AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 24/2017

Sicherheit So rüsten sich Städte gegen den Terror

Leicht auszuführende Anschläge mit Autos sind die neue Strategie der Terroristen. Die bisherigen Einsatzpläne taugen nicht mehr. Städte wie Berlin werden zur Festung umgebaut - mit Straßensperren, Gesichtserkennung, Panzerglas.

Poller in Berlin
Paul Langrock / Zenit / laif

Poller in Berlin

Von , , und


Im Flur vor dem Amtszimmer des Berliner Innensenators Andreas Geisel (SPD) ist die Zeit stehen geblieben. In Glasvitrinen erfahren die Besucher, was die Aufgaben des Senators sind und wie er sich um die Sicherheit der Berliner kümmert. In angegilbten Broschüren können sie lernen, was in einem Katastrophenfall zu tun ist: wie man sich einen Lebensmittelvorrat anschafft und warum jeder ein Radio mit Kurbelbetrieb zu Hause haben sollte.

Titelbild
Dieser Artikel ist aus dem SPIEGEL
Heft 24/2017
Wie Paare friedlich auseinandergehen

Der "Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen" im neonorangefarbenen Umschlag beschreibt das Szenario einer Naturkatastrophe: "Wissen Sie, wie abhängig Sie von Strom, Gas, Öl oder Fernwärme sind? Was passiert, wenn alles ausfällt?"

Was passiert, wenn alles ausfällt? Diese Frage haben Experten in Geisels Verwaltung nun noch einmal neu beantwortet. Dabei hatten sie kein Erdbeben, kein Unwetter mit dramatischen Blitzeinschlägen vor Augen - sondern eine Terrorwelle mit vielen Bombenanschlägen oder eine Cyberattacke, die alle wichtigen Systeme in der Hauptstadt lahmlegt. Unter den bald vier Millionen Berlinern, so lautete das Ergebnis der Experten, würde innerhalb einer Woche herrschen, was in Deutschland als ausgemerzt galt: Hunger.

Geisel benutzt das Wort nur ungern, es ist ihm sichtlich unangenehm. Er will Alarmismus und Panikmache vermeiden. Andererseits ist er verantwortlich für die Sicherheit in Berlin. Und die Terroranschläge in Europa der jüngsten Zeit, zuletzt in London mit sieben Toten und mehr als 50 Verletzten, haben gezeigt: Terroristen bevorzugen große Städte für ihre Angriffe.

Geringer Aufwand, große Wirkung, viele weiche Ziele, sensible Infrastruktur und die Anonymität der Masse, in der sie schnell verschwinden können - für sie eine ideale Umgebung.

In den Metropolen Europas sind die Bürgermeister auf der Suche nach der richtigen Mischung aus Sicherheit und Freiheit. Sie müssen ihre Städte neu denken und sich gegen den unkalkulierbaren Feind rüsten, den keine Festungsmauer am Stadtrand mehr aufhält, weil er schon in der Nachbarschaft lebt. Die Infrastruktur für Energie, Wasser, Nahrung, Medizin, Verkehr und Kommunikation ist gefährdet. Sicherheitsexperten sind sich einig, dass Terroristen diese Lebensadern im Visier haben. Wie die letzten Anschläge zeigen, reicht aber auch schon ein Lkw, ein Auto oder ein Messer aus, um die Menschen für zumindest kurze Zeit zu erschüttern.

Betonbarriere in Berlin
DPA

Betonbarriere in Berlin

Sichtbare und unsichtbare Sicherungsringe werden deshalb durch die Städte gezogen, Bauten bombensicherer konstruiert, Tausende Kameraaugen starren in immer heller ausgeleuchtete Ecken. An U-Bahn-, Museums- und Restauranteingängen piepen Metalldetektoren, Spürhunde werden über Märkte und durch Konzerthallen geführt.

London, Paris, Berlin - so unterschiedlich die Metropolen mit der Gefahr von Anschlägen umgehen, eines eint sie: Sie verändern ihr Gesicht im Anblick des Terrors und damit auch ihr Leben.

Am deutlichsten ist das in London zu beobachten. In der westlichen Welt dürfte es keine Stadt geben, die nach Terroranschlägen so drastisch umgebaut worden ist. Um sich vor der IRA zu schützen, begannen Verwaltung und Polizei in den Neunzigerjahren, den sogenannten Ring of Steel zu errichten, eine Art moderne Stadtmauer, die an vielen Stellen parallel zur alten Stadtmauer verläuft, die einst die Römer gebaut hatten.

Zeitweilig konnten Autos nur noch über sieben Zugänge in die City fahren, an allen wurden Kontrollposten errichtet. Deren Zahl wurde aber bald wieder reduziert, weil ihr Betrieb zu viel Personal erforderte.

Das Herzstück der britischen Sicherheitsarchitektur ist die massive Videoüberwachung, Kameras erfassen jedes Nummernschild. In den vergangenen Jahren hat London das System immer weiter ausgebaut, es überwacht Autos, Fahrer und Passanten. Computerprogramme durchsuchen das Videomaterial, scannen die Gesichter, werten die Nummernschilder aus.

London ist die wahrscheinlich am dichtesten überwachte Stadt der Welt. Schätzungen gehen von gut 400¿000 Überwachungskameras aus, das wäre ungefähr eine Kamera auf 19 Bewohner, die meisten davon haben Privatleute und Geschäfte installiert. Poller wurden im Boden verankert, diverse Hindernisse aufgestellt.

Zugleich soll sich kein Gefühl der Verbunkerung entwickeln. Also maskiert sich die Sicherheit durch ein riesiges Begrünungsprogramm. Massive Blumenkübel, Wasserbecken, aber auch Baumreihen sichern Eingänge. Bänke aus explosionssicherem Beton laden zum Verweilen ein. Merkwürdige Stadträume sind so entstanden, Plätze, die sich offen geben, aber eigentlich Sicherheitspuffer für Anschläge sind. Stadtplaner sprechen von einer "Urbanität der Angst".

Was hat die Aufrüstung gebracht, angesichts von zwei Anschlägen, die Großbritannien innerhalb von Wochen erschüttert haben? Ist alles nur eine Illusion? Immerhin, so sagen die Verantwortlichen, seien in den letzten vier Jahren 13 terroristische Anschläge verhindert worden.

Michael Zinganel, ein Architekturhistoriker aus Wien und Autor von "Real Crime", einer 350 Seiten starken Analyse über den Zusammenhang von Stadtarchitektur und Verbrechen, fällt angesichts solcher Bilder nur ein pessimistisches Szenario ein: "die mittelalterliche Festung 4.0".

Entwürfe für US-Botschaft mit Panzerglaswand
Kieran Tiberlake

Entwürfe für US-Botschaft mit Panzerglaswand

Die moderne Stadt sei "nach außen hermetisch abgeriegelt", wie die Städte im Mittelalter, nur nicht durch eine bewehrte Stadtmauer. Statt Wachen an der Zugbrücke gebe es elektronische Einlasskontrollen, bestimmte Stadtteile dürften nur mit besonderen Zugangsberechtigungen betreten werden, die gesamte Stadt wäre lückenlos videoüberwacht. Sicherheit hätte immer und überall Priorität. Nach Sonnenuntergang wäre die Stadt taghell ausgeleuchtet. "In dieser Logik muss ja jederzeit jeder sehen können, ob der andere sich verdächtig verhält", sagt Zinganel.

In Deutschland ist man noch weit von einer solchen Vision entfernt. Es fehlt hier schon an den einfachsten Dingen, mobilen Straßensperren zum Beispiel. In Leipzig wurden deshalb bei einer Veranstaltung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel angrenzende Seitenstraßen einfach durch Mülltransporter und kommunale Busse blockiert. Im Kölner Karneval sprach die Verwaltung gleich ein Verbot für Lkw in der Innenstadt aus.

Berlins Innensenator Geisel plädiert dafür, koordiniert zu handeln. Nicht jedes Bundesland oder jede große Stadt solle ein eigenes Cyber-Abwehrzentrum aufbauen, es müsse eines zentral beim Bund geben: "Parallelstrukturen und Überbietungswettbewerbe werden sonst zum Sicherheitsrisiko." Schon jetzt mangelt es in staatlichen Sicherheitsbehörden an IT-Experten, weil die ebenfalls schutzsuchende Wirtschaft besser bezahlt.

In Berlin wird ab Herbst am Bahnhof Südkreuz die Videoüberwachung mit Gesichtserkennung getestet. Der rot-rot-grüne Senat in Berlin hat nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz ein neues Sicherheitspaket für 45 Millionen Euro verabschiedet. Der Staatsschutz wurde um 30 Beamte aufgestockt, es sollen auch mehr Uniformierte auf die Straßen gehen, und sie sollen moderner bewaffnet sein. Eine Ausschreibung für 10.000 neue Pistolen und bessere Ausrüstung läuft gerade.

Der normale Streifenpolizist ist oft der Erste am Tatort nach einem Anschlag und kann sich Tätern mit Sturmgewehren gegenübersehen, gegen die seine Schutzweste wirkungslos ist. Städte wie Berlin stellen sich auf eine neue Art des Straßenkampfs ein: die Staatsmacht gegen Terroristen mit Guerillataktik.

Die bisherigen Einsatzpläne für Berlin taugen nicht mehr, das verdeutlicht eine vertrauliche Analyse im Bundeskriminalamt (BKA) von 2016. Das bisherige Konzept habe "die Annahme eines Anschlagsszenarios mit zwei räumlich getrennten Anschlagsorten mit jeweils ca. 25 bis 30 Toten und 150 bis 200 schwer und leicht verletzten Personen" als Grundlage, heißt es in dem Papier. Einen Terrorakt mit mehreren Angriffen wie in Paris 2015 könnte Berlin nur schwer handhaben. Innensenator Geisel hat reagiert und eine Übung von Großeinsätzen angeordnet, vor allem um die Koordination von Polizei- und Rettungskräften zu verbessern.

Das Papier im BKA geht noch tiefer und zitiert eigene "Untersuchungen der Polizei Berlin" mit ernüchternden Ergebnissen: Für eine sogenannte Alarmfahndung gleich nach einem Anschlag seien demnach "Kontrollstellen frühestens nach 20 Minuten funktionsfähig errichtet". Ein Täter aber könne sich in Berlin "innerhalb von 18 Minuten derart weit vom Tatort entfernen, dass Kontrollstellen weitgehend wirkungslos bleiben würden".

In der großen und gut vernetzten Stadt können Täter überall auf- und wieder abtauchen. Allein das öffentliche Straßennetz der deutschen Hauptstadt umfasst mehr als 5400 Kilometer. Mit Menschenkraft allein ist das nicht zu überblicken.

Bei Großveranstaltungen wie zuletzt dem Evangelischer Kirchentag setzte Berlin erstmals auf Videotechnik mit Livebildern. Die Kameras waren am Breitscheidplatz, am Alexanderplatz und am Brandenburger Tor installiert, außerdem in Hubschraubern und in mobilen Einsatzwagen. Die Polizei sichtete die Aufnahmen in Echtzeit, um frühzeitig Gefahren zu identifizieren. Die Innenstadt wurde teilweise für den Autoverkehr geschlossen, Besucher mussten ihre Taschen kontrollieren lassen.

Was aber sonst tun? Wie Anschläge verhindern oder zumindest deren Folgen begrenzen?

Holger Floeting ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Institut für Urbanistik in Berlin. Der promovierte Sozialwissenschaftler beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, welchen Einfluss die Stadtplanung und die Gestaltung von Neubauten auf die Sicherheit in den Städten haben. Floeting meint, dass die Städte sehr wohl architektonische Vorkehrungen für terroristische Attacken treffen können. Umbauten könnten zwar nicht Anschläge verhindern, aber den Schaden begrenzen.

So empfiehlt Floeting Fassaden, die nach Explosionen nicht in tausend Stücke zerplatzen. Bei der Auswahl von Bänken, Papierkörben und anderem Stadtmobiliar sei darauf zu achten, dass "sie nicht zu zusätzlichen Geschossen werden". Barrieren und Poller ließen sich so konstruieren, dass sie sich ins Stadtbild einfügen und nicht den Eindruck einer Stadt im Ausnahmezustand vermitteln.

Floetings Fachwissen ist auch bei der Polizei gefragt. Dass Architektur mit urbaner Sicherheit zusammenhängt, hatten die Sicherheitsbehörden lange nicht auf dem Radar. Die Landeskriminalämter (LKA) von Niedersachsen und Berlin bearbeiten das Thema. In Hannover gibt es ein kleines Forschungsprojekt, im Berliner LKA einen eigenen Bereich für "Städtebauliche Kriminalprävention" - mit einer Architektin als Polizeiquereinsteigerin. Ein Fraunhofer-Institut hat eine Software entwickelt, die städtische Architektur künftig auch unter Sicherheitsaspekten analysiert.

Noch vollzieht sich der architektonische und atmosphärische Wandel in Europa schleichend, aber Denkmäler des neuen Sicherheitsdenkens werden zunehmend sichtbar: der Neubau des Bundesnachrichtendienstes in der Berliner City, demnächst die geplante, 20 Millionen Euro teure Panzerglaswand um den Eiffelturm und - noch augenfälliger - die neue US-Botschaft in London. Der rund eine Milliarde Euro teure Kubus steht am Südufer der Themse, nächsten Monat sollen erste Mitarbeiter einziehen. Zwischen dem Botschaftsgebäude und der nächstgelegenen Hauptverkehrsstraße wird ein künstlicher Teich angelegt, er versperrt wie ein moderner Burggraben an dieser Seite die Zufahrt.

In Paris sind hochgerüstete Sicherheitskräfte ebenso selbstverständlich geworden wie Taschen- und Körperkontrollen. Ob man eine der großen Buchhandlungen betritt, ein Konzerthaus oder ein Museum - der Weg führt fast immer durch eine Sicherheitsschleuse. Seit den Anschlägen vom November 2015 herrscht permanenter Ausnahmezustand in der französischen Hauptstadt. Der neue Präsident Emmanuel Macron hat bereits angekündigt, dass er den gesetzlichen Notstand noch bis November verlängern will. Anschließend könnte ein neues Antiterrorgesetz einige der Ausnahmeregelungen zum französischen Normalfall machen.

Zurzeit ist es erlaubt, Versammlungsverbote zu erlassen und mit Gewalt durchzusetzen, Ausgangssperren zu verhängen, Wohnungen ohne richterlichen Beschluss zu durchsuchen und Menschen, die als gefährlich eingestuft werden, unter Hausarrest zu stellen.

Die "Grande Nation" demonstriert in ihrer Hauptstadt Wehrhaftigkeit. "Wir sind auf alle Arten von Terrorattacken vorbereitet, wir trainieren für Anschläge in Kaufhäusern, in Schulen, im Louvre oder für einen Giftgasanschlag in der Metro", sagte der Chef der Sondereinsatztruppe BRI, Christophe Molmy, schon 2016. "Aber", so Molmy, "es passiert meist dort, wo man nicht damit rechnet." Es ist das Dilemma der Metropolen unserer Zeit.

Ihrer Attraktivität aber scheint es bisher nicht geschadet zu haben. Berlin, London, Paris, die stolzen Städte des Westens, alle melden dem Schrecken zum Trotz stetige Besucherströme: Tourismus statt Terrorismus.



insgesamt 17 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Jimmy.B 18.08.2017
1.
Meiner Meinung nach bringen die Sicherheitsvorkehrungen wie Sperren, Poller, Zutrittskontrollen und Gepäckscanner ohnehin nichts. Hiermit werden bestenfalls einzelne potentielle Anschlagsziele gesichert, eine wirkliche Sicherung der Menschen kann jedoch nicht erreicht werden, die Attentäter werden auf andere Ziele ausweichen (Bahnhöfe, Busse, Kaufhäuser). Erreicht wird das das öffentliche Leben erschwert wird, dies für den Preis einer nicht gegebenen Sicherheit die lediglich das subjektive Sicherheitsgefühl erhöht. PS: Hierbei möchte den Sicherheitsbehörden in D hier ein großes Kompliment machten. Die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen sind im Vergleich zu dem was ich z.B. in Italien erlebt habe doch recht dezent. Dort stehen quasi vor jeder Sehenswürdigkeit Soldaten mit Sturmgewehr im Anschlag, und für was? Für eine reine Symbolpolitik die die jungen Soldaten in der italienischen Mittagshitze orientierungslos herumstehen lässt.
chalchiuhtlicue 18.08.2017
2. Gesichtserkennung?
Wie soll Gesichtserkennung Anschläge mit LKWs verhindern? Das ist genau so als würde man behaupten, dass nicht Radio zu hören einen vor Fusspilz schützt - einfach nur blödsinnig.
ingofischer 18.08.2017
3. Terroristen sind ohnehin nicht zu stoppen, darum Kirche im Dorf lassen
Da kann ich mich dem Beitrag von Putenbuch nur anschließen. Es gibt unzählige unnatürliche Todesursachen, an denen tagtäglich weitaus mehr Leute sterben als bei Terroranschlägen. Knapp 150 Leute finden in Deutschland jährlich den Tod durch den Fall von der Leiter. Keiner würde auf die Idee kommen, deshalb diese gefährlichen Dinger zu verbieten oder schärfere Sicherheitsvorkehrungen beim Besteigen einer Leiter zu verordnen. Nicht dass man die Terrorgefahr klein reden sollte, aber man sollte sich bewußt sein, dass das Risiko deutlich geringer ist, als es sich durch die mediale Aufmerksamkeit anfühlt. Dementsprechend sollte man auch bei den Vorkehrungen gegen den Terror die Kirche im Dorf lassen. Meiner Meinung nach kann man im Prinzip jemanden der möglichst viele Leute umbrigen möchte und dabei auch den eigenen Tod in Kauf nimmt, nicht wirklich stoppen. Wie will man jeden der 80 Millionen Menschen davor schützen, dass ein Verrückter ihn mit irgendeinem Fahrzeug umfährt oder sich eine andere Art und Weise ausdenkt ihn umzubringen.
acitapple 18.08.2017
4.
Zitat von ingofischerDa kann ich mich dem Beitrag von Putenbuch nur anschließen. Es gibt unzählige unnatürliche Todesursachen, an denen tagtäglich weitaus mehr Leute sterben als bei Terroranschlägen. Knapp 150 Leute finden in Deutschland jährlich den Tod durch den Fall von der Leiter. Keiner würde auf die Idee kommen, deshalb diese gefährlichen Dinger zu verbieten oder schärfere Sicherheitsvorkehrungen beim Besteigen einer Leiter zu verordnen. Nicht dass man die Terrorgefahr klein reden sollte, aber man sollte sich bewußt sein, dass das Risiko deutlich geringer ist, als es sich durch die mediale Aufmerksamkeit anfühlt. Dementsprechend sollte man auch bei den Vorkehrungen gegen den Terror die Kirche im Dorf lassen. Meiner Meinung nach kann man im Prinzip jemanden der möglichst viele Leute umbrigen möchte und dabei auch den eigenen Tod in Kauf nimmt, nicht wirklich stoppen. Wie will man jeden der 80 Millionen Menschen davor schützen, dass ein Verrückter ihn mit irgendeinem Fahrzeug umfährt oder sich eine andere Art und Weise ausdenkt ihn umzubringen.
Ihnen ist schon klar, dass es einen Unterschied zwischen Haushaltsunfällen und Terroranschlägen gibt ?
acitapple 18.08.2017
5.
Zitat von ingofischerDa kann ich mich dem Beitrag von Putenbuch nur anschließen. Es gibt unzählige unnatürliche Todesursachen, an denen tagtäglich weitaus mehr Leute sterben als bei Terroranschlägen. Knapp 150 Leute finden in Deutschland jährlich den Tod durch den Fall von der Leiter. Keiner würde auf die Idee kommen, deshalb diese gefährlichen Dinger zu verbieten oder schärfere Sicherheitsvorkehrungen beim Besteigen einer Leiter zu verordnen. Nicht dass man die Terrorgefahr klein reden sollte, aber man sollte sich bewußt sein, dass das Risiko deutlich geringer ist, als es sich durch die mediale Aufmerksamkeit anfühlt. Dementsprechend sollte man auch bei den Vorkehrungen gegen den Terror die Kirche im Dorf lassen. Meiner Meinung nach kann man im Prinzip jemanden der möglichst viele Leute umbrigen möchte und dabei auch den eigenen Tod in Kauf nimmt, nicht wirklich stoppen. Wie will man jeden der 80 Millionen Menschen davor schützen, dass ein Verrückter ihn mit irgendeinem Fahrzeug umfährt oder sich eine andere Art und Weise ausdenkt ihn umzubringen.
Das ist Unsinn. Hätte man am Eingang vom Berliner Weihnachtsmarkt diese Betonpoller hingestellt, wäre der Terrorist mit dem LKW bestimmt nicht so weit gekommen. Aufgrund dieser geringen Auswirkung hätte er sein Vorhaben vermutlich auch sein lassen. Natürlich steht es ihnen frei sowas als „Beschneidung der Freiheit“ zu klassifizieren und sich jedem Spinner mit einem Fahrzeug auszuliefern. Ich sehe es als simple aber effektive Maßnahme, die mich nicht an einem Weihnachtsmarktbesuch behindern würde.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© DER SPIEGEL 24/2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.