AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 14/2018

Bergkarabach Wenn Frauen die Macht übernehmen

Die kleine, abtrünnige Region im Kaukasus ist zutiefst patriarchalisch. Aber hier lässt sich beobachten, was passiert, wenn man Frauen einfach den Zugang zur Macht ermöglicht.

Polizistinnen in der Hauptstadt Stepanakert: Keine ist erklärte Feministin
Karl Mancini

Polizistinnen in der Hauptstadt Stepanakert: Keine ist erklärte Feministin

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Eine Frau steht in einem Keller im Kaukasus. Anfang vierzig ist sie, sie trägt Jeans und das schwarze Haar offen. Sie zeigt in die Ecke, in der sie als Jugendliche mit ihrer Familie kauerte. Zeigt zur Treppe, wo sich eine Granate in den Körper ihres Bruder bohrte. Zeigt auf die Kiste, aus der sie die Kalaschnikow hievte, jedes Mal, wenn ihr Vater an die Front zog.

Die Frau, die durch den Keller führt, der Vorratskammer war, dann Bombenkeller, heute schmerzhafte Erinnerung, ist Armine Alexanjan, Nummer zwei im Außenministerin von Bergkarabach. Eine Frau mit Macht, stolz und geschieden.

Dank einer historischen Chance ist sie in eine Position gekommen, die man ihr sonst nie zugestanden hätte. Nicht hier, in dieser Machorepublik, wo Männer bis heute an den Waffen stehen, Grenzverläufe sichern und Befehle bellen. Wo bis vor zwei Generationen Frauen ihren Mund mit Tüchern verhüllten und selbst 70 Jahre Sowjetherrschaft das traditionelle Rollenverhältnis nur unerheblich verbesserten. Wo noch heute der Pfarrer den Bräutigam beim Ehegelöbnis fragt: "Sprichst du in ihrem Namen?" und die Braut "Wirst du gehorsam sein?"

Die abtrünnige Republik Bergkarabach, die völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehört, ist von Krieg und Armut gezeichnet und streng patriarchalisch - trotzdem sind es Frauen, die hier seit rund zwei Jahrzehnten die Macht erobern. Sie erklimmen Führungspositionen, übernehmen Ministerien, leiten die Universität, den Obersten Gerichtshof, Polizeieinheiten. Füllen Lücken, die Männer hinterlassen haben, weil Männer gefallen sind oder kriegsverletzt oder abgehauen nach Russland, als es dort für sie Arbeit gab.

Von 150.000 Einwohnern in dieser winzigen Region zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer, die nur viermal so groß ist wie das Saarland, stehen 45.000 Männer an den Waffen, aktiv und als Reservesoldaten. Propagandaplakate und "Achtung, Feind hört mit"-Schilder hängen an den Fassaden, Grundschulkinder haben Waffenkunde, ein Fernsehsender zeigt unaufhörlich Militärparaden.

All das richtet sich gegen den Nachbarn Aserbaidschan. Mit dem ist Bergkarabach bis aufs Blut verfeindet, seitdem es sich 1991 für unabhängig erklärte und ein Krieg ausbrach, der bis heute schwelt. Fast 40.000 Tote und mehr als eine Million Vertriebene gab es auf beiden Seiten.

Und so kam es in Bergkarabach als Folge des Krieges zu einem Laborversuch: Hier lässt sich beobachten, was passiert, wenn man Frauen einfach machen lässt und ihnen den Zugang zur Macht ermöglicht. Keine von ihnen hat sich dieses Schicksal ausgesucht. Keine ist erklärte Feministin, mit MeToo-Debatten oder Genderfragen haben sie so wenig am Hut, wie es deutsche Trümmerfrauen nach dem Zweiten Weltkrieg hatten.

Was aber machen die Frauen aus dieser einmaligen Chance, was können andere Frauen von ihnen lernen?

Ministerin Alexanjan: Nach außen müssen die Rollen gewahrt werden
Karl Mancini / DER SPIEGEL

Ministerin Alexanjan: Nach außen müssen die Rollen gewahrt werden

Alexanjan führt aus dem Keller hinauf in die Wohnung ihrer Eltern, in der Küche spielt ihre Mutter Karten mit anderen Damen um die siebzig, Goldzähne, bonbonfarbene Morgenmäntel am späten Nachmittag, schwarze Augenbrauen wie die von Charles Aznavour. Es gibt Maulbeermarmelade, eingelegte Gurken, sie erzählen von Männern, die ihnen abhandenkamen durch Untreue oder Krieg. Alle haben jemanden verloren, aber verbittert hat sie das nicht. Es fließen Tränen, es fließt der gute Ararat-Weinbrand, und bald wird klar, dass Frauen hier lustiger erzählen als Männer. Der einzige Mann in der Runde, Alexanjans Vater, hat sich längst zu seinen Kühen vors Haus geschlichen.

In Stepanakert, der Hauptstadt, hat Alexanjan ein Büro im ersten Stock des Außenministeriums, ein kleines Haus zwischen heruntergekommenen Plattenbauten. Über ihrem Schreibtisch hängt das Foto eines Esels.

"Willensstark und starrköpfig", sagt Alexanjan, so sei sie selbst. Diese Charaktereigenschaften würden ihr helfen, für ihr Lebensziel zu kämpfen: das Recht auf Selbstbestimmung und internationale Anerkennung. Bisher ist Bergkarabach international nicht anerkannt, nicht mal von der Schutzmacht Armenien - es ist quasi eine armenische Exklave auf dem Gebiet Aserbaidschans.

Alexanjan muss diesen De-facto-Staat repräsentieren, kein leichter Job, sie absolviert ihn mit eiserner Disziplin, trotz Rückschlägen und Isolation. Wenn jemand erklären kann, wie sich Frauen behaupten in einer Gesellschaft, in der es heißt, "Frauen sind zwar fleißig, aber das Hirn der Männer ist größer", dann sie. Sie sagt, es funktioniere mit diplomatischem Geschick, sie nennt es "Paradiplomatie".

Richterinnen am Obersten Gerichtshof: Die Zahl der Frauen in leitender Position ist um 300 Prozent gestiegen
Karl Mancini

Richterinnen am Obersten Gerichtshof: Die Zahl der Frauen in leitender Position ist um 300 Prozent gestiegen

Frauen in Bergkarabach behaupten sich behutsam, taktisch klug. Etwa wenn die stellvertretende Außenministerin Besuchern ihr schwieriges Land erklärt, wenn sie im Hintergrund Strippen zieht, nach außen aber dem Minister, ihrem Chef, den Vortritt lässt, sodass er die Lorbeeren erntet.

Männer, das weiß Alexanjan, das wissen alle Frauen hier, müssen mit Sanftmut überzeugt werden, dürfen nicht das Gefühl haben, überholt oder beiseitegedrängt zu werden. Wichtig dabei: Nach außen müssen die Rollen gewahrt werden. Wie es auch auf den Straßen von Stepanakert zu sehen ist - dort sind Frauen Anhängsel, sie donnern sich auf wie die Kardashian-Schwestern, stolzieren in kniehohen Stiefeln unter kurzen Röcken am Arm ihrer Männer, die kantige Pelzmützen tragen.

Als Anhängsel taugt Alexanjan wenig, dazu ist sie zu selbstbewusst. Ihr Mann war eifersüchtig, sie warf ihn raus und erzieht seither ihre Kinder allein. Viele Frauen in Bergkarabach haben eigene Karrieren und ein unabhängiges Leben - aber sie reiben das ihren Männern nicht ständig unter die Nase. So herrscht, wenn schon nicht im Land, zumindest zwischen den Geschlechtern und in den Familien: Frieden.

Narine Agabaljan ist eine dieser Frauen, Hosenanzug, praktisches Kurzhaar, 50 Jahre alt. Sie war Bergkarabachs erste Kulturministerin mit einem Stab, der zu 80 Prozent aus Frauen bestand, jetzt ist sie Bildungsministerin. Sie empfängt in einem eiskalten Büro mit ernstem Gesicht unter einer Fahne von Bergkarabach. Sie sagt von sich, der Krieg habe sie stark gemacht. Mit 23 Jahren saß sie als Soldatin im Schützengraben, ihr Mann starb an der Front, zwei Monate später brachte sie einen Sohn zur Welt. Sie nannte ihn Edmon nach dem Vater. Wenn sie ein Mann gewesen wäre, hätte sie in dieser Zeit mit dem Trinken angefangen.

Narine Agabaljan aber kämpfte sich zurück ins Leben. Als TV-Journalistin berichtete sie über feindliche Linien, Verluste, Pogrome und war es bald leid. Suchte nach neuen Wegen, stieg ein in die Politik, wurde Kulturministerin, gab Geld aus für die Renovierung von Moscheen, nicht für Waffen. Kommt bis heute ohne Mann zurecht. Was unterscheidet sie von ihren männlichen Ministerkollegen?

"Zwei Dinge", sagt die Ministerin und lächelt immer noch nicht. "Erstens: flexibel bleiben, nicht klammern an Posten und Machterhalt." Zweitens führe sie ihr Ministerium wie eine Familie. Heißt: "Zuhören, ausreden lassen. Keine Ellenbogen, kein Prahlen mit Heldentaten, jeden Tag Kompromisse."

Gebirgslandschaft nördlich der Hauptstadt
Karl Mancini / DER SPIEGEL

Gebirgslandschaft nördlich der Hauptstadt

Welche Bevormundungen oder Zudringlichkeiten durch männliche Kollegen oder Mitbürger Frauen trotz weiblicher Führung zu erdulden haben, darüber sprechen hier weder Frauen noch Männer.

"Gewalt gegen Frauen kennen wir nicht", sagt die Bildungsministerin. Ihr falle kein Land der Erde ein, welches sicherer wäre für Frauen. Warum, wegen der vielen Soldaten, der Sicherheitsleute? "Weil wir so wenige sind", sagt die Ministerin, und das sagen fast alle Frauen, denen man in Bergkarabach begegnet. Weil jede jede kenne und kein Mann sich einen Skandal erlauben könne.

Knapp zwei Kilometer vom Ministerium entfernt lehrt und rechnet Manusch Minasjan, dunkler Pagenkopf, warme Stimme. Minasjan ist die erste Rektorin der staatlichen Universität. Zahlen hat sie stets als Herausforderung begriffen, nicht als Männerkram. Sie studierte Statistik, leitete die Finanzbehörde, sagt: "Unser Land bietet ungeheure Chancen für Frauen."

Sie führt über lange Flure, stößt Türen auf. "Schauen Sie, die Lehrsäle sind voller Mädchen." Kramt in Statistiken, tippt die Zahlen zur Überprüfung in einen Taschenrechner. "Von allen Frauen im erwerbsfähigen Alter arbeiten knapp 90 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Frauen in leitender Position bei uns um 300 Prozent gestiegen. Im öffentlichen Dienst um 60 Prozent. Was sagen Sie nun?"

Sind Frauen die besseren Chefs, gehen sie anders um mit der Macht? Sie habe oft darüber nachgedacht, sagt die Rektorin. "Frauen sind flexibler und zuverlässiger - vor allem aber sind sie besser ausgebildet." Weil Mädchen keinen Wehrdienst leisten müssten, konzentrierten sie sich aufs Studium, das qualifiziere sie für bessere Jobs. "Und sie sind klug genug", sagt auch diese Frau, "das nicht raushängen zu lassen vor ihren Männern."

Sind Frauen pazifistischer als Männer? Nein, antwortet die Rektorin, als wäre es eine Schande. Neulich, sagt sie, sei der Verteidigungsminister an der Universität gewesen, die Studentinnen hätten ihn gefragt, warum nicht auch für sie die Wehrpflicht gelte. Frauen gehörten daheim an den Herd, habe der Minister gesagt, die Studentinnen waren verärgert. "Ich persönlich denke", so die Rektorin, "sie sollten in die Armee gehen können, wenn sie wollen." Sie würden, das sagen fast alle Frauen in Bergkarabach, im Notfall ihr Land auch mit Waffen verteidigen.

Wie sehr der Dauerkrieg einerseits eine Chance für Frauen ist - andererseits aber auch eine Katastrophe, die ganze Familien zerreißt, offenbart sich außerhalb der Hauptstadt. Je weiter man nach Norden kommt, desto öfter sieht man mannstiefe Schützengräben, befestigt mit Holzplanken oder zugeschüttet und ein paar Meter weiter erneut ausgehoben. Es ist ein Geschacher um wenige Meter, die man dem Feind abgetrotzt hat, es wirkt wie das Vor und Zurück in einem Schachspiel, das keinen Sieger kennt.

Schülerinnen eines Militärgymnasiums
Karl Mancini / DER SPIEGEL

Schülerinnen eines Militärgymnasiums

In Talysch, einem Grenzort am Fuße grüner Hügel, stehen sich die feindlichen Truppen gegenüber, junge Männer mit Milchbart, auf Brusthöhe ihrer Uniform ist ihre Blutgruppe eingestickt. Talysch ist ein Trümmerfeld, jedes Haus versehrt, Bombenkrater im Garten. Fast jede Nacht, sagen sie, donnert drüben die Artillerie. Es ist ein Dorf der Männer, sie baggern die Trümmer weg, bauen die alte Festhalle wieder auf, trinken Wodka dazu aus Limonadenflaschen. Ihre Frauen hausen eine Stunde entfernt in weißen Containern mit Bollerofen und schicken ihre Kinder in eine provisorisch aufgebaute Schule, wo sie Unterricht in Waffenkunde bekommen, fünf Stunden pro Woche.

Aber es gibt auch Orte, in denen Hoffnung gedeiht wie eine zarte Pflanze, mit Menschen darin, die weniger verstrickt sind in diesen ewigen Konflikt zwischen Christen und Muslimen im Kaukasus. Menschen wie Nana, 27, dunkle Locken, wache Augen, neugierig auf alles Fremde. Nana ist Politikwissenschaftlerin, ihr Job ist es, die Lehranstalten Bergkarabachs in die Moderne zu führen, ausländische Dozenten herzulocken, Austauschprogramme zu organisieren. Sie hat in Armenien studiert, hatte dort eine Karriere vor sich und kehrte zurück, "weil man mich hier dringender braucht". Wenn Nana das Sprichwort hört, das hier jeder kennt: "Frauen sind das Rückgrat, darauf sitzt der Kopf, der ist männlich", wird sie wütend.

Gewiss, auch Nana zieht an Feiertagen mit der Flagge von Bergkarabach durch die Straßen, steht stramm, wenn mit Orden behängte Veteranen rote Nelken auf Kriegsgräber legen. Aber sie weiß, dass ihr Vaterland keine Zukunft hat, wenn es weiter in der Vergangenheit verharrt. Sie führt auf die Hauptstraße von Stepanakert, wo Soldaten flanieren, Mädchen am Arm.

"Hier irgendwo", sagt sie und zeigt auf die Häuserfassaden, "werde ich eines Tages arbeiten: in einem Büro der Vereinten Nationen, das es heute noch nicht gibt, als Politikberaterin, als Vermittlerin zwischen den Welten."

Nana glaubt fest daran, dass sie irgendwann ein freies Leben lebt, unabhängig von Kriegen und Männern. Kinder? Natürlich wolle sie auch Kinder. Kinder haben hier fast alle Frauen, wenn nicht, empfinden sie es als großes Unglück. Sie haben Kinder, weil das Land Nachwuchs braucht, für den Fortbestand und weitere Kriege. Vor allem aber, weil sie Kinder lieben.

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Mit Nana wächst eine neue Generation heran, die einen Schritt weiter ist als die Frauen wie die Bildungs- und die Vize-Außenministerin. Ihre Vorstellungen von einem friedlichen Bergkarabach gehen über eine Lösung des Konflikts mit Aserbaidschan hinaus. Diese Frauen haben den Krieg in den Neunzigerjahren nicht erlebt, der Viertagekrieg im April 2016 war für sie nur ein kurzer, böser Traum. Sie denken weniger in Opfer-und-Täter-Kategorien und machen kaum noch einen Unterschied zwischen Männern und Frauen.

So wie die jungen Menschen abends im Bardak, einer Garage in Stepanakert, jetzt ein Klub, wo im Schummerlicht junge Bergkarabacher flirten, rauchen, Wodka kippen und zu "Another Brick In The Wall" tanzen und im Leben nicht daran denken zu dienen, zu leiden, zu sterben aus Hass. Aber noch ist es nicht so weit, noch ist dieses Land eine verbarrikadierte Insel und nur durch einen Korridor mit Armenien verbunden, durch den zweimal täglich Kleinbusse mit Menschen und Waren holpern. Nicht weit von hier stehen sechs Frauen an einem schneebedeckten Hang, keine von ihnen spricht von Politik.

Das Frauenteam spürt den Feind auf und macht ihn unschädlich. Dieser Feind verschanzt sich nicht im Schützengraben, er liegt bereits am Boden, ein paar Zentimeter tief in frostiger Erde. Die Frauen sind Minenentschärferinnen, im Auftrag der US-Hilfsorganisation Halo räumen sie den Dreck der Kriege weg. Sie machen Männerarbeit, und sie machen sie gut.

Warditer, 38, trägt grünen Nagellack, derbes Schuhwerk. Wie in Zeitlupe schwingt sie den Detektor, bis er Alarm schlägt, greift zur Trillerpfeife, um die anderen zu warnen, zieht ihr Visier vors Gesicht, gräbt behutsam, bis die Mine freigelegt ist und entschärft werden kann.

"Es ist wie Staubsaugen", sagt Warditer, ihr Mann sei überhaupt nicht begeistert gewesen, aber: "Ich liebe meinen Job. Zu Hause muss ich wirklich staubsaugen, hasse es und sehne mich zurück zu den Minen."

Bisher ist jeder zehnte der 400 Räumer weiblich. Im Sommer, wenn der Boden weich ist, sollen es doppelt so viele sein. Ihr kleines Land voller Waffen braucht sie dringend: Bergkarabach hat eine der höchsten Konzentrationen an Landminen und Streubomben weltweit.

"Ich will diese Hölle nie wieder erleben", sagt Warditer, die danebenstand, als ihr Onkel auf eine Mine trat und zerfetzt wurde. "Meine Arbeit", sagt sie und fasst sich an ihr Herz, "wird nicht umsonst gewesen sein."

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