AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 37/2017

Berlin und seine Flughäfen Muss Tegel wirklich sterben?

Was, wenn doch noch eines Tages der neue Berliner Flughafen eröffnet werden sollte: Wird der alte dann geschlossen? Ein Volksentscheid soll Klarheit bringen - könnte aber alles nur noch komplizierter machen.

Flughafen-Hauptgebäude: Ohne Tegel, ohne BER?
Stefan Boness / Ipon

Flughafen-Hauptgebäude: Ohne Tegel, ohne BER?

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Engelbert Lütke Daldrup wollte schnell dorthin, wo es besonders schlimm aussieht. Nach unten, wo die Kabel aus den Kanälen quellen, Kühlleitungen lecken, Gepäckbänder stocken. Der Leiter der Berliner Flughafengesellschaft sagte: "Das ist veraltete Technik aus den Sechzigerjahren und total sanierungsbedürftig."

Der Flughafenchef hatte Journalisten Ende Juli in die Innereien von Tegel geführt, um ihnen zu zeigen, dass der Airport, den die Berliner so schätzen, eigentlich Schrott ist und es an ein Wunder grenzt, dass es noch nicht zu größeren Havarien gekommen ist. Es ist ungewöhnlich, dass ein Manager seinen eigenen Betrieb derart madig macht und dann noch einen, der, wie Tegel, richtig Geld verdient.

Hinter Lütke Daldrups Aktion steckte politisches Kalkül. Einer seiner Arbeitgeber, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), braucht dringend Argumente gegen Tegel, seitdem die oppositionelle FDP eine clevere Kampagne losgetreten hat, den innenstadtnahen Airport weiterzubetreiben. Den Hauptstadtliberalen angeschlossen haben sich inzwischen mehr als 200.000 Berliner, die CDU und der Billigflieger Ryanair.

Am Sonntag der Bundestagswahl stimmen die Berliner in einem Volksentscheid darüber ab, ob in Tegel auch nach Eröffnung des Flughafenneubaus BER noch geflogen werden soll. Oder ob auf dem Airportgelände, wie es der rot-rot-grüne Senat plant, Startbahnen und Rollfelder zu einem Wissenschaftscampus und Wohnquartier umgebaut werden. Nach jüngsten Umfragen ist eine Mehrheit dafür, Tegel offen zu halten.

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Heft 37/2017
Die Berliner Ruhe trügt - in Deutschland brodelt es
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insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
~JB~ 14.09.2017
1. Wunsch vs. Realität
Am Fall Tegel sieht man, dass Volksentscheide auch nicht der heilige Gral sind. Tegel nur aus Nostalgiegründen unbedingt weiter zu führen, macht keinen Sinn. Aus rechtlichen Gründen (siehe u.a. Gutachten) und baulich/technischen Gründen ist eine Weiterführung Tegels im Prinzip ausgeschlossen. Leuten vorzugaukeln, dass dies möglich sei, entbehrt jeder Realität. Die FDP Berlin klammert sich aber mit aller Macht daran. Anstehen würde u.a. eine Komplettsanierung und vor allem immense Kosten für den Lärmschutz.
magic88wand 14.09.2017
2. Tegel gehört geschlossen
Mal ganz von der rechtlichen Lage abgesehen, ist der Flughafen miserabel angebunden: kein Bahnhof, keine U-Bahn, keine S-Bahn, nur ein paar Buslinien. Eine nie dagewesene Prozesslawine würde folgen, wenn man ihn aufhalten wollte. Der Weiterbetrieb würde Berlin zusätzliche Milliarden kosten. Die sind anderswo besser aufgehoben, zum Beispiel im sozialen Wohnungsbau oder der Infrastruktur.
phekie 14.09.2017
3. Warum sind Kosten ein Problem?
Es zeichnet sich jetzt schon ab dass der BER bei Startbeginn zu klein sein wird. Man müsste also auch hier weiter bauen, was Geld kostet. Klar, Tegel ist marode und man investiert aktuell nichts mehr. Geld verdienen tut man aber trotzdem damit und steckt es sich schön in die Tasche ohne was zu investieren. Es ist ungefähr so, wenn man ein altes Auto hat und nichts mehr investiert, weil man ihn zum nächsten TÜV wegwerfen will. Merkt man dann, dass man das Auto doch weiter braucht, muss man eben doch ein bissl Geld in die Hand nehmen.
trick66 14.09.2017
4. Nein
Tegel muss nicht geschlossen werden, wenn es bei der Abstimmung das erwartete Ja zur Offenhaltung gibt. Der "neue" BER wird frühestens 2020 eröffnet und der R2G-Senat wird dann bis zur nächsten Abgeordnetenhaus-Wahl 2021 das tun, was er am besten kann - ein bisschen Dialektik und sonst nix.
gedankenblitz 14.09.2017
5. WIeso die Aufregung
Gibt es denn einen glaubhaften, vernünftigen Zeitpunkt, wann der neue schöne BER Flughafen wo zu welchem Zweck geöffnet wird. Ich wäre dafür, gleich dort einen Wissenschaftsstandort zu eröffnen, das geht bestimmt ganz schnell und ein interessantes und passendes Fach wäre Projektmanagement (http://www.management-studium.net/projektmanagement-studium). Wenn überhaupt würde ich eher über Tempelhof nachdenken!
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