AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 31/2017

Kanzlerin Merkel Eine Frau in Bernstein

Angela Merkel war in diesem Sommer hin und wieder zu Besuch bei ihrem Volk. Doch sie ist inzwischen so undurchdringlich geworden, wie man es nur von Sphinxen, Diven und Königinnen kennt.

Jan Philip Welchering/DER SPIEGEL


Angela Merkel bewegt sich nicht mehr. Ihre Umfragewerte erinnern an die eines afrikanischen Diktators. Sie zeigt sich neben Panda- und Prinzenpaaren sowie neben ihrem Ehemann in Bayreuth. Es sind Fototermine, reden tut nur noch die SPD. Martin Schulz präsentiert einen Zehnpunkteplan, was nie ein gutes Zeichen ist. Als die SED ihre zehn Punkte der ökonomischen Strategie des Sozialismus auf den Tisch legte, war sie am Ende.

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Heft 31/2017
Wie wir leben, wie wir denken: Ein Heft über Deutschland

Wer die Bundeskanzlerin auf ihrer traditionellen Sommerreise an die deutsche Küste begleitet hat, kann nachvollziehen, wie sich Martin Schulz gerade fühlt. Die Reise erinnerte an das Märchen von dem Hasen und dem Igel. Angela Merkel ist der Igel.

Sie besucht vier Orte an der deutschen Küste, man kann sich für jeden akkreditieren. Um auch wirklich überall dabei zu sein, brauchte man einen Redaktionshelikopter. Die Zeiten sind vorbei. Man holt sie nicht ein. Sie ist immer schon da. In Heiligenhafen, einem Ostseeheilbad in Schleswig-Holstein, betritt sie eine kleine Firma, die in Hafennähe Segel herstellt. Sie sieht einen verschwitzt eintreffen, während sie bereits Hände schüttelt. Dieser Blick, in dem sich Schadenfreude mit Mitleid mischt. Ein Blick über die Schulter. Sobald man aber glaubt, sie zu erreichen, schlägt sie einem die Tür vor der Nase zu.

"Nu kucken Se ma nich so ergriffen", hat sie mir mal gesagt. "Wie 'n Dackel."

Angela Merkel streichelt ein Segel, das auf dem Boden liegt.

"Ist das Leinen?", fragt sie.

"Nein, nein", sagt der Chef, Sascha Schwarck. Er beschreibt die Fasern, aus denen moderne Segel gemacht werden. Er redete von der Produktion in Sri Lanka, die sie haben, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Sie seien damals, als sie die Produktion auslagerten, aus der lokalen Innung geflogen, aber am Ende hat es mehr Arbeitsplätze gebracht. Angela Merkels Blick tanzt durch den Raum, auf der Suche nach dem Kameraauge.

"Gab's das Segelboot 'Optimist' auch im Westen?", fragt sie.

"Oh ja", sagt Schwarck.

Sie nickt, lächelt ein Funktionärslächeln. Aber wenig später wird sie die Kunstfaser und die Sri-Lanka-Produktion in ihre Rede flechten, die lokale Farbe in ihrer immer gleichen Wahlkampfrede, etwas, was die Region mit der Welt verbindet.

Ein Flüchtling aus Eritrea wird herangeführt. Er heißt Hadish. Die Segelmacher haben ihn aus einem Flüchtlingswohnheim in der Nähe geholt. Geschäftsführer Schwarck kennt nur den Vornamen des Mannes, vielleicht ist es auch der Nachname, genauso nebulös sind das Alter und der berufliche Werdegang seines afrikanischen Hilfsarbeiters. Er war wohl irgendwas in der Armee dort unten, glaubt Schwarck. Aber er ist guten Willens, lernt, und nächstes Jahr kriegt er, wenn es gut läuft, eine Lehrstelle.

"Schön Deutsch lernen", sagt die Kanzlerin.

Hadish nickt und geht ab.

Es ist ihre Flüchtlingspolitik als Zweipersonenstück.

Das Foto von der Belegschaft mit Kanzlerin macht Frau Chaperon, die Fotografin ihres Vertrauens. Die weiblichen Angestellten tragen Rosa, die Männer Weiß, dazwischen die Kanzlerin in Grün. Lächeln.

Angela Merkel sagt zum Geschäftsführer Schwarck: "Stell'n Se sich ma nich vor Ihre Auszubildenden."

Sie verteilt diese kleinen Backpfeifen gern, meist an Männer. Politiker, Journalisten, Drängler. Es ist nicht ihre Macht, es ist ihre Art. An ihrem ersten Tag als Generalsekretärin, noch im Bonner Adenauer-Haus, ließ sie die Herren, die mit gewetzten Messern an einem großen Tisch auf die Neue warteten, aufstehen und sich umsetzen. Als sie wieder saßen, war nix mehr wie vorher.

Sie geht durch die Fußgängerzone von Heiligenhafen in Richtung Bühne. Anglerfreunde. Eisesser. Selfies. Sie verspricht dies und das und wünscht einen schönen Urlaub. Schmeckt das Eis? Die Sonne, schön, nicht? Und wo kommen Sie her? Jemand aus dem Tross fragt von der Seite, ob die CDU-Kandidatin aus dem Nachbarwahlkreis mit auf die Bühne darf. Sie heiße Melanie Bernstein und wolle nicht reden, nur an der Seite stehen. Ein anderer, klassischer Blick der Merkel, leicht skeptisch, misstrauisch, als wollte man ihr eine faule Melone verkaufen.

Jan Philip Welchering/DER SPIEGEL

Der neue Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, der mit ihr durch die Sonne läuft, sieht aus, als hätte sie ihn bestellt, blond, dünn, gesund, jemand, der auch Regierungssprecher bei ihr hätte werden können. Die Männer in ihrer unmittelbaren Nähe sehen oft aus wie Gardeoffiziere. Oder wie Haremswächter.

"Kanzlerinnenwetter", ruft der neue Ministerpräsident. "Wir regieren jetzt seit zwei Wochen."

Angela Merkel blinzelt in die Sonne. Vielleicht rechnet sie nach, wie lange sie schon regiert. Es sind fast zwölf Jahre. Ein Ende ist nicht abzusehen. Es gab bei der letzten Wahl das Gerücht, sie würde in der Mitte ihrer Amtszeit aufhören, im engen Kreis um Merkel lacht man darüber. Komplett ausgedacht. Das würde überhaupt nicht zu ihr passen. Zu ihrer protestantischen Art. Jemand anderes sagt, sie habe schon vor der letzten Wahl darüber nachgedacht. Die schlimmsten Kanzlerjahre seien ja die ersten und die letzten. Zuerst hört keiner auf einen, weil man gerade erst da ist, zuletzt, weil man bald wieder weg ist. Aber das könne man der deutschen Öffentlichkeit nicht vermitteln. Kündigt man so was vorher an, gilt man als schlapp. Kündigt man es nicht an, gilt man als verlogen.

Im ARD-Sommerinterview wird die Bundeskanzlerin wieder gefragt, ob sie versprechen könne, die volle Amtszeit durchzuhalten.

Wir haben alle über unser Leben nur bedingt Verfügungsgewalt, sagt sie. Mit anderen Worten: Eigentlich kann ihr nur einer in die Quere kommen. Gott.

Die Leute aus ihrem Umfeld sagen, sie habe Ende vergangenen Jahres ernsthaft überlegt, ob sie noch mal antritt. Damals standen die Partei, das Land und die Welt in Flammen. Horst Seehofer stänkerte, die Briten stimmten gegen Europa, Trump gewann die Wahl in Amerika, die AfD hatte stabile zweistellige Umfragewerte. Die Bildredaktionen suchten entsprechende Fotos aus. Fotos, auf denen sie müde aussah, ratlos, Fotos, die nicht von Frau Chaperon gemacht wurden. "Tropfbilder", sagt jemand aus dem Kanzleramt. Die Leitartikler entdeckten wieder den Mehltau auf der deutschen Demokratie.

Wo ist die Kanzlerin?, fragten sie. Was macht sie? Wieso schweigt sie?

Wenn man ihrem Inner Circle trauen darf, dachte sie nach. Nicht so sehr über ihre Unersetzlichkeit, auch nicht über Großbritannien, Trump und Frauke Petry, sondern vielmehr über ihre Kraft.

Sie habe getestet, ob sie noch die Neugier habe, die Disziplin und auch die Vision für eine weitere Amtszeit. Sie wolle nicht als Wrack enden, politisch und gesundheitlich, und sie wolle nicht an einen Punkt gelangen, an dem es nur noch darum ginge, nicht mehr loszulassen. Sie wolle nicht die Welt retten, sagen ihre Vertrauten. Sie wolle kein Vakuum füllen. Sie glaube weder den Hypes der anderen noch ihren eigenen. Sie klebe nicht am Amt. Sie sei nicht an einem Porträt interessiert, nicht an einer großen Rede und auch nicht an einem Vermächtnis.

Es war immer ihr Traum, auf dem Höhepunkt aufzuhören, heißt es. Aber kann man den bestimmen? In so einer pragmatischen, vernünftigen Karriere? In so einer wilden Welt?

Sie hat das nicht mit ihren Mitarbeitern beraten, sagen die. Sie hat es mit sich ausgemacht und mit ihrem Mann, der als skurril gilt, aber als ehrlich und kompromisslos.

Dann hat sie entschieden weiterzumachen.

Es ist inzwischen schwer, sich jemand anderes vorzustellen, der ihr Land regiert. Wahrscheinlich sogar für sie selbst.

Es gab immer das Szenario: Ursula von der Leyen oder Thomas de Maizière folgen ihr. Und im Notfall macht's der Schäuble, für den Übergang. Aber mittlerweile ist Schäuble selbst für den Übergang zu alt, und die anderen beiden sind ramponiert. Volker Bouffier kann man sich nur schwer im Kreml vorstellen.

Ein ehemaliger Berater sagt: Man sehe natürlich aus wie eine Maus, wenn der Elefant im Raum stehe. Aber auch Angela Merkel habe als Maus angefangen.

Vor ein paar Wochen, beim Requiem für Helmut Kohl im Speyerer Dom, spürte man, wie lange das her ist. Es hätte eine letzte Ohrfeige der alten rheinischen Republik für die brandenburgische Protestantin sein können. Kohls Hauskirche, wo er schon als Junge mit der Mutter war. Admiräle, Generäle, Kardinäle und eine schwarze Witwe. Kein Leib Christi für die Kanzlerin, die in ihrem Leben noch nicht zur Beichte war.

Angela Merkel wirkte unbeeindruckt. Sie kam ganz zum Schluss. Ohne Ehemann, aber mit Bundestagspräsident Lammert. Sie saßen wie Tante Angela und Onkel Norbert im Dom, die entfernten Verwandten aus Berlin. Aus der Stadt.

Der Weihrauch waberte, man dachte an Fußballweltmeisterschaften in den Achtzigern, an Christmette als Kind und an Krieg. Draußen im Domgarten standen 800 Leute im Nieselregen und sahen die Übertragung des Requiems auf einer Videowand. Die Kamera strich gelegentlich über die Kirchbänke mit den Trauergästen, aber nur Angela Merkel schien einen direkt anzusehen. Unheimlich wie eine Person auf diesen historischen Ölgemälden, deren Blicke einen zu verfolgen scheinen. Vielleicht hat sie kein Interesse an einem Vermächtnis, aber sie hat ein untrügliches Gefühl dafür, wo die Kamera steht. Ihr ewiges Licht ist das Rotlicht.

Der Sarg des schwarzen Riesen rumpelte in die Nacht, Angela Merkel flog zurück nach Berlin. Ins Leben.

"Viele von Ihnen haben ja Urlaub jetzt", sagt die Kanzlerin zu den CDU-Hüten in Heiligenhafen. "Dann hat man ja Muße, sich Gedanken zu machen. Es geht darum, dass Sie nur alle vier Jahre die Chance haben zu sagen, was Ihnen ganz besonders wichtig ist. Als Deutsche."

Ihre Standardrede ist irgendetwas zwischen der Sendung mit der Maus und einer Massenhypnose. Es funktioniert gut, zusammen mit der Sonne. Die Leute schauen so beglückt, als säßen sie im Coldplay-Konzert.

"Sie entscheiden nicht etwas Fremdes, sondern etwas, was ihre nächsten vier Jahre entscheidend beeinflusst. Also fragen Sie sich: In welchem Deutschland möchte ich leben?"

Man wundert sich, dass die Menschen nicht rufen: in Ihrem, Frau Merkel. In deinem, Angela.

Erstaunlich, wie weit weg die Hasser jetzt sind. Die Leute, die mit verdrehten Augen brüllen: Merkel muss weg! Dasselbe Land, dasselbe Volk. Nur im Sommerurlaub.

Merkel redet über Digitalisierung. Bildung. Europa. Umwelt. Altenpflege. Ihre Leute sagen, dass die Bundeskanzlerin das Land auf die Zukunft vorbereiten will. Das sei ihre Vision. Deutschland durch eine sich rasant verändernde Welt zu steuern. Zwischen den wuselnden Asiaten und den ehrgeizigen Osteuropäern. Dann kommen die Themen, mit denen man Wahlen gewinnt: Soli. Steuern. Die zunehmende Kriminalität in den Städten. Und, als lokale Besonderheit: das pauschale Angelverbot.

Es gibt sechs Störer, friedfertige Störer, ältere Herrschaften mit selbst gemalten Schildern. Auf den Schildern steht B. Das heißt Beltretter, eine Initiative gegen eine Betontrasse in der Ostsee. Angela Merkel hat sie zwischen den CDU-Sommerhüten ausgemacht und erlaubt sich, am Ende ihrer Rede, einen kleinen Austausch. Sie erzählt irgendetwas von der schnellen Weiterleitung der Windenergie. Es hat nichts mit der Kritik der Leute zu tun. Als ein Mann mit wenigen, aber sehr langen grauen Haaren sie darauf aufmerksam macht, sagte sie: "So, jetzt ist aber gut. Jetzt hatten Se Ihre Chance. Wenn jeder so viel Zeit mit mir bekommen würde."

Lachen am Meer. Der Mann setzt sich wieder hin. Er trägt sein Protestschild jetzt wie einen Bauchladen. Sie sagt, dass sie gerade von der Nordsee komme, die ja auch schön sei, aber die Ostsee, die sei eben besonders schön. Nicken. Sie komme ja von der östlicheren Ostsee. Ihr Wahlkreis liege in Vorpommern, und da möchte sie den Leuten raten: "Fahr'n Se ma auf'n Darß und auf Rügen. Ich weiß, das sollte ich hier in Anwesenheit des Kurdirektors von Heiligenhafen nicht sagen, aber ich verspreche, dass ich morgen, in Zingst, auch Werbung für Heiligenhafen mache."

Der lokale Bundestagsabgeordnete, Ingo Gädechens, erinnert daran, dass die Kanzlerin in drei Tagen Geburtstag habe. Eine dritte Merkel-Geste: die Hände gefaltet, der Oberkörper eingedreht, die Lippen in Pfeifstellung, ein Auge zugekniffen. Ich? Geburtstag? Wirklich?

Gädechens: "Ich selbst habe in 16 Tagen Geburtstag, und ich habe einen Wunsch: dass Sie im September wieder zur Bundeskanzlerin gewählt werden."

Dann: gemeinsames Absingen der Hymne. Dann: Shantychor. Dann: weiterweiterweiter.

"Sie fährt sofort nach Kühlungsborn", murmelt der stellvertretende Pressesprecher der CDU.

Fährt? Sie fliegt doch, oder?

"Sagen wir so", sagt der Sprecher, vorsichtig, als hätte er bereits zu viel verraten: "Sie bewegt sich nach Kühlungsborn."

Auf der Autofahrt durch wunderschöne Küstenlandschaften kann man über die Vergeblichkeit seiner Unternehmung nachdenken, dem Phänomen Angela Merkel näherzukommen. Alles beschrieben, den Vater interviewt, die Klassenkameraden, die Lehrer, die enttäuschten Konkurrenten, die vermeintlichen Ziehväter. Männer, die nicht mehr reden, weil sie tot sind, weil sie um ihre Karriere fürchten oder weil sie gebeten wurden, still zu sein. Man könnte noch mal Lothar de Maizière besuchen, der einst ihr Chef war und Angela Merkels frühe Karrierejahre runterbeten kann wie einen Rosenkranz.

Sie können alle beschreiben, wie sie Tempo aufgenommen hat. Aber jetzt rollt sie ja.

Die Kurkonzert-Muschel in Kühlungsborn ist natürlich längst leer, da steht nur noch ein Referent aus der CDU-Geschäftsstelle Berlin im Abendrot und kommandiert sein Rückbaukommando. Der Referent ist eigentlich Anwalt, aber er liebt den Wahlkampf. Es ist sein fünfter Bundestagswahlkampf für die CDU. Er hat mit Edmund Stoiber angefangen und macht seitdem nur noch Merkel. Verändert habe sich vor allem die Technik, sagt er. Leichtere Boxen, LED-Lampen, weniger Kabel, weniger CO2-Ausstoß. Das Publikum ist dasselbe, vielleicht ein wenig jünger als früher. Es hieß ja immer, diese Großveranstaltungen seien out, aber das könne er nicht bestätigen. 2500 Leute waren da. Sie saßen in drei Zonen.

Ganz vorn die S1-Zone, da sitzen die geladenen CDU-Gäste, S2 sind die freundlichen Leute und hinten S3 normale Touristen, auch freundlich, im Urlaub sind ja eigentlich alle freundlich. Besser kann man es nicht sagen. S4 gibt es nicht. Da steht der Rest im Regen: Leute wie Sigmar Gabriel und die Anhänger der AfD.

Angela Merkel schläft in Berlin, obwohl ihre Ostseereise morgen früh in Zingst weitergeht. Ein Hotel hier oben sicher zu machen, das koste mehr als die Fliegerei, sagt der Referent.

Am nächsten Morgen taucht sie in der geputzten Fußgängerzone auf, als wäre sie nie weg gewesen. Nur die Jackenfarbe wechselt. Gelb. Die Sonne scheint immer noch. Urlauber jubeln ihr zu. Es ist ihr Wahlkreis. Lokale Politiker umspülen sie, manche kennt sie seit 30 Jahren. CDU-Hüte, CDU-Fotografen und die Kollegen vom CDU-Fernsehen, die man daran erkennt, dass CDU auf der Kamera steht und CDU auf dem Mikrofon.

Zwei Menschen vom Straßenrand rufen etwas.

Sie tragen bedruckte T-Shirts, die so aussehen, als hätten sie sie im nahen "Camp David"-Geschäft erstanden. Ein mittelaltes Paar, sehr braun gebrannt. Martina und Thomas Schultz aus Gremersdorf. Ein kleiner Ort in der Nähe von Grimmen, mitten im Wahlkreis von Angela Merkel.

"Frau Merkel, wir haben ein Geschenk für Sie", ruft Frau Schultz.

Die Bundeskanzlerin bleibt stehen, nimmt das Geschenk vorsichtig in die Hand, es ist ein Bernstein. Er leuchtet in der Sonne. Sie schaut ihn an, schaut die Leute an, bedankt sich, läuft weiter. Nach zehn Metern bleibt sie stehen. Sie läuft zurück zu dem Paar in den bedruckten Shirts. Der Pulk um sie schwirrt. Sie ist aus der Schiene gesprungen.

"Haben Sie den selber gefunden?", fragt die Kanzlerin.

"Ja", sagt Herr Schultz.

"Hier?"

"Nee, in Mukran. Er ist noch unbearbeitet."

"Ja", sagt die Kanzlerin.

Einen Augenblick lang scheint sie benommen. Es ist ein kostbarer Moment in dieser choreografierten Reise. Die Gesichter des Paares, die Größe des Bernsteins. Ihr Wahlkreis, ihre Menschen, ihr Leben. Sie muss das alles gleichzeitig erfassen. Sie wirkt so überrascht, als hätte sie den Bernstein gerade am Strand entdeckt.

Vincent Kokert, Landesvorsitzender der CDU, macht ein Foto mit dem Handy von Frau Schultz. Sie hält die Kanzlerin im Arm wie eine Freundin. Die Kanzlerin hält den Bernstein.

Es dauert alles nicht mal eine Minute, dann zieht sie das Protokoll in den Strom zurück, zusammen mit dem Bernstein. Sie geht weiter Richtung Meer, betritt die Bühne. Neben ihr sechs Männer. Sechs. Sie passen nicht alle mit an den CDU-Tresen. Sie stehen einfach nur rum in der Hoffnung, auf irgendein Bild zu kommen.

Angela Merkel fängt mit ihrer Hypnosenummer an. Sie erzählt von Elektroautos, vom niedrigen Durchschnittsalter in Mali, vom erstaunlichen Internet in Estland und davon, dass man nicht so oft ins Handy gucken soll. Sie vergisst, Werbung für das Ostseeheilbad Heiligenhafen zu machen. Stattdessen empfiehlt sie einen Besuch im Ozeaneum Stralsund. Liegt in ihrem Wahlkreis.

Das Ehepaar Schultz liegt zu dieser Zeit bereits am Strand.

Es ist ihnen nicht so wichtig, was Angela Merkel sagt, sie wählen sie sowieso. Sie haben sie von Anfang an gewählt. Es hat sich so ergeben.

Jan Philip Welchering/DER SPIEGEL

Als die Mauer fiel, hat ihnen ein westdeutscher Verwandter, Onkel Heinz aus Schwerte, empfohlen, die CDU zu wählen. Die kümmern sich um Arbeit, sagte Onkel Heinz, der in Schwerte bei einer Münzfabrik arbeitete. Sie haben also CDU gewählt, auch wenn es erst mal nichts brachte.

Thomas Schultz ist eigentlich Pumpenschlosser, seine Frau Chemiefacharbeiterin. Sie haben nach der Wende ihre Arbeit verloren. Sie hat, mit 45 Jahren, noch mal eine Ausbildung gemacht, jetzt ist sie Altenpflegerin im Krankenhaus Grimmen. Thomas Schultz hat in vielen verschiedenen Straßenbaufirmen gearbeitet. Er kann die Jahre aufzählen, in denen er Arbeit fand und wieder verlor. Im Augenblick fährt er einen Kipper für die Firma Papenburg.

Martina und Thomas haben sich 1981 auf dem Dorftanz kennengelernt, da war sie 16 und er 19. 1990 ist ihre Tochter geboren, Pauline, ein Wendekind. Er hätte gern noch ein paar mehr gehabt, ihr war es zu unsicher.

"Ich habe gesagt, eine kriegen wir durch", sagt sie.

Angela Merkel habe es aber auch nicht leicht gehabt, sagt Martina Schultz. Und die habe noch nicht mal ein Kind. Es habe sie besonders beeindruckt, wie sie sich in dieser Männerwelt durchgesetzt habe.

Thomas Schultz hat die Kanzlerin vor ein paar Jahren auf dem Parkplatz der "Stöberscheune" kennengelernt, das ist eine Art Erlebniscafé mit Trödelladen, das seine Schwägerin in Tribsees betreibt. Da feierte der Wolfhard Molkentin seinen 70. Geburtstag. Molkentin wiederum ist der CDU-Mann aus Grimmen, der Angela Merkel 1990 ihren Wahlkreis besorgte. Krause hatte sie empfohlen, Günther Krause, der erst für Helmut Kohl Klavier spielte, dann mit Schäuble den Einigungsvertrag aushandelte und später unter anderem über eine Putzfrau stolperte. Lange Geschichte. Jedenfalls hat Schultz zusammen mit seinem Schwager die Parkplätze der Festgesellschaft betreut. Im Anzug. Es war ein Riesenerlebnis. Er hat Angela Merkel die Autotür aufgemacht.

Er hätte das auch gern vorhin erzählt, aber dafür reichte die Zeit nicht.

Es ging alles so schnell. Sie haben den Bernstein einfach mitgenommen auf dem Weg nach Zingst. Sie sammeln alle möglichen Dinge, die die Ostsee anspült. Es ist ein Hobby. Sie haben zwei Wochen Urlaub und machen Tagesausflüge. Weil das Wetter schön ist, wollten sie an den Strand, es ist eine gute halbe Stunde mit dem Auto von ihrem Dorf. Und weil sie irgendwo gelesen hatten, dass Frau Merkel kommt, haben sie den Bernstein ausgesucht und sich an den Straßenrand gestellt. Es war ein Zufall. Sie mögen auch Gregor Gysi, die Frau Schwesig und den F.C. Hansa Rostock, sie mögen keine Windräder, weil nach Fukushima ein Windpark am Dorfrand wuchs, den sie nachts schrabben hören. Morgens werfen die 180 Meter hohen Räder Schatten in ihr Schlafzimmer. Sie verstehen nicht, warum die nordafrikanischen Flüchtlinge in Stralsund die teuersten Handys haben. Und sie mögen auch nicht die Drohungen der Bundesregierung in Richtung Türkei, weil sie im November da einen Urlaub gebucht haben.

Es gibt kaum einen Grund für sie, Merkel zu wählen. Aber sie können sich ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen.

"Es ist die Mischung", sagt Martina Schultz.

"Der Hintergrund", sagt ihr Mann.

Onkel Heinz und die Stöberscheune. Je länger man sich mit den beiden unterhält, desto mehr versteht man, wie unschlagbar die Kanzlerin ist.

"Ich glaub, sie hat sich richtig über den Bernstein gefreut", sagt Martina Schultz.

Am nächsten Tag gibt Angela Merkel der ARD ihr letztes Interview vorm Urlaub. Die Kollegen aus dem Hauptstadtstudio bieten an, sich die Aufzeichnung des Gesprächs in einem Konferenzraum anzusehen. Im Konferenzraum sitzt ein Dutzend Journalisten. Vorn ist eine Leinwand, auf der man drei leere Stühle sieht. Die Stühle sind rot. Ab und zu kommt ein Techniker und ruckelt an einem Stuhl herum. Dann geht das Licht kurz aus, und als es wieder angeht, sitzen drei Menschen auf den Stühlen. Zwei ARD-Journalisten und Angela Merkel. Das Interview dauert knapp 20 Minuten. An einer Stelle sagt Angela Merkel, es sei doch schön, dass jetzt auch Martin Schulz einer Meinung mit ihr sei.

Dann verlischt das Bild, Angela Merkel verschwindet dort draußen im Berliner Regen. Zwei Minuten später kommt eine Redakteurin und sagt, die Zitate seien jetzt freigegeben. Das Interview wird in einer Dreiviertelstunde im Ersten Deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Das ist unser Vorsprung. Eine vermeintliche Nähe.

Vor ein paar Tagen stand ich mit Journalisten aus aller Welt hinter einer Absperrung im Berliner Zoo und beobachtete, wie die Kanzlerin mit einer Gruppe Kinder und dem chinesischen Staatspräsidenten im Pandagehege verschwand. Aus dem Off sagte eine Stimme zu den anwesenden Journalisten: Bitte haben Sie Verständnis, dass Sie nicht beim Rundgang dabei sein können. Weil alle so scheu sind. Die Bären, die Kanzlerin und der chinesische Präsident sowieso.

Vorher hatte die Kanzlerin die Namen der Pandabären aufgesagt, die aus ihrem Mund klangen wie zwei Nudelgerichte aus dem Asia-Imbiss Templin, sie hatte Alter und Gewicht genannt und dann den bemerkenswerten Satz folgen lassen: "So, jetzt wissen Sie alles."

Die Fotografen beratschlagen die letzte offene Frage. Wie sollen sie die Jackenfarbe der Kanzlerin nennen?

Mintfarben?

Im Frühjahr 2000 habe ich das erste längere Interview mit Angela Merkel geführt. Sie war gerade Parteivorsitzende geworden, ich SPIEGEL-Reporter in New York. Ich flog als Ostdeutscher nach Berlin, um das Phänomen der erfolgreichsten ostdeutschen Politikerin zu erklären. Wir saßen in einem Raum in Mitte. Merkel fragte, wie Amerika sei. Sie fragte, was Spendenaffäre auf Englisch heiße, und ich erzählte, um ein bisschen Nähe herzustellen. Irgendwann stand sie auf und sagte: "So, jetzt ist Ihre Zeit vorbei, und Sie haben nur über sich geredet. Herzlichen Glückwunsch."

Dann ging sie zusammen mit ihrer Pressesprecherin Eva Christiansen kichernd weg und ließ mich zurück wie einen überfahrenen Hund.

Ich habe das immer als Witz erzählt, aber in den vergangenen Wochen hatte ich den Eindruck, es ist gar nicht so komisch. Nach dem Sommerinterview in der ARD beantwortet Peter Altmaier, Kanzleramtsminister, Facebook-Fragen, die Bürger eigentlich an die Kanzlerin haben.

Michi fragt: Was bedeutet es für Sie, wenn die Bundeskanzlerin in die SPD geht?

Altmaier sagt: Dann sollte ich vielleicht mitgehen.

Angela Merkel hat die Alternativlosigkeit zu einer Regierungsform gemacht, mit der sie die Partei, den Koalitionspartner, die Konkurrenz, die Presse und das Land befriedet. Sommerreise, Sommerinterview, Sommerpause. Wagner, Wandern, Wahlsieg. Ihr letztes großes Zeitungsinterview stand in der "Zeit" und las sich wie eine Regierungserklärung. Künstler stellen sich vors Kanzleramt, um Blumen abzugeben, weil sie so glücklich sind mit der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin. Darunter Volker Schlöndorff, der Mann, der einen Oscar für Deutschland holte. Es sind nicht nur Ingo Gädechens und das Ehepaar Schultz, die sich wünschen, sie werde wieder gewinnen. Man hat den Eindruck, sie vertritt uns gut. Zwischen diesen wild gewordenen Männern wirkt sie wie die Weltvernunft.

Man sieht keine Alternativen.

Aber möchte man wirklich von den Gefühlen einer unergründlichen Frau abhängig sein?

Am Tag nach dem Berliner Jahrhundertregen stimmt sie im Bundestag gegen die Schwulenehe. Am Abend zuvor war sie mit Bianca Jagger und Frauen zusammengetroffen, die in Kriegen sexuell missbraucht wurden. Die Moderatorin hatte sie als beliebteste Frau der Welt neben Aretha Franklin und Adele vorgestellt. Anschließend war sie gut gelaunt durch den Regen zu den Limousinen gehüpft, die vor dem Reichstag warteten. Jetzt aber sieht sie so verquollen aus, als hätte sie die ganze Nacht nicht geschlafen. Sie versucht, ihre Entscheidung zu erklären. Man versteht nicht, was sie sagt, auch weil man nicht versteht, warum sie es sagt. Es ist eine so unpopuläre Entscheidung, dass sie schon fast wieder für sie spricht. Die Grünen und die Sozialdemokraten stecken Kerzen auf die Regenbogentorte. Der Berliner Regen rauscht.

Sie sieht so traurig und verloren aus wie der Schlagzeuger von Trio.

Da Da Da. Ich lieb dich nicht, du liebst mich nicht.

Man schaut sie an und versucht, ihre Undurchdringlichkeit zu bezwingen, wie man es nur bei Diven macht, Diktatoren, Sphinxen und Königinnen.

Je näher man Angela Merkel kommt, desto luftdichter wird ihre Welt. Es ist kein Zufall, dass das Kanzleramt an einen Bunker erinnert. Unten holt mich ein junger Mitarbeiter ab. Auf dem Weg zum Fahrstuhl kommen uns drei Männer in Campinghemden entgegen. Einer redet über einen Kühlschrank, der bis oben hin mit Bier gefüllt ist.

Der junge Mitarbeiter blinzelt nervös und sagt zu mir: "Das war jetzt aber eher ein privates Gespräch."

Er gibt mich bei Eva Christiansen ab, die Angela Merkel seit fast 20 Jahren begleitet. Wie Bürochefin Beate Baumann gehört sie zum allerengsten Kreis. Wir reden über die Zukunft, auch über das, was Angela Merkel macht, wenn sie nicht mehr Bundeskanzlerin ist. Es gibt Leute, die sagen, sie würde eine Wohltätigkeitsorganisation übernehmen, irgendeine Stiftung für Kinder oder Frauen. Andere sagen, sie würde eher ein Start-up gründen, eine Idee umsetzen. Keiner glaubt daran, dass sie ein repräsentatives Amt übernimmt. Das Steinmeiersche liegt ihr nicht. Sie will nicht wichtiger erscheinen, als sie ist. Eher im Gegenteil.

Mitten im Gespräch mit Frau Christiansen geht plötzlich der Fernseher an, und Martin Schulz erscheint. Er hält eine Rede.

"Der Martin."

Sie lacht und schaltet den Konkurrenten aus. Auf dem Tisch die Kaffeetassen, auf denen das Motto der CDU steht: "GUT LEBEN IN DEUTSCHLAND". Man kommt sich vor, als wäre man Teil einer Installation.

Ein Gefühl, das einen nicht verlässt, wenn man Regierungssprecher Seibert besucht. Steffen Seibert ist ein freundlicher, kluger Mann, der sich in den Dienst einer Sache gestellt hat, die er für wichtiger hält als das "heute-journal", von dem er kommt. Das ist aller Ehren wert. Und doch hat man das Gefühl, er sei verkabelt, wenn man mit ihm spricht. Er will nicht über die Kanzlerin reden, auch nicht über sich, aber nicht mal diesen Umstand darf man in Worte fassen. Unser Gespräch dauert eine Stunde, es hat nie stattgefunden. Ich kann sagen, dass er ein paar sehr schöne Gemälde in seinem Raum hat und eine Weltkarte, in der er mit Stecknadeln all die Länder markiert hat, in denen er bisher war.

Zuletzt schreibt er immerhin eine Frage auf, die ich an die Kanzlerin habe. Was macht sie mit dem Stück Bernstein, das sie in Zingst geschenkt bekam?

Dann fahre ich wieder an die Küste und lasse mir von Thomas Schultz zeigen, wo er im März den Bernstein gefunden hat. Es ist eine kleine versteckte Bucht neben dem Fährhafen Mukran, kaum jemand findet den Weg hierher. Schultz stochert mit einem Stock im Schlick, den der Wind ans Ufer treibt. Aber er findet nichts. Bernsteinsaison sind der Herbst und das Frühjahr, die Zeit der Stürme. Angela Merkels Bernstein hat er im März gefunden, er habe ganz frei gelegen und sei noch feucht gewesen, sagt Schultz. Er habe sich den Bernstein schnell gegriffen, denn mit der nächsten Welle wäre er wieder weg gewesen.

Das Telefon summt, es ist Post vom Regierungssprecher.

Er schreibt: "Die Bundeskanzlerin hat das Stück Bernstein aufbewahrt, und es liegt auf einem Tisch."

Auf einem Tisch.

Letzte Frage an Steffen Seibert: Ich will nicht indiskret sein, aber wissen Sie, wo der Tisch steht? In etwa?

Schweigen. Stille. In den nächsten Tagen schaue ich ab und zu in den Eingangskasten meines Mailfachs. Aber da liegt nichts. Die Kanzlerin hat alles gesagt. Angela Merkel bewegt sich nicht mehr. Eine Frau in Bernstein. Sie hat ein untrügliches Gefühl dafür, wo die Kamera steht. Ihr ewiges Licht ist das Rotlicht.

Mitten im Gespräch geht plötzlich der Fernseher an, und Martin Schulz erscheint. "Der Martin."



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Seite 1
braindead0815 04.08.2017
1. sie weiß einfach
das mit jedem wort das sie spricht ihre umfrage-werte fallen. also sitzt sie ihre macht aus und genießt die kritiken am gegner schulz und profitiert von seinem verbalen versuch, beim wähler zu "trumpen" sie mit einer diva, prinzessin o.ä. zu vergleichen ist ja eigentlich schon peinlich. sollte dies die wahrnehmung im volk oder gar der realität entsprechen, sollte man wirklich den zustand unserer demokratie hinterfragen. sucht das volk einen messias ? ist die demokratie tot? versuchen die medien mitzuhelfen (es wird ja brutale cdu wahlkampagne von allen betrieben) letzte demokratische strukturen zu zerstören ? für was steht merkel ? das letzte das mir in den sinn kommt ist demokratie und den damit verbundenen pflichten eines kanzlers. macht der macht willen. eine kanzlerschaft sollte auf max. 2 amtszeiten begrenzt werden. auch als motivation für den amtsinhaber konstruktiv politik zu betreiben und nicht nur darauf bedacht zu sein, macht zu erhalten.
testuser2 04.08.2017
2. Sie braucht nichts zu sagen, dann gewinnt sie
Sie hat immer erst dann etwas gesagt und getan, wenn klar war, wohin die öffentliche Meinung gekippt war. Beim Thema Diesel-Gate ist sie untergetaucht und lässt wie immer ihre Soldaten vorne agieren, damit nicht sie damit in Verbindung gebracht wird. Die Wähler honorieren die Puppenspielerin im Hintergrund. Zunehmende Intelligenz des Wähler ist gefragt, doch woher ?
Newspeak 04.08.2017
3. ...
Zitat von braindead0815das mit jedem wort das sie spricht ihre umfrage-werte fallen. also sitzt sie ihre macht aus und genießt die kritiken am gegner schulz und profitiert von seinem verbalen versuch, beim wähler zu "trumpen" sie mit einer diva, prinzessin o.ä. zu vergleichen ist ja eigentlich schon peinlich. sollte dies die wahrnehmung im volk oder gar der realität entsprechen, sollte man wirklich den zustand unserer demokratie hinterfragen. sucht das volk einen messias ? ist die demokratie tot? versuchen die medien mitzuhelfen (es wird ja brutale cdu wahlkampagne von allen betrieben) letzte demokratische strukturen zu zerstören ? für was steht merkel ? das letzte das mir in den sinn kommt ist demokratie und den damit verbundenen pflichten eines kanzlers. macht der macht willen. eine kanzlerschaft sollte auf max. 2 amtszeiten begrenzt werden. auch als motivation für den amtsinhaber konstruktiv politik zu betreiben und nicht nur darauf bedacht zu sein, macht zu erhalten.
Eine reicht auch. In der gesamten Geschichte der Menschheit gibt es vielleicht ein dutzend Faelle, wo die zweite Amtszeit die erste uebertraf. Was man in vier Jahren nicht machen will, wenn man die Chancen dazu hat, macht man auch danach nicht.
jumbing 04.08.2017
4.
Die Sonnenkönigin kann nur deswegen so hell strahlen, weil sie sicher sein kann, daß der weitaus überwiegende Teil der Medien mittlerweile mit merkelhörigen Vasallen besetzt ist. Der Michel ist von deren (angeblichem) Glanz so geblendet, daß er nicht mehr wahrnimmt, daß diese Kanzlerin absolut NICHTS an Erfolgen vorzuweisen hat und es diesem Land nicht wegen , sondern trotz Merkel, momentan einigermaßen gut geht. Aber es wird sich zeigen, daß durch Nichtstun die Probleme nur vertagt werden und um so drastischer in naher Zukunft in Erscheinung treten werden.
PresseMacht 04.08.2017
5. oooch bedauernswerter Spiegel Redakteur
"Die Zeiten sind vorbei. Man holt sie nicht ein. Sie ist immer schon da. In Heiligenhafen, einem Ostseeheilbad in Schleswig-Holstein, betritt sie eine kleine Firma, die in Hafennähe Segel herstellt. Sie sieht einen verschwitzt eintreffen, während sie bereits Hände schüttelt." Bei mir kommt es so an, als würde das kompetente Spiegel Magazin sich immer mehr mit "Erscheinungen" statt um Fakten kümmern; will sagen offensichtlich ist man parteiisch fast wie das (andere) Volks-Bilder-Blatt. Entschuldigung für den Vergleich, es kommt so rüber!
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