web-Seiten verknüpft wird. Mit Wahrheit hat das nichts zu tun. Je virenähnlicher sich etwas ausbreitet, umso relevanter wird es aus der Google-Perspektive. Das kann etwas Gutes sein. Hass, Häme und Kritik breiten sich indes beinahe a priori epidemisch aus. Jedes anonyme Info-Bruchstück ist im Netz erst mal gleich wichtig und suggeriert bisweilen zeitlose Aktualität.

Unter meinen ersten 20 Google-Einträgen sind ein paar herrliche Beschimpfungen ("Propagandist beim imperialen Hetzblatt DER SPIEGEL"); ein Viertel der Fundstellen beschäftigt sich mit einem Roman, den ich vor über zehn Jahren geschrieben habe. Er ist mir nicht peinlich, aber auch überhaupt nicht mehr wichtig. Dennoch nennt mich auf Platz eins des Suchmaschinen-Rankings ein Wikipedia-Eintrag "Krimiautor". Auf Platz sechs fragt eine Bloggerin: "Wer zum Teufel ist eigentlich Thomas Tuma?" Um diese Frage soll es hier gehen, wobei statt meines Namens jeder andere stehen könnte.

Meine Zukunft wird eine algorithmische Ableitung der Vergangenheit

Es soll darum gehen, wer wir noch sind. Wer macht uns? Wie können wir uns dagegen überhaupt wehren? Und wie beeinflusst unser Zweit-Ich schon jetzt unsere Erst-Existenz? Wie droht es uns zu verändern, ja an den Rand zu drängen?

"In der hochprogrammierten Landschaft der Zukunft wird man entweder die Software erstellen, oder man wird sie sein", glaubt der US-Autor Douglas Rushkoff. "Es ist in der Tat so einfach: Programm werden oder programmiert werden." Der Medientheoretiker Norbert Bolz schreibt: "Ich bin meine Maus-Klicks. Identität ist heute eine Rechenaufgabe."

Deshalb ist der aktuelle hiesige Streit um Googles Geo-Dienst Street View die falsche Debatte zum echten Problem. Es geht nicht um das Abfotografieren unserer Häuserfassaden, sondern um den digitalen Um- und Neubau der Wesen dahinter und darum, dass wir das selbst bereits als Währung anerkennen. Es geht nicht um Egos, sondern um Identität.

Es geht auch nicht um den Einbruch der Konzerne in unser Privatleben, denn das haben sie längst infiltriert und zugleich kartografiert. Google steht ja auch hier nur stellvertretend für viele Unternehmen, die rund um die Uhr Informationen über uns sammeln und unseren Netz-Ichs immer neue Teile beifügen, wenn wir das nicht ohnehin gleich selbst übernehmen in sogenannten sozialen Netzwerken, in denen sich unsere Zweit-Ichs versammeln, um ihr neues Eigenleben zu organisieren.

Apple weiß genau, was ich für Musik höre oder welche Filme ich kaufe. Amazon empfiehlt mir dauernd Bücher. Woraus schließt das Unternehmen, dass die mich interessieren können? Aus meinem früheren Kauf- und Surfverhalten. Meine Zukunft wird eine algorithmische Ableitung der Vergangenheit. Aus diesen Online-Splittern meiner selbst ziehen die Unternehmen Schlüsse, mit denen sie wiederum mich beeinflussen. Mir werden heutzutage via Internet ja nicht nur Bücher vorgeschlagen, sondern auch Reisen, Freunde und sogar Lebenspartner, die rein rechnerisch zu mir passen.

Das lässt künftig keine Überraschungen mehr zu. Die Konzerne bauen unser Leben als lineare Linie auf. Und sie werden sogar klug genug sein, selbst auf diese Bedenken zu reagieren, indem sie mir ein konsumistisches Paradies versprechen - maßgeschneidert, nur für mich und auf meine Wünsche abgestimmt, die sie besser zu kennen glauben als ich. Aus der Sicht der Maschinen ist ihr Vorgehen logisch. Aus der Sicht der Menschheit bedeutet es - konsequent weitergedacht - womöglich das Ende jeder Veränderung, jeder Innovation, jeder Revolution.

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1. ach Gottchen...
Linus Haagedam 16.09.2010
...na, da hatte wohl ein Pseudosoph ein bischen zu viel Zeit. Aus der Tatsache, dass die Google-Suchergebnisse zu seinem Namen ein schiefes Bild von ihm ergeben, er einen Eintrag bei Wikipedia hat, den er angeblich nicht selbst geschrieben hat und Amazon ihm Bücher empfiehlt konstruiert er ein virtuelles Zweit-Ich, dass ein unabhängiges Leben zu leben beginnt. Drollig, erster Teil. Dann kommt das große "Sie spähen uns aus"-Gejammer. Huhu, wir werden auch im Internet von kommerziellen Interessen dominiert. Ja, sicher. Auch das Internet wird nicht von der Heilsarmee betrieben und finanziert. Das ist aber nicht neu. Durch die Tatsache, dass wir im virtuellen Raum aus den Spuren unserer Vergangeheit neu zusammengesetzt werden folgt, dass es bald keine reale Entwicklung mehr gibt? Da wollte der Autor mal was ganz Wichtiges sagen. Drollig, zweiter Teil. Es ist übrigens ganz einfach die Kontrolle im Netz zu behalten: Nur mit Pseudonymen im Netz auftreten. Fertig. Ich z.B. bin im Netz gar nicht zu finden, obwohl ich Dinge veröffentlicht habe, die im Netz zu finden sind. Nur eben nicht unter meinem Namen. Ich habe Homepages, einen twitter-Acount, Myspace und einige andere Social Network-Mitgliedschaften. Nirgends taucht mein Name (oder gar ein Foto) auf. Meinen Kindern werde ich beibringen, es genauso zu machen. Und wer ein gewisses Maß an Prominenz erreicht hat, der verliert nun einmal die Kontrolle über seine mediale Darstellung (wobei es auf allen Ebenen der Prominenz wunderbare Beispiele gibt, dass man sein Privatleben und das seiner Angehörtigen auch ziemlich gut schützen kann, wenn man wirklich will und in Kauf nimmt, dass man dann eben nicht (so oft) die Schlagzeilen füllt. Meistens sind es doch die Mediengeilen, über die Geschichten und Fotos kursieren, die sie ach so verzerrt darstellen). Das aber hat alles mit dem Internet oder dem "Web 2.0" gar nichts zu tun. Da reichen TV und Bunte. Also: Ruhig Blut, durchatmen und die Chimären zurück in den Stall treiben...
2. ob google
göpgöp 16.09.2010
oder nicht, wer sieht uns wie wir tatsächlich sind? Die meisten wissen das nicht einmal selbst
3. Na, fühlen Sie sich doch geehrt -
frank_lloyd_right 16.09.2010
Sie sind offenbar eitel genug, Ihre "Netzidentität" nicht gerade zu *vermeiden* - oder heißen Sie gar nicht Thomas Turna, haben Spiegel-Redakteure alle Künstlernamen ? Sollten Sie sich überlegen... ich meine, warum nicht, mache ich doch auch so. Wenn ich meinen *richtigen* Namen in Google eingebe, kriege ich auch massig Treffer, aber das sind alles die Kinder von Leuten, die vor ewigen Zeiten in die USA ausgewandert sind. Google kennt mich nur als ständig wechselnde IP-Adresse. Mich gibt´s nicht, aber ich bin ja auch nicht eitel.
4. Fussballerqualitäten
volatus123 16.09.2010
"Das lässt künftig keine Überraschungen mehr zu. Die Konzerne bauen unser Leben als lineare Linie auf." Lieber Herr Tuma, dieser Satz hat ja schon Fussballerqualität und erinnert sehr an den Ausspruch, den Thomas Häßler einst gemacht haben soll: "Ich bin körperlich und physisch topfit."
5. Alter Ego
frankanord 16.09.2010
Die Tendenz des Autors, die von Google oder anderen Konzernen über ihn gespeicherten Informationen als sein zweites Ich zu bezeichnen, ist ungefähr so, als ob er dies von seiner Stasi-Akte behaupten würde. Herr Tuma, das ist nicht Ihr "Ich". Das sind Informationen, die andere über Sie oder Menschen, die so heissen wie Sie, gesammelt und gespeichert haben. Das an sich mag Anlass zu einem Plädoyer geben, aber Sie bezeichnen diese "Akte" als ein Ich und gehen so weit, dass Sie ihr ein Eigenleben zuschreiben. Das ist Ihre -und ganz allein Ihre- Konstruktion.
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Soziale Netzwerke
Facebook
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Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach eigenen Angaben hat Facebook 845 Millionen aktive Mitglieder weltweit (Dezember 2011). Mehr zu Facebook auf der Themenseite.
Google+
Google+ ist der Versuch, den sozialen Funktionen von Facebook und Twitter etwas entgegenzusetzen. Das soziale Netzwerk wurde im Juni 2011 gestartet und hat nach Firmenangaben rund 170 Millionen Nutzer (April 2012). Der Funktionsumfang ist rein aus Nutzersicht vergleichbar mit Facebook, Schnittstellen für externe Entwickler sind allerdings eingeschränkt. Google animiert seine Nutzer, das Netzwerk als zentralen Hub für seine Dienste zu nutzen. Mehr zu Google+ auf der Themenseite.
Twitter
DPA
Der auf kurze Textnachrichten spezilalisierte Dienst Twitter wurde im Juli 2006 gegründet. Populär wurde der Dienst als Verteilnetzwerk für Links, Fotos und Videos. Twitter zählt nach eigenen Angaben mehr als 140 Millionen Nutzer (März 2012). Mehr zu Twitter auf der Themenseite.
Xing
Xing (früher OpenBC) wurde 2003 von Lars Hinrichs gegründet. Nach eigenen Angaben hat Xing über 11,7 Millionen Mitglieder (Stand: Dezember 2011), etwa acht Prozent haben einen kostenpflichtigen Premium Account. Bei Xing geht es vor allem um berufliche Kontaktaufnahme. Mehr zu Xing auf der Themenseite...
StudiVZ
Ehssan Dariani hat die Studenten-Community StudiVZ 2005 gegründet. Zuerst investierten Lukasz Gadowski und Matthias Spiess in StudiVZ, später finanzierten es vor allem die Gebrüder Samwer - bekannt für die Klingeltonfirma Jamba - und der Venture-Capital-Arm des Holtzbrinck-Verlags ("Die Zeit", "Handelsblatt"). Im Januar 2007 übernahm Holtzbrinck StudiVZ. Derzeit haben die Plattformen studiVZ.net, schuelerVZ.net und meinVZ.net nach eigenen Angaben rund 17,4 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2011). Mehr zu StudiVZ auf der Themenseite...
Lokalisten
Im Mai 2005 gegründet, hat das Netzwerk Lokalisten nach eigenen Angaben (Stand Juli 2010) inzwischen 3,6 Millionen Nutzer. Mehr zu Lokalisten bei Wikipedia...
Spin.de
Das 1996 in Regensburg gegründete Unternehmen Spin betreibt ein eigenes soziales Netzwerk, aber auch integrierte Unter-Communitys mit regionalem Fokus, die mit Partnern vor Ort (Lokalradios vor allem) betrieben werden. Nach eigenen Angaben (Stand Februar 2011) hat Spin.de eine Million aktive Mitglieder. Mehr zu Spin.de bei Wikipedia...
Wer kennt wen
Wer-kennt-wen wurde von den beiden Studenten Fabian Jager und Patrick Ohler gegründet. Seit Februar 2009 gehört das Netzwerk vollständig RTL Interactiv, die Gründer schieden Ende August 2010 aus. Das Netzwerk hat laut Betreiber über 9,5 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2012). Mehr zu Wer-kennt-wen bei Wikipedia...
MySpace
MySpace war 2006 das populärste soziale Netzwerk in den USA. Ein Jahr zuvor war es von Rupert Murdochs News Corporation gekauft worden. Bekannt wurde es durch die Möglichkeit, Musik einzubinden. Künstler und Bands nutzten die Plattform als Marketingplattform. Zeitweise hatte MySpace mehr als 220 Millionen Nutzer, nach Berechnungen von Google rund 30 Millionen Nutzer (Dezember 2011). Mehr zu MySpace auf der Themenseite...
Twitter
Prinzip
zu Deutsch zwitschern oder schnattern, ermöglicht es, kurze Textnachrichten als Mikroblog per SMS, Instant Messaging oder Web-Oberfläche zu veröffentlichen. Andere Nutzer können diese Meldung beispielsweise mit ihrem Mobiltelefon oder RSS-Reader verfogen. Der Dienst heißt Twitter, die SMS-ähnlichen Nachrichten Tweets. mehr zu Twitter auf der Themenseite
Geschäft
Twitter hat bislang kein Erlösmodell. Im Gespräch sind Werbung oder kostenpflichtige Twitter-Accounts für Unternehmen. Ende 2008 lehnte CEO Evan Williams ein Übernahmeangebot über 500 Millionen Dollar von Facebook ab. Akute Geldsorgen hat die Firma dennoch nicht - 55 Millionen US-Dollar Risikokapital hat das Unternehmen seit Gründung erhalten, zuletzt brachte eine Finanzierungsrunde noch einmal 35 Millionen US-Dollar.
Dienste von SPIEGEL ONLINE

Der Streit um Google Street View
Kamerafahrten fürs Internet
AFP
Der Internet-Dienst Google Street View zeigt in einem detaillierten Rundumblick Häuser, Autos und Fußgänger. Um die benötigten Bildermengen zu sammeln, lässt Google Autos mit Spezialkameras durch die Straßen fahren. Weil die Kameras in einer Höhe von rund 2,5 Metern installiert sind, können sie über Hecken und Mauern blicken. An der Detailfülle haben sich in einigen Ländern heftige Kontroversen entzündet.
Datenschutz
Google hat eingeräumt, es habe bei seinen Kamerafahrten für Street View dauerhaft persönliche Daten aus offenen Funknetzen gespeichert. Viele Bürger beschwerten sich über die Fahrten. Bisher hat Google den Dienst in Deutschland nicht online geschaltet. In vielen anderen Ländern läuft er aber schon. Das Unternehmen hat bisher eine freiwillige Verpixelung versprochen.
Beschluss der Justizminister
Die Justizminister der Länder wollen die Regeln für Geodatendienste verschärfen. So soll das Bundesdatenschutzgesetzes geändert und Anbieter wie Google Street View zur Anonymisierung von erfassten Menschen oder Kfz-Kennzeichen gezwungen werden.

E-Book-Tipp
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