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Ausgabe 1/2012

USA: Fox News und der Wahlkampf der Republikaner

Von Gregor Peter Schmitz

Der Fernsehsender Fox News gilt als Sturmgeschütz der Rechten, doch bei den Präsidentschaftsvorwahlen demontiert er einen republikanischen Bewerber nach dem anderen.

Kandidaten der Republikaner bei Fox News: "Zu aggressiv"?Zur Großansicht
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Kandidaten der Republikaner bei Fox News: "Zu aggressiv"?

Zwei Jahrzehnte Berufserfahrung haben den US-Journalisten Bret Baier zu einem Veteranen seiner Zunft gemacht. Dass er sich in dieser Zeit durch Überparteilichkeit oder Fairness ausgezeichnet hätte, hat ihm allerdings noch niemand vorgeworfen. Schließlich ist Baier Moderator bei Fox News, dem wichtigsten Sender der amerikanischen Konservativen, und deshalb weiß er auch, wo er zu stehen hat - im Zweifel rechts.

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Als George W. Bush noch regierte, umschmeichelte Baier den Republikaner mit unverfänglichen Fragen zu dessen Ranch in Texas und zum Lieblingswanderweg des Präsidenten. Nachfolger Barack Obama hingegen durfte im Interview mit Baier kaum einen Satz beenden, binnen 20 Minuten unterbrach ihn der Fox-Mann gleich 16-mal mit Einwänden.

Inzwischen ist es einen Monat her, dass Baier, 41, Mitt Romney gegenübersaß, zu diesem Zeitpunkt der Favorit bei den republikanischen Präsidentschaftsvorwahlen. Romney spricht nicht gern mit Medien, doch Fox ist nicht irgendein Sender, es ist der wirkmächtigste politische Fernsehkanal Amerikas. Fox News will Obama aus dem Weißen Haus vertreiben, und Romney gilt als derjenige republikanische Bewerber, der den Präsidenten am ehesten schlagen könnte. Was also kann ihm schon passieren?


Doch dann sieht der Republikaner Romney sich jeder Menge unangenehmer Fragen ausgesetzt, mit denen er offensichtlich nicht gerechnet hat. Wie oft, will Baier, der immer noch jungenhaft wirkende Moderator, wissen, habe er in seiner politischen Karriere eigentlich die Meinung geändert, zur Gesundheitsreform etwa, zur Einwanderungspolitik, zur Abtreibung. Ein Wendehals zu sein, hat man Romney schon häufiger vorgeworfen, aber so spitz, wie Baier nun fragt, kommt der ehemalige Gouverneur von Massachusetts als gnadenloser Opportunist rüber, als jemand, den ein aufrechter Konservativer nie wählen dürfte.

Der Eindruck ist vernichtend, der Bewerber hilflos. Romney versucht, die Fragen wegzulachen, es klingt künstlich, dann stöhnt er nur noch. Später wird er sich beschweren, Baier sei "zu aggressiv" gewesen. Es klingt wie: So war das nicht abgesprochen, solche Fragen sind unter Freunden unschicklich.

Romney weiß, was auf dem Spiel steht: Knapp zwei Millionen Stammzuschauer sind dem Sender und seinem 24-Stunden-Betrieb treu ergeben, viele wechseln nie den Kanal. Die Fox-Gemeinde besteht fast nur aus weißen Amerikanern, meist fortgeschrittenen Alters, sie halten nichts von Schwulen oder Ausländern. Viele von ihnen glauben, dass Präsident Obama heimlich Muslim ist und nicht in den USA geboren wurde. Es ist genau die Zuschauerschaft, welche die Vorwahlen der Republikaner entscheidet.

Die Abstimmung ist zu einem Zirkus verkommen

Kurz nach Romneys Interview-Fiasko gibt es denn auch unter den republikanischen Präsidentschaftsbewerbern einen weiteren Favoriten, er heißt Newt Gingrich und war einst Sprecher des Repräsentantenhauses. Aber auch der geht nun nur mit geringen Aussichten in die erste wichtige Vorwahl am Dienstag in Iowa.

Die Abstimmung darüber, wer Barack Obama im November 2012 herausfordern darf, ist zu einem Zirkus verkommen, in dem die Hauptattraktion ständig wechselt. Vor Monaten führte noch Michele Bachmann die Umfragen an, eine der Tea-Party-Sirenen, deren Stimme sich überschlägt, wenn sie gegen Schwule, Staatsbedienstete und Demokraten zu Felde zieht. Dann lag Rick Perry, ein Ur-Texaner mit breitem Gang und schmaler Schulbildung, vorn. Danach Herman Cain, Ex-Pizzakettenchef und mutmaßlicher Fremdgeher. Immer gleich geblieben aber ist die kleine Gruppe politischer Journalisten, die die Bewerber vor sich hertreibt und ihnen wie mit der Peitsche die Richtung vorgibt: Baier und seine Kollegen von Fox News.

Deren Macht ist größer als die von ARD und ZDF zusammen: Kaum stieg die fromm-fundamentalistische Steueranwältin Michele Bachmann in den Umfragen auf, fragten Fox-Moderatoren, ob sie nicht viel zu oberflächlich, ob sie überhaupt ernst zu nehmen sei. Bald war es wieder vorbei mit Bachmanns Aufstieg.

Als Herman Cain mit seinem Plan für eine radikale Steuerreform bei rechten Wählern punktete, interviewte Fox ausführlich jene Frauen, die ihm sexuelle Belästigung vorhielten. Cains Kandidatur war rasch Geschichte. Texas-Gouverneur Perry musste sich bei Fox-Reportern wochenlang gegen den Vorwurf verteidigen, dass ihm das Denken eher schwerfalle.

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insgesamt 92 Beiträge
Zhukov45 03.01.2012
Und wann, bitte, schreibt SPON eine gleiche Reportage ueber das Sturmgeschuetz der Linken, MSNBC? Die machen genau das gleiche fuer die Demokraten, aber nur FOX News wird der kritischen Meinung von SPON ausgestellt; typisch. [...]
Zitat von sysopDer Fernsehsender Fox News gilt als Sturmgeschütz der Rechten, doch bei den Präsidentschaftsvorwahlen demontiert er einen republikanischen Bewerber nach dem anderen. http://www.spiegel.de/0,1518,806793,00.html
Und wann, bitte, schreibt SPON eine gleiche Reportage ueber das Sturmgeschuetz der Linken, MSNBC? Die machen genau das gleiche fuer die Demokraten, aber nur FOX News wird der kritischen Meinung von SPON ausgestellt; typisch. Mörderischer Familienfunk - was soll denn der Unsinn ueberhaupt?
cogitoergobum 03.01.2012
Das Demontieren gehört in Deutschland zum Tagesprogramm. Und das ist gut so!
Zitat von Zhukov45Und wann, bitte, schreibt SPON eine gleiche Reportage ueber das Sturmgeschuetz der Linken, MSNBC? Die machen genau das gleiche fuer die Demokraten, aber nur FOX News wird der kritischen Meinung von SPON ausgestellt; typisch. Mörderischer Familienfunk - was soll denn der Unsinn ueberhaupt?
Das Demontieren gehört in Deutschland zum Tagesprogramm. Und das ist gut so!
blackstar2000 03.01.2012
Volle Zustimmung. Fox News stehen genug TV- Sender gegenüber, die die Democrats unterstützen. Komischerweise stört dort die Pareilichkeit nicht ;) Und es spricht für Fox News, dass sie die Republikanischen Kandidaten [...]
Zitat von Zhukov45Und wann, bitte, schreibt SPON eine gleiche Reportage ueber das Sturmgeschuetz der Linken, MSNBC? Die machen genau das gleiche fuer die Demokraten, aber nur FOX News wird der kritischen Meinung von SPON ausgestellt; typisch. Mörderischer Familienfunk - was soll denn der Unsinn ueberhaupt?
Volle Zustimmung. Fox News stehen genug TV- Sender gegenüber, die die Democrats unterstützen. Komischerweise stört dort die Pareilichkeit nicht ;) Und es spricht für Fox News, dass sie die Republikanischen Kandidaten kritisch hinterfragen und offen diskutieren - warum wird das jetzt als etwas schlechtes ausgelegt? Wirklich - wenigstens um den Anschein von Unparteilichkeit sollte man doch bemüht sein ;)
dogstar94 03.01.2012
Achja nur, dass es bei MSNBC keine heulenden Moderatoren gibt, die den Weltuntergang herbeibeschwören um Obama dann die Schuld in die Schuhe zu stecken, dabei war es doch ihr geliebter former President Bush, der Amerika [...]
Achja nur, dass es bei MSNBC keine heulenden Moderatoren gibt, die den Weltuntergang herbeibeschwören um Obama dann die Schuld in die Schuhe zu stecken, dabei war es doch ihr geliebter former President Bush, der Amerika heruntergewirtschaftet hat. Wer 5% der Weltbevölkerung stellt und 50% weltweiter Rüstungsausgaben hat, dem fehlen anscheinend die Argumente andere zu überzeugen. Und genau die fehlen FOX NEWS auch...deren Propagande besteht aus Lügen und Hasstiraden, die so vernab von jeglicher Realität liegen, dass man schon sehr verzweifelt sein muss um jenen zu glauben, die sich hinstellen und auf Knopfdruch das Weinen anfangen mit den Sätzen "ich liebe Amerika"...vgl. Glenn Beck (der übrigens sogar dem erzkonserativ dominierten Murdoch Konzern FOX NEWS schon zu schrill geschrien hat.)
forumgehts? 03.01.2012
kann doch nur bedeuten, dass die wirklichen Machthaber in den USA noch nicht das richtige Präsidenten-Kasperl gefunden haben und deshalb immer noch den Polizisten und das Krokodil einsetzen müssen.
Zitat von sysopDer Fernsehsender Fox News gilt als Sturmgeschütz der Rechten, doch bei den Präsidentschaftsvorwahlen demontiert er einen republikanischen Bewerber nach dem anderen. http://www.spiegel.de/0,1518,806793,00.html
kann doch nur bedeuten, dass die wirklichen Machthaber in den USA noch nicht das richtige Präsidenten-Kasperl gefunden haben und deshalb immer noch den Polizisten und das Krokodil einsetzen müssen.
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  • Montag, 02.01.2012 – 00:00 Uhr
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Fläche: 9.632.000 km²

Bevölkerung: 310,384 Mio.

Hauptstadt: Washington, D.C.

Staats- und Regierungschef: Barack Obama

Vizepräsident: Joseph R. Biden

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US-Wahl
In den USA liegt die exekutive Gewalt grundsätzlich beim Präsidenten, der Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte in einer Person ist. Der Präsident wird alle vier Jahre neu gewählt, eine einmalige Wiederwahl ist möglich.
Die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten ist eine indirekte Wahl: Am Wahltag, der immer am Dienstag nach dem ersten Montag im November stattfindet, wählt die US-Bevölkerung in jedem Bundesstaat Wahlmänner. Diese bilden das Wahlmännergremium, das offiziell erst im Dezember den Präsidenten und seinen Vize wählt. Dabei gilt in den allermeisten Bundesstaaten das Mehrheitswahlrecht: Die Wahlmänner eines Bundesstaates stimmen alle für den Präsidentschaftskandidaten, der in ihrem Staat die meisten Stimmen bekommen hat. Für den Gegner sind alle Wahlmänner verloren - egal wie knapp das Ergebnis ist ("Winner takes all"-Prinzip).




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