AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 38/2017

Sündenfall Eva und die Schlange - ihre wahre Geschichte

Sie hat mit Adam die Sünde in die Welt gebracht. Kulturforscher Stephen Greenblatt sagt, wie das Märchen von Eva und der Schlange bis heute unser Denken über Tod, Sex und Moral beeinflusst.

Sündenfall-Darstellung, um 1515 (Gemälde "Adam und Eva" von Lucas Cranach dem Älteren): Liebten sie einander, hatten sie Sex?
Toni Schneiders / Picture Alliance / Artcolor

Sündenfall-Darstellung, um 1515 (Gemälde "Adam und Eva" von Lucas Cranach dem Älteren): Liebten sie einander, hatten sie Sex?

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Es war einmal eine Katastrophe. Eine Katastrophe, die sich nur in den Köpfen vollzog. Doch richtete sie mehr Verheerungen an als jedes Erdbeben und jeder Hurrikan. Sie warf die Menschheit um ein Jahrtausend zurück.

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Heft 38/2017
Eine Gebrauchsanweisung

Diese Katastrophe schildert jetzt der amerikanische Kulturwissenschaftler Stephen Greenblatt. Aber würde sein Buch nur vom Desaster handeln, sagt er, hätte er es nicht schreiben können. Mehr noch interessiere er sich für das Schöne, das Erhabene, das Großartige. Und auch davon gibt es genug zu erzählen. Denn am Anfang stand eine fast 3000 Jahre alte Geschichte. Und diese, sagt Greenblatt, sei außergewöhnlich, kraftvoll und wunderschön. Sie erzählt von Adam und Eva.

Greenblatt liebt Geschichten. Sein ganzes Forscherleben lang hat er sich mit ihrer Macht und ihrer Wirkung beschäftigt. Und indem er dies tat, hat er selbst neue Geschichten geboren.

Eine von ihnen, sie handelt von William Shakespeare, hat ihn auch über die Fachwelt hinaus berühmt gemacht. Kühn versucht Greenblatt, in dieser Schriftstellerbiografie aus wenigen, dürftigen Quellen das Leben des großen Dichters zusammenzusetzen. Und er tut es auf seine ganz eigene Weise. Statt sich, wie viele seiner Kollegen, hinter literaturwissenschaftlichem Jargon zu verschanzen, bevorzugt er die pralle, direkte Sprache.

Greenblatt erörtert nicht, er erzählt.

Auch sein neues Buch ist eine Geschichte für sich: die Geschichte einer Geschichte. Sie erzählt, wie die Legende vom Sündenfall im Orient ersonnen wurde; wie später die Christen die Fabelwesen Adam und Eva zu historischen Figuren erhoben und wie schließlich das zur Wahrheit erklärte Märchen das Abendland prägte.

Die Story vom Garten Eden, sagt Greenblatt, sei radioaktiv. Sie strahle Energie aus, und diese sei bis ins Mark der christlichen Kultur vorgedrungen, wo sie das Denken der Menschen verändert habe.

Greenblatt glaubt, die Quelle jener zerstörerischen Kraft zu kennen, die der Erzählung vom Sündenfall innewohnt. Im narrativen Zentrum stehe ein kafkaesk anmutendes Paradox, das kein Entrinnen erlaube.

Die beiden ersten Menschen dürfen auf keinen Fall die Früchte antasten, die am Baum der Erkenntnis von Gut und Böse hängen. Unschuldig aber, wie sie erschaffen sind, wissen Adam und Eva nicht, was gut und was böse, was richtig oder falsch ist. Wie also sollten sie begreifen, was es heißt, ein Verbot zu verletzen? Um das zu verstehen, mussten sie gegen ebendieses Verbot verstoßen und von der Frucht kosten, die zu essen ihnen bei der schrecklichsten aller Strafen verboten war.

Es ist eine poetische, eine unvergessliche, doch auch eine heimtückische Erzählung. Wie konnte eine solche Story in die Welt kommen? Wurde sie mutwillig und planvoll komponiert? Entsprang sie einer spirituellen Eingebung? Oder war sie eines Tages einfach da?

Natürlich kennt auch Greenblatt die Antworten auf diese Fragen nicht. Trotzdem wagt er es, darüber zu spekulieren. So wie er das Elisabethanische Zeitalter heraufbeschwor, um die Figur Shakespeares lebendig werden zu lassen, so malt er jetzt auch die Szenerie aus, in der sich Menschen erstmals vom Paradies erzählt haben könnten.

Kulturwissenschaftler Greenblatt: "Menschliche Sünde ist eine sexuell übertragbare Krankheit"
Ben Zucker / DER SPIEGEL

Kulturwissenschaftler Greenblatt: "Menschliche Sünde ist eine sexuell übertragbare Krankheit"

Greenblatt ist sich sicher: Es war im dunkelsten Kapitel der biblisch-jüdischen Geschichte, in der Zeit des Babylonischen Exils. Besiegt von den Eroberern aus Mesopotamien, mussten die Juden fern der Heimat Kanäle graben, Ziegelsteine brennen, Paläste mauern. Und alljährlich sahen sie zu, wie die Babylonier ihrem obersten Gott Marduk huldigten. Der Höhepunkt der Festlichkeiten war erreicht, wenn unter der Aufsicht des Königs der heilige Text verlesen wurde, der vom Ursprung des Zweistromlandes kündet.

Das, schreibt Greenblatt, müsse einen tiefen Eindruck bei den Juden hinterlassen haben. Es weckte in ihnen die Sehnsucht nach einem eigenen Ursprungsmythos. Nach einer Geschichte, die ihnen Identität und damit Trost in ihrer Verzweiflung gewähren konnte.

Was die Juden daraufhin ersannen, unterschied sich vom babylonischen Vorbild - vor allem, weil sie die Rolle des Schöpfers grundlegend anders besetzten. Während über die Welt der Babylonier eine ganze Horde von Gottheiten herrschte, die launisch, aufbrausend und fehlbar waren wie die Menschen selbst, saß im Himmel der Juden ein gerechter, weiser und einsamer Gott. Wenn dieser Gott straft, dann tut er dies nicht aus Willkür oder aus Wut; er urteilt aus gerechter moralischer Empörung.

Die Geschichte, die davon erzählt, wie dieser Gott den Menschen erschuf, kommt unbedarft daher wie ein Märchen, und doch findet sich versteckt darin eine erstaunlich umfassende Welterklärung. Die Rede ist einerseits von einem märchenhaften Garten, einer sprechenden Schlange und einer verbotenen Frucht. Andererseits handelt der Plot auch von Tod und ewigem Leben, von Mühsal und Scham und davon, was es für zwei Menschen bedeutet, von einem Fleische zu sein.

Wer auch immer diesen nur wenige Seiten umfassenden Bibeltext verfasst hat, er bewirkte damit mehr, als es jeder König oder Kaiser vermochte. "Diese Story", schreibt Greenblatt, "hat über Jahrhunderte geprägt, wie wir über Verbrechen und Strafe, über Moral, Tod, Schmerz, Arbeit, Muße, Gemeinschaft, Ehe, Geschlecht, Neugier, Sexualität und über das Wesen des Menschseins denken."

Greenblatt schildert die Bildnisse der Maler und Bildhauer, die zeigen, wie sich die Schlange durchs Geäst des Baums der Erkenntnis windet; wie Eva neugierig nach dem Apfel greift; wie der Erzengel mit dem Flammenschwert das zerknirschte Paar aus dem Garten Eden verscheucht. Und er stellt Dichter, Philosophen und Theologen vor, die sich an der Auslegung der Paradieserzählung versucht haben.

Einer aber sticht heraus: Wie kein anderer habe der Kirchenvater Augustinus die christliche Vorstellung von der biblischen Paradiesszenerie beeinflusst.

Meisterhaft gelingt es Greenblatt, diesen brillanten Denker und seine fatalen Ideen dem Leser nahezubringen. Er schlüpft dazu in die geistige Welt seines Protagonisten und vermittelt - über die Kluft von mehr als 16 Jahrhunderten - ein Gefühl enger Vertrautheit.

Augustinus war besessen davon, den Kern des Mythos von Adam als Urvater der Menschheit zu ergründen. Greenblatt spürt dieser Obsession bis in die Jugend des Kirchenvaters nach. Im Jahr 370 lässt er seine Erzählung in einer römischen Therme beginnen.

Dort, in Augustinus' nordafrikanischer Heimatstadt Thagaste, schwitzt der 16-jährige Knabe gemeinsam mit seinem Vater, als dieser mit ausdrücklichem Wohlgefallen eine Erektion seines Sohnes erblickt. Mit dieser Szene, geschildert in Augustinus' Lebensbeichte "Confessiones", nehmen sexuelle Verwicklungen ihren Ausgang, die einen Schatten bis auf das verkorkste Verhältnis der heutigen Kirche zum Thema Sex werfen.

Greenblatt erzählt von amourösen Eskapaden des Vaters, von der strenggläubigen Mutter und von dem Sohn, der zeitlebens nicht mit dem eigenen sexuellen Verlangen ins Reine kam.

Augustinus versucht, der übermächtigen Mutter zu entrinnen, er flieht erst nach Karthago und später nach Rom und Mailand, wo er sich einen Namen als scharfsinniger Denker und gewandter Rhetoriker macht. Insbesondere befasst er sich mit dem Ursprung des Bösen: Warum begegnet ihm so viel Schlechtes in der Welt? Und vor allem: Warum regt sich dieses immer wieder auch in ihm selbst?

Aller Gelehrsamkeit zum Trotz: Er kann der Mutter nicht entkommen. Sie folgt ihm, nistet sich ein in seinem Haushalt, bedrängt ihn, ihrem, dem christlichen, Glauben beizutreten. Augustinus zögert, ringt mit sich. Für ihn ist der Glaube an die Erlösung durch Jesus Christus untrennbar mit sexuellem Verzicht verbunden. Das ängstigt und verführt ihn. Er kann sich ein Leben ohne Sex nicht vorstellen. Andererseits würde er zu gern seine Ohren verschließen gegen das Flüstern seines Körpers, das er als unrein empfindet.

Irgendwann, so steht es in den "Confessiones", findet Augustinus sich weinend unter einem Feigenbaum wieder und fragt sich: "Wie lange? Wie lange? Morgen und immer wieder morgen? Warum nicht jetzt?"

Der Zweifelnde fügt sich, wird Christ, schwört allen sexuellen Genüssen ab. Für seine Mutter, schreibt er, war die "Freude viel köstlicher und keuscher, als wenn sie sie in leiblichen Enkeln gesucht hätte".

Sein Grübeln über das Böse setzte Augustinus nun als christlicher Denker fort, und dabei schienen ihm alle Fragen nach dem Ursprung der Laster, nach den Verlockungen des Körpers und nach der Verheißung von Erlösung an einem Punkt zusammenzulaufen: im Garten Eden, dort, wo die Sünde und mit ihr das sexuelle Verlangen in die Welt gekommen waren.

Augustinus war es, der die Paradieserzählung mit dogmatischer Schärfe als buchstabengetreue Wahrheit nahm. Und er gebar auch den Gedanken, dass die Schuld, die Adam und Eva auf sich luden, seither auf der ganzen Menschheit laste. Jeder werde als Sünder geboren und gebe die Erbsünde an die nächste Generation weiter. "Menschliche Sünde", resümiert Greenblatt, "ist eine sexuell übertragbare Krankheit."

Wie genau aber ging es zu im Garten Eden? Wie kamen Adam und Eva miteinander zurecht, ehe der Sündenfall ihrem Glück ein Ende setzte? Liebten sie einander? Hatten sie Sex? Und kam es vor, dass sie stritten?

All das in großer Detailfülle zu schildern blieb einem anderen großen Geist vorbehalten, auch er mit einem gestörten Verhältnis zur Sexualität: Der englische Schriftsteller John Milton lieferte im epischen Poem "Paradise Lost" den ausführlichsten Paradiesbericht der Weltliteratur.

Wie im Fall von Augustinus, so nähert sich Greenblatt auch ihm mit seiner Methode der biografischen Tiefenerkundung. Als Student und junger Gelehrter habe Milton sexuell enthaltsam gelebt und daraus ein Gefühl tiefer moralischer Überlegenheit bezogen. Erst im Alter von 33 heiratete Milton. Jäh krachte nun seine verklärte Vorstellung eines harmonischen Ehelebens mit der Wirklichkeit eines höchst realen, 16 Jahre jüngeren Mädchens zusammen.

Die Hochzeitsreise geriet zum Desaster - eine traumatische Erfahrung, aus der Milton später wichtige Inspiration für sein großes Meisterwerk schöpfen sollte. Doch bis dahin verging noch viel Zeit. Zunächst trat Milton in der turbulenten Zeit der englischen Republik in den Dienst des Lordprotektors Oliver Cromwell ein.

Als Cromwell starb, schien Miltons Karriere am Ende. Seine Vermögenswerte wurden konfisziert, seine Bücher verbrannt. Seine politischen Hoffnungen lagen in Trümmern. Und vor allem: Milton verlor das Augenlicht.

In diesem Moment, am Tiefpunkt seines Lebens, begannen die nächtlichen Erscheinungen. Der Blinde bekam Besuch von einer Muse, die er Urania nannte. Am Morgen, wenn sein Gast verschwunden war, verlangte Milton danach, diktieren zu dürfen, was er Neues über den Garten Eden erfahren hatte.

So entstand, was Greenblatt das großartigste Gedicht der englischen Sprache nennt. Auf rund 10.000 Zeilen kündet Milton vom Paradies, so detailgenau und lebendig, als wäre er selbst dort gewesen.

Durch eigene Erfahrung geschult im Ränkespiel der Politik, schildert Milton, wie der Satan gemeinsam mit seinem Hofstaat gefallener Engel die Verführung Evas ausheckt. Vor allem aber, erklärt Greenblatt, sei Milton mit "Paradise Lost" die grandiose literarische Innensicht einer Ehe gelungen. Nie zuvor sei mit solcher Empfindsamkeit das intime Gespräch zweier Eheleute beschrieben worden.

Milton schildert das partnerschaftliche Geplänkel als ein subtiles Wechselspiel von Liebe und Ärger, Verletzung, Versöhnung und Sehnsucht. Und er war überzeugt, wiederzugeben, was sich genau so zugetragen habe: Urania erzählte ihm die Wahrheit; er schrieb sie nur auf.

Der Dichter wusste sich damit in Übereinstimmung mit dem christlichen Dogma. Mehr als ein Jahrtausend lang hatte die Kirche erfolgreich die Lehre von der buchstäblichen Authentizität der biblischen Überlieferung verteidigt - Greenblatt zufolge eine erstaunliche Leistung angesichts der offensichtlichen Absurdität, die mit der Vorstellung eines verwunschenen Paradiesgartens mit Zauberbäumen und sprechenden Schlangen verbunden ist.

Doch die Zweifel mehrten sich, und es wurde immer schwieriger, sie zum Verstummen zu bringen. "Aufstieg und Fall von Adam und Eva" lautet der Titel von Greenblatts Buch. Dem Fall, der sich langsam und schrittweise über mehrere Jahrhunderte hin vollzog, widmet er sich in den letzten Kapiteln.

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Stephen Greenblatt:
The Rise and Fall of Adam and Eve

Norton & Company; Englisch; 432 Seiten; 19,99 Euro

"Das Sterben eines Mythos geschieht anders als das eines Menschen", schreibt Greenblatt. Die Geschichte vom Sündenfall hörte nicht einfach auf zu atmen. Es schwand nur langsam die Zahl derjenigen, die ihr noch Glauben schenkten. Was einst als wahrhaftiger Vorgang galt, wurde allmählich zur Allegorie, zum Märchen, zur bloßen Nur-so-Geschichte.

Schon als Kolumbus 1493 mit der Nachricht heimkehrte, auf der anderen Seite des Ozeans lebten Menschen, die ganz ungeniert nackt umherliefen, warf dies Fragen auf: Waren auch diese Wilden Abkömmlinge des Urmenschen Adam? Waren sie verschont worden von der Scham, mit der doch eigentlich die ganze Menschheit bestraft worden war? Und wie, um Himmels willen, waren diese Kinder des Paradieses überhaupt ins Land jenseits des Ozeans gelangt?

Weitere Zweifel säten die Vertreter des sogenannten Präadamitismus, die zwar nicht die Existenz von Adam und Eva selbst infrage stellten, wohl aber, dass sie die ersten aller Menschen gewesen seien. Allzu zahlreich fänden sich Stellen in der Heiligen Schrift, die darauf hindeuteten, dass das biblische Paar bei seiner Flucht aus dem Paradies auf andere Menschen stieß.

Rätselhaft bleibt zum Beispiel die Geschichte von Kain, dem ältesten Sohn von Adam und Eva. In der Genesis heißt es, er habe sich ein Weib genommen. Doch woher kam diese Frau, wenn doch nirgends von einer Tochter Adams und Evas die Rede ist? Kain gründete eine Stadt - für wen, wenn da doch niemand sonst war, der auf Erden lebte? Er fürchtete sich, gefunden und ermordet zu werden - von wem, wenn er doch allein mit seiner Familie war?

Im 18. Jahrhundert, dem Zeitalter der Aufklärung, wurde die Kritik an der Überlieferung des Sündenfalls grundlegender und aggressiver. Der französische Philosoph Voltaire zum Beispiel begnügte sich nicht damit, den Wahrheitsgehalt der Story vom sündigen Biss in die Frucht in Zweifel zu ziehen, er griff die dahinterliegende Botschaft an. "Warum duldet Gott nicht, dass der Mensch Gut und Böse erkennt?", fragte er. Der Christengott oute sich gleichsam als Herrscher, der seine Schäflein in Unwissen zu halten versucht.

Knapp 130 Jahre später war die Empörung bloßem Spott gewichen: Mark Twain macht sich in "Adams Tagebuch" unverhohlen lustig über die beiden Nackedeis, die da, von Gott füreinander erschaffen, wohl oder übel miteinander klarkommen müssen. Adam zeigt sich genervt von "diesem neuen Geschöpf mit den langen Haaren", das "ganz schön im Weg" sei. Dauernd folge sie ihm, das möge er gar nicht. Und wenn er dabei sei, die Tiere zu benennen (das ist dem biblischen Text zufolge Adams einziger Job im Paradies), dann quassele sie dauernd dazwischen.

Zwar veralbert Twain den einst als heilig betrachteten Mythos der Christenheit, aber es brauchte am Ende die Wissenschaft, um ihm den Todesstoß zu versetzen. Charles Darwin ersann eine neue Schöpfungsgeschichte - diesmal mit wissenschaftlichen Belegen. Ob die Evolutionstheorie sich mit der christlichen Lehre im Prinzip vereinbaren lässt, kann man so oder so sehen, eines aber ist über jeden Zweifel erhaben: Die Möglichkeit, dass der Mensch einfach so erschaffen wurde, schließt sie aus.

In einer Welt, in der alle Geschöpfe der Natur, einschließlich des Menschen, aus dem Wechselspiel von Mutation und Selektion hervorgegangen sind, gibt es keinen Platz mehr für einen Garten, in dem Götter gebrauchsfertige Ebenbilder aus Staub anfertigen könnten.



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