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Ausgabe 7/2011

Strahlenschutz: Kruste aus Uran

Von

Strahlende Metalle aus aller Welt landen auf deutschen Schrottplätzen. Händler fanden dort sogar den Stoff für Atombomben.

Strahlender Schrott: Kruste aus Uran Fotos
DPA

Der Schrotthöker aus Ennepetal in der nordrhein-westfälischen Provinz war stolz auf die 300 Kilogramm schwere Kiste voller Pfännchen: Sie waren aus Molybdän, einem besonders festen Metall. Das würde ihm gutes Geld einbringen.

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Wie groß aber war seine Überraschung, als die Kiste in die Nähe eines Strahlendetektors geriet. Das Gerät schlug heftig aus. Eilig hinzugerufene Strahlenexperten stellten fest: An den Pfannen hafteten Krusten aus Uran, bis zu 2,9 Kilogramm. Ein Teil davon war angereichert. Solches Zeug kommt in der Natur nirgendwo vor. Es entsteht nur in der Atomindustrie.

Entsprechend elektrisiert reagierten US-Experten für Massenvernichtungswaffen auf die Entdeckung vom 16. März vorvergangenen Jahres - zumal es sich schon um den zweiten heiklen Fund auf einem deutschen Schrottplatz handelte: Bereits im März 2006 hatte ein Stahlhändler im brandenburgischen Hennigsdorf gefährliche Strahlen aus einer Schrottlieferung registriert, die er aus Osteuropa bekommen hatte. In der Ladung strahlten 47,5 Gramm Uran. Und diesmal war es sogar hoch angereichert, zu 80 Prozent - der Stoff also, der für Atombomben taugt.

Das US-Außenministerium, so offenbart jetzt eine geheime Washingtoner Depesche, wollte Genaueres von Berlin wissen: Wie war das Material zusammengesetzt? Waren beide Strahlenstoffe auf demselben Weg nach Deutschland gelangt?

Immerhin konnten Spezialisten inzwischen die Herkunft des Urans ermitteln: Das Material an dem Rohr aus Hennigsdorf stammte aus Brennstoff für einen Forschungsreaktor in Russland. Die Krusten aus Ennepetal, so vermuten Experten, könnten in der DDR entstanden sein, bei der Produktion von Kernbrennstoff aus den Uranminen der Wismut.

Bombenstoff für Terroristen

Wenn aber Bombenstoff versehentlich den Weg in den Schrotthandel findet, können dann nicht auch Terroristen an ihn herankommen? "Diese Uranfunde zeigen, dass es mit der Sicherheitskultur immer noch nicht stimmt", sagt der Proliferationsexperte Tom Bielefeld vom Belfer Center der Harvard University.

Strahlenalarm auf deutschen Schrottplätzen und Recyclinghöfen ist gar nicht so selten. 2006 erfasste das Bundesumweltministerium mehr als 20 Strahlenfunde im Schrott. 2007 und 2008 waren es ähnlich viele. Meist geht es um kleine Strahlenquellen. "Aber ab und an findet man auch Quellen, die so sehr ticken, dass sie diejenigen, die damit hantieren, schädigen können", sagt Experte Bielefeld.

In Estland starb 1994 sogar ein Mann an akuter Strahlenkrankheit, nachdem er ein Röhrchen voller Cäsium 137 gestohlen hatte. 1998 schmolz ein Stahlwerk im spanischen Algeciras eine Cäsium-137-Quelle ein. Durch den Schornstein verteilte sich strahlender Staub über großen Teilen Europas - auch deutsche Stationen registrierten erhöhte Gammastrahlung.

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA bestätigt: Immer wieder gerät gefährliches Material in Umlauf, das auf schlecht gesicherten Geländen gestohlen wurde. Dass sie radioaktiven Schrott erbeutet haben, wissen die Diebe oft nicht. Sie sehen nur die große Metallmenge, die sich schnell zu Geld machen lässt.

Kochtöpfe aus Uranabfällen

Im westafrikanischen Niger schmiedeten Einheimische Kochtöpfe aus Metallabfällen einer Uranfabrik. Im ehemaligen Atomtestgelände Semipalatinsk in Kasachstan stehlen Bewohner der umliegenden Dörfer Rohre aus unterirdischen Testtunneln, um sie für ein paar Euro an Metallhändler in China zu verhökern.

Wenn solches Zeug eingeschmolzen wird, kann es sich überall verteilen. So war in Indien radioaktives Kobalt 60 in die Schrottschmelze geraten: Über 150 Tonnen verseuchtes Metall stellten Behörden weltweit sicher, auch in Deutschland spürten sie 2008 mehrere Chargen auf. Ein Teil davon war bereits zu Aufzugknöpfen verarbeitet und eingebaut worden.

Das Problem verschärft sich, weil der Stahlmarkt boomt, hohe Preise machen es attraktiv, auch das letzte Stück Schrott wiederzuverwerten. Metalle werden rund um den Globus gehandelt - auch in Ländern mit laxen Sicherheitsregeln.

Im Mai 2007 beschäftigte ein Fall die Behörden in Bremen: Bei einer Recyclingfirma hätten die Beamten "ziemlich angedätschte" Stahlblöcke mit stark strahlendem Cäsium 137 gefunden, berichtet Kurt Engelmann, Experte der zuständigen Gewerbeaufsicht. "Gar nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn das in die Schmelze gelangt wäre."

Inzwischen kontrollierten in den Industrieländern die allermeisten Schrotthändler und Stahlschmelzen alle Ein- und Ausgänge, sagt Hans Gotthelf, Geschäftsführer der Strahlenschutzfirma Radiation Risk Management in Schwerte. Seine Leute sind hochspezialisiert und beraten Unternehmen, wie sie am effektivsten Strahlenquellen aufspüren können.

Die meisten Schrotthändler installieren die bis zu 70.000 Euro teuren Alarmgeräte freiwillig. Denn wenn sie verseuchte Ware ausliefern, haften sie für die Schäden, und die können schnell in die Millionen gehen. "Das Problem ist, dass in manchen Ländern solche Überwachungsstrukturen nicht existieren", sagt Gotthelf. "Da muss man handeln. Nicht in fünf Jahren, sondern jetzt."

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1. Seriös
louis_quatorze 15.02.2011
Als seriöses Nachrichtenmagazin weißt man auf die Tatsache hin, dass 50 Gramm Uran mit 80% Uran235 nicht ausreichen um eine Atombombe zu bauen. Dafür brauchts schon ein bisschen mehr. Entweder man will diesen Boulevard oder man weiß es selber nicht besser. Was ist schlimmer?
2. Aha
Gani, 15.02.2011
Zitat von louis_quatorzeAls seriöses Nachrichtenmagazin weißt man auf die Tatsache hin, dass 50 Gramm Uran mit 80% Uran235 nicht ausreichen um eine Atombombe zu bauen. Dafür brauchts schon ein bisschen mehr. Entweder man will diesen Boulevard oder man weiß es selber nicht besser. Was ist schlimmer?
Zum einen wurde nicht behauptet, dass 50g reichen und zum anderen sind 80% angereichertes Uran235 durchaus waffentauglich, wenn auch nicht für sehr effiziente Waffen. Es ging wohl alleine um die Qualität des Uran235, nicht primär um die Menge in diesem Zusammenhang.
3. ...
Django79 15.02.2011
Zitat von louis_quatorzeAls seriöses Nachrichtenmagazin weißt man auf die Tatsache hin, dass 50 Gramm Uran mit 80% Uran235 nicht ausreichen um eine Atombombe zu bauen. Dafür brauchts schon ein bisschen mehr. Entweder man will diesen Boulevard oder man weiß es selber nicht besser. Was ist schlimmer?
Ein wenig Boulevard mag stimmen, das sich SpOn in letzter Zeit ziemlich viele Schnellschüsse mit reißerischen Themen erlaubt. Aber die Sorge bleibt: Wenn es möglich ist, 50g waffentaugliches Uran quasi aus Versehen von irgendwo im Ostblock oder aus Afrika um die halbe Welt mitten in die Bundesrepublik Deutschland zu verschiffen, tun sich Quellen und Wege auf, um absichtlich auch größere Mengen zu bekommen und zu bewegen, ohne dass irgendwo ein Alarm schrillt. Und auch wenn nicht gerade der heutzutage so gefürchtete (musel-) manische Terrorist sein Haupt erhebt, fände ich Cäsium 137 in einem meiner Kochtöpfe nur ungern wieder. Ich koche viel und gerne und nutze Kochtöpfe lange ... Die Anreicherung in mir ist zwar nicht waffentauglich, aber sicherlich trotzdem ungesund.
4. @ louis_quatorze
syracusa 15.02.2011
Zitat von louis_quatorzeAls seriöses Nachrichtenmagazin weißt man auf die Tatsache hin, dass 50 Gramm Uran mit 80% Uran235 nicht ausreichen um eine Atombombe zu bauen. Dafür brauchts schon ein bisschen mehr. Entweder man will diesen Boulevard oder man weiß es selber nicht besser. Was ist schlimmer?
Sie erzählen Stuss. Im Artikel wurde nirgends die Annahme erregt, die gefundenen Mengen angereicherten Urans hätten für den Bau einer Bombe ausgereicht. Tatsächlich ist eine genaue Massenangabe für die Mindestmenge an angereicherten Urans, wie Sie sie fordern, auch gar nicht möglich, weil das stark vom Design der Bombe abhängt. Wichtig ist der Schluss aus dem Artikel, dass die Atomwirtschaft nicht verantwortungsvoll genug mit waffenfähigem Material umgeht. Wenn ein einzelne Schrotthändler 50 Gramm davon findet, dann ist es nicht weit zur Befürchtung, dass man mit ein wenig bösem Willen auch 5 oder 10 kg finden kann. Und dann ist die Kacke aber richtig am Dampfen ...
5. Wow - 50 Gramm hoch angereichertes Uran ...
Barbapapa, 15.02.2011
... damit könnte eine schmutzige Bombe schon eine Menge Unheil anrichten. Noch effektiver wäre natürlich Plutonium. Das Uran kann man übrigens ganz leicht wieder abreichern, indem man es verdünnt, z. B. in Schmelzen. So ähnlich wie das der Säuretanker im Rhein die Tage gemacht hat. Einfach die Ventile ein bisschen aufmachen, und schwups ist nach ein paar Wochen kein müder Liter Säure mehr an Bord. Gefahr gebannt. Die Menschheit hat bisher rund 150 000 Tonnen stark radioaktiven Abfall produziert, wenn der gut verdünnt wird ist er nur noch mittelradioaktiv und keiner hat mehr groß Grund sich aufzuregen, wenn man das wie früher wieder einfach im Meer versenkt. Ruhe sanft und verteil' dich gut. Wer Dioxin-Fisch verträgt, stirbt auch nicht gleich an Uran-Lachs.
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Uran und Atomwaffen
Uran
Uran eignet sich sowohl für die Energiegewinnung als auch für den Einsatz in Atomwaffen. Entscheidend ist der Grad der Anreicherung. Der Ausgangsstoff Uranerz besteht zu rund 99,3 Prozent aus Uran 238; das spaltbare Uran 235 macht nur etwa 0,7 Prozent aus. Für die Nutzung in Kernreaktoren muss der Anteil von Uran 235 auf drei bis fünf Prozent gesteigert werden, für eine Atombombe ist ein Anreicherungsgrad von mindestens 85 Prozent notwendig.
Anreicherung
Uranerz wird nach dem Abbau zunächst zu einem gelblichen Pulver verarbeitet, dem sogenannten Yellowcake. Es dient zur Herstellung von Brennelementen für Reaktoren, kann aber zwecks Anreicherung auch in Uran-Hexafluorid (UF6) umgewandelt werden, das bis 56 Grad Celsius in kristalliner Form vorliegt und darüber gasförmig ist.

Die meisten Anreicherungsanlagen weltweit basieren auf der Gasdiffusion: Gasförmiges Uran-Hexafluorid wird durch halbdurchlässige Membrane gepresst, wobei sich das Uran 235 vom Rest trennt. Das Verfahren gilt inzwischen jedoch aufgrund seines hohen Energiebedarfs als veraltet.

Eine modernere Methode ist die Gaszentrifuge, an der auch in Iran experimentiert wird. Bei ihr macht man sich den Massenunterschied zwischen beiden Uran-Isotopen zunutze: Wird Uran-Hexafluorid in die Zentrifugen gegeben, sammeln sich die schwereren Uran-238-Moleküle bei bis zu 70.000 Umdrehungen pro Minute außen in den Zylindern, die Uran-235-Moleküle bleiben innen.
Einsatz in Atomwaffen
Für den Einsatz in Kernreaktoren genügt es bereits, wenn Uran 235 zu drei bis fünf Prozent in den Brennelementen angereichert ist. Ab 20 Prozent ist von hochangereichertem Uran die Rede. Für eine Atombombe ist ein Anreicherungsgrad von mindestens 80 Prozent erforderlich, da sonst eine zu große Uranmenge notwendig wäre.

Uran 235 kam in der ersten jemals eingesetzten Atombombe, die am 6. August 1945 Hiroshima zerstörte, als Sprengstoff zum Einsatz. Die Sprengkraft lag bei rund 13 Kilotonnen TNT. Die Bombe, die drei Tage später auf Nagasaki abgeworfen wurde, erreichte 20 Kilotonnen TNT. In ihr kam allerdings nicht Uran zum Einsatz, sondern Plutonium 239, das per Neutronenbeschuss in Brutreaktoren aus Uran 238 gewonnen wird.
SPIEGEL-ONLINE-Dossier
Corbis
Atlas der Atomwaffen:
Gier nach der Bombe


Von Benjamin Bidder, Hasnain Kazim, Andreas Lorenz, Ulrike Putz, Gregor Peter Schmitz und Carsten Volkery

Giftmüll in Deutschland: Der Weg des Strahlenschrotts
19. August 2008: Verseuchter Container im Hamburger Hafen
Zollbeamte finden im Hamburger Hafen einen Container mit Stahlstangen, der stark strahlt. "An der Containeraußenseite" messen sie 71 Mikrosievert pro Stunde aufgrund von Kobalt 60. Wer sich 24 Stunden direkt an dem Container aufhält, bekommt die Strahlendosis von 1 Millisievert ab, die laut Strahlenschutzverordnung ein Bürger im gesamten Jahr nicht überschreiten sollte. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA empfiehlt einen niedrigeren Wert, maximal 10 bis 30 Mikrosievert im Jahr - dieser Wert wäre direkt am Container spätestens nach einer halben Stunde überschritten. Der Container stammt aus Indien und ist für Russland bestimmt. Er wurde an den Hersteller der Stangen in Indien zurückgeschickt.

21. August 2008: LKW an polnisch-russischer Grenze
Ein Lastwagen aus Brandenburg löst bei der automatischen Strahlenkontrolle Alarm aus. An acht Edelstahlseilrollen messen die Grenzwächter bis zu 44 Mikrosievert pro Stunde. Ursache ist wieder Kobalt 60. Die Stahlseile wurden in China eingekauft und über Hamburg nach Brandenburg zu einem Spezialausrüster für Boote gebracht. Sie waren als Teil einer Regattestrecke vorgesehen. Nach dem Strahlenfund werden die Seile zuerst nach Brandenburg zurückgebracht, dann im Oktober nach China zurückgeschickt.

21.Oktober 2008: Strahlende Aufzugsknöpfe in Berlin
Nachdem in Frankreich strahlende Aufzugknöpfe aufgefunden war, stellt eine Berliner Firma fest, dass sie 500 bis 600 Knöpfe von dem betroffenen Hersteller geliefert bekommen hat. Sie weisen eine Strahlungsaktivität von 270 Becquerel pro Gramm auf. Ab 10 Becquerel gilt Material offiziell als radioaktiv kontaminiert und muss eingezogen werden. Nur unter einem Wert von 0,6 Becquerel pro Gramm dürfte belastetes Material wieder in Umlauf gebracht werden. Laut Vermerk wurden die Knöpfe ausgetauscht.

26. November 2008: Transport an litauisch-russischer Grenze
Erneut fällt ein Lastwagen mit Bootsausrüstung aus Brandenburg bei der automatischen Strahlungskontrolle auf. Zwei Taschen mit kobaltbelastetem Edelstahl werden nach Brandenburg zurückgeschickt, seither lagern sie laut Vermerk auf dem Gelände der betroffenen Firma.

12. November 2008: Strahlenschrott in Trier
Bei einem Schrotthändler in Trier schlägt die Strahlenmessanlage Alarm. Viele Schrotthändler und auch Stahlwerke haben solche Messgeräte schon länger installiert, um sich gegen strahlenden Schrott aus osteuropäischen Kernkraftwerken zu schützen. Baden-württembergische Strahlenschützer verfolgen die radioaktiven Edelstahlspäne über eine Firma in Bad Kreuznach zu Firmen auch in Rheinland-Pfalz. Nordrhein-Westfalen und Bayern zurück. 55 Tonnen Späne, die unter der Freigabegrenze von 10 Becquerel pro Gramm liegen, lagern in Nordrhein-Westfalen. Fünf Tonnen strahlen mit bis zu 33 Becquerel pro Gramm, so dass sie der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) übergeben werden, die auf Atomentsorgung spezialisiert ist. Als Absender des Materials wird das indische Stahlwerk Vipras Casting Ltd. ausfindig gemacht.

29. Dezember 2008: Tonnenweise Stahlteile in Augsburg
Sechs bis sieben Tonnen kontaminierte Stahlteile werden in einem Container in Augsburg gefunden. Strahlenaktivität bei wenigen Teilen bis zu 19 Mikrosievert pro Stunde, sonst niedriger. Absender ist erneut die Firma Vipras.

6. Januar 2009: Alarm in Rheinland-Pfalz
Nach einer Warnung durch Zollbehörden in Rotterdam werden bei einem Spezialhersteller für Ventile in Rheinland-Pfalz insgesamt 50 Tonnen kobaltbelastete Ventilgehäuse gefunden. Strahlenaktivität 8 Becquerel pro Gramm, Dosisleistung an Versandkisten bis 3 Mikrosievert pro Stunde.

13. Januar 2009: Gießerei in Schleswig-Holstein
Bei einem metallverarbeitenden Betrieb werden schwach strahlende Gussstücke gefunden, die von der Gießerei Anugraha Valve Casting im indischen Coimbatore stammen. In Abstimmung mit der Aufsichtsbehörde entscheidet sich die Firma dafür, die Ware zurückzuschicken.

20. Januar 2009: Kontaminiertes Material in Hessen
Eine Überprüfung der Kundenliste von Anugraha Valve Castings führt zu mehreren Tonnen strahlenden Spänen und Armaturen in Hessen. Bereits am 14. Januar hatte die Portalmessanlage eines hessischen Recyclingbetriebs angeschlagen.

16. und 19. Januar 2009: Schrottfirma in Mecklenburg-Vorpommern
Bei einer Schrottfirma tauchen schwach strahlende Edelstahlspäne auf. Lieferant ist die indische SKM Steels Ltd.. Bei einer Metallbaufirma in Neubrandenburg werden stark strahlende Maschinenteile gefunden: bis zu 600 Becquerel pro Gramm, das Sechzigfache der Freigabegrenze. "Es wurden keine Maschinen ausgeliefert, die kontaminierte Teile enthielten. Alle kontaminierten Teile, die bereits in Maschinen eingebaut waren, wurden inzwischen ausgewechselt", heißt es in dem Vermerk.

23. Januar 2009: Kobalt-Warnung in Hamburg
Kobaltbelastete Edelstahlspäne wird nach einer Messung an Metallschrott in Hamburg entdeckt.

2. Februar 2009: Funde in Rheinland-Pfalz, Saarland, Niedersachsen
Schwach strahlende Ventile werden in Rheinland-Pfalz gefunden. gefunden. Edelstahlspäne fallen im Saarland in einem Eingangsmonitor auf und werden zum Lieferanten zurücktransportiert. Stangenmaterial mit 6 Becquerel pro Gramm Kobalt 60 werden in Niedersachsen entdeckt, zugleich werden in Niedersachsen kontaminierte Gussteile gefunden.

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