04.12.2014

SportDie Flocke, die sich weigert

Er hat die Winterspiele ans Schwarze Meer geholt, er sitzt beim Eishockey und beim Biathlon auf der Tribüne, er ist der patriotische Fan: Wladimir Putin. Es ist sein Olympia, das die Welt ungetrübt von den Ereignissen in der Ukraine erleben soll.
Bei der Eröffnungsfeier, die am 7. Februar um Punkt 20.14 Uhr in Sotschi beginnt, sollen sich fünf stilisierte Schneeflocken in die fünf olympischen Ringe verwandeln. Weil die Technik versagt, bleibt eine Flocke das, was sie ist. Die Zuschauer im Stadion sehen nur vier ineinander verschlungene Ringe. Und oben rechts die Flocke, einen Stern, der aussieht wie ein Hinweis darauf, dass es eine Fußnote gibt zu diesen XXII. Olympischen Winterspielen.
Auf der ganzen Welt kann man das Bild live im Fernsehen betrachten - nur nicht in Russland. Dort blendet der Staatssender die Panne aus und zeigt stattdessen eine Aufnahme aus den Proben: mit fünf Ringen. So wird aus der Flocke, die sich nicht in den Ring verwandelt, das Symbolbild für Sotschi.
Bei Olympischen Spielen führt der Gastgeber gern ein Märchen vor, das von einer Welt handelt, in der alles in Ordnung ist. Die Fußnote zu Sotschi lautet: Das Märchen geht nicht gut aus.
Sotschi liegt am Schwarzen Meer, am Hang des Kaukasus, auf demselben Breitengrad wie Nizza, es herrscht subtropisches Klima mit 300 Sonnentagen im Jahr. Sotschi liegt auch in einer Krisenregion, es ist nicht weit nach Abchasien, Südossetien, Tschetschenien und Dagestan, der Heimat für islamistische Terroristen. Nur ein Mann mit dem Hang zum Größenwahn kann auf die Idee kommen, die Winterspiele nach Sotschi zu holen.
Es sind die Spiele von Wladimir Putin. Er sehnt sich zurück nach einem Russland alter Größe. Mit den Spielen will er zeigen, wozu er, wozu dieses Land im 21. Jahrhundert fähig ist.
Putin lässt neue Autobahnen, Tunnel und Eisenbahnlinien in die Berge fräsen, einen modernen Bahnhof errichten und zwei Winterferienorte. Auch der Fackellauf ist eine einzige Angeberei: Er beginnt auf dem Roten Platz in Moskau, an Putins Geburtstag. 14 000 Menschen tragen das olympische Feuer 65 000 Kilometer weit durchs Land, Taucher bringen die Fackel auf den Grund des Baikalsees, Kosmonauten transportieren sie ins All.
War es richtig, die Spiele ans Schwarze Meer zu vergeben? Auf dem Weg zu diesen Winterspielen spricht das westliche Ausland über die Tscherkessen, die von den Russen vor 150 Jahren blutig aus Sotschi vertrieben wurden. Über Homophobie und verletzte Menschenrechte. Über Wanderarbeiter, Zwangsumsiedlungen und Russlands Rolle in Syrien. Über Putins Interessen in der Ukraine. Über Umweltzerstörung und Korruption. Über die 38 Milliarden Euro, die diese Spiele kosten, das teuerste Sportfest, das es je gab.
Gut zwei Wochen vor Beginn der Spiele kündigt eine Terrorgruppe Anschläge in Sotschi an. US-Geheimdienste warnen vor Sprengstoffangriffen auf Passagiermaschinen, die zu den Spielen fliegen. Über dem Olympiapark schweben während der 17 Tage Zeppeline, die das Gelände scannen. Überwachungskameras hängen an allen Ecken, und Polizisten bewachen den alten Friedhof der orthodoxen Christen, die für die sechs Stadien Platz machen mussten.
Die Stimmung in der Stadt ist heiter, die Sonne scheint, das Meer glitzert. Im Hafen liegen die Jachten der Reichen, die Schönen spazieren zu Gucci und Louis Vuitton. Auf dem Meer kreuzen Kriegsschiffe, die angeblich eingesetzten 50 000 Polizisten, Soldaten und Sicherheitskräfte aber sind im Zentrum kaum sichtbar. Und wenn doch, dann patrouillieren sie an den Gleisen, an den Bushaltestellen und sehen aus, als langweilten sie sich.
Anders sieht es aus, wenn man in die Berge nach Krasnaja Poljana fährt, wo alle Wettbewerbe auf Schnee stattfinden. Auf den Hängen links und rechts der Straße liegen Stahlnetze, Wasserrohre, Stacheldraht, und etwa alle 300 Meter halten Polizisten Wache. Die Busse, die uns noch weiter nach oben bringen, zu den Sprungschanzen und Pisten, werden vor der Abfahrt versiegelt. An den Serpentinen patrouillieren Soldaten mit Schnellfeuergewehren, sie tragen weiße Overalls, um im Schnee nicht aufzufallen. Auf den Bergkuppen stehen ihre weißen Zelte. Es ist, als führen wir an die Front, nicht zum Abfahrtstraining.
Für die deutschen Athleten beginnen die Spiele erfolgreich, im Rodeln holen Felix Loch und Natalie Geisenberger Gold, Eric Frenzel gewinnt den Einzelwettbewerb von der Normalschanze in der Nordischen Kombination, und Carina Vogt aus Schwäbisch Gmünd siegt sensationell beim ersten olympischen Skispringen der Frauen.
Die Stadien sind in den ersten Tagen oft leer, aber Wladimir Putin ist häufig zu Gast, und er wird vom russischen Fernsehen intensiv begleitet. Putin geht zum Biathlon, er trägt einen roten Schneeanzug, neben ihm marschiert Ministerpräsident Dmitrij Medwedew, der mit seiner verspiegelten Sonnenbrille aussieht wie Jack Bauer, der Agent aus der Fernsehserie "24".
Am häufigsten ist Putin beim Eishockey, um die "Sbornaja" zu sehen, wie die russische Eishockey-Nationalmannschaft genannt wird. Eishockey ist das Spiel der Russen, sie lieben es noch mehr als Fußball, und mit keiner Mannschaft identifizieren sie sich stärker als mit der Sbornaja. Sie ist der Stolz des Landes.
Putin selbst begann vor ein paar Jahren, Eishockey zu spielen, er wünscht sich von der Sbornaja "ein gutes Resultat", und jeder versteht, dass er Gold meint. Die Mannschaft kann die Erwartungen jedoch nicht erfüllen: Sie scheidet im Viertelfinale gegen Finnland aus.
Die Winterspiele sind kein Fest, sie kommen eher daher wie eine Sportmesse. Es fehlt jeglicher Zauber, die Wettbewerbe werden nicht gefeiert, sie werden verwaltet und abgearbeitet wie Tagesordnungspunkte einer Aktionärsversammlung.
Jeden Morgen um elf Uhr laden das Internationale Olympische Komitee und das Organisationskomitee der Spiele uns Journalisten zum Briefing in den Puschkin-Saal des Hauptpressezentrums. Auf dem Podium sitzen IOC-Sprecher Mark Adams, ein Brite in Sportjacke, und Alexandra Kosterina, eine Russin in Rollkragenpullover. Die Sitzungen beginnen stets mit einem dreiminütigen Propagandafilm, man sieht geballte Fäuste, jubelnde Fans, Superzeitlupen von Siegern.
Danach beginnt die tägliche Desinformation. Die Reporter stellen Fragen, sie wollen Erklärungen, bekommen aber nur seltsame Antworten.
Mark Adams wird auf die Bilder aus Kiew angesprochen, auf die brennenden Barrikaden, die Straßenschlachten, die Toten. Athleten aus der Ukraine wollten mit Trauerflor antreten, tun es dann aber nicht. Adams erklärt, das wäre ein öffentliches Statement gewesen, das IOC habe sich daher mit der ukrainischen Delegation beraten und beschlossen, es gebe andere Möglichkeiten, an die Opfer zu erinnern - "eine Schweigeminute im Olympischen Dorf zum Beispiel".
Ein Umweltschützer wird während der Spiele zu drei Jahren Lagerhaft verurteilt, er hatte immer wieder auf die Vernichtung der Natur rund um Sotschi hingewiesen. Mark Adams sagt: "Sein Fall hat nichts mit dem IOC zu tun."
Die Polizei führt im Olympiapark einen transsexuellen Aktivisten ab, der ein Plakat bei sich trägt, auf dem "Schwul zu sein ist okay" steht. Mark Adams sagt: "Ich weiß nichts Genaues."
Dann werden vorübergehend zwei Musikerinnen der Punkband Pussy Riot verhaftet. Warum, weiß niemand so richtig. Als sie wieder auf freiem Fuß sind, erklären sie, sie seien in Sotschi, um ein Video zu drehen - für den Song "Putin lehrt dich, deine Heimat zu lieben". Eine der Sängerinnen sagt: "Die Sotschi-Spiele entspringen dem Willen eines einzigen Mannes, der Laune von Putin."
Angesprochen auf diesen Fall, spricht Mark Adams über die olympische Charta, über Menschenrechte, er sagt: "Das IOC ist keine internationale Organisation wie die Uno."
Man hätte gern mit dem neuen IOCPräsidenten Thomas Bach darüber gesprochen, warum sich seine Organisation nie zuständig fühlt und warum es Trauer für eine politische Demonstration hält, aber Bach gewährt kein Interview. Sein Terminkalender sei voll, heißt es. Man sieht ihn mit Putin beim Eishockey.
Das IOC legt bei diesen Olympischen Spielen wie immer eigene Schwerpunkte. Es geht darum, dass die Spiele lieblich verpackt und im Fernsehen fesselnd dargeboten werden.
Mehr als 450 Kameras filmen die Athleten in Sotschi, so viele wie noch nie. Die Technik hat sich den Anforderungen der Sportarten bis ins Detail angepasst. Es kommen Kameras zum Einsatz, die speziell dafür entwickelt wurden, einen Bob bei knapp 150 Stundenkilometern zu erfassen. Über der Freestyle-Piste kreisen Drohnen, um die Salti und Schrauben der Fahrer zu filmen, Nahaufnahmen in HD-Qualität. Die Skicrosser tragen Helmkameras, damit man die Stürze aus ihrer Perspektive sieht.
Die Skispringer starten spätabends, die Fernsehzuschauer sehen Athleten, die durch die Nacht segeln. Den gewaltigen Dreckhügel, den die Bagger und die Sattelschlepper neben der Sprungschanze hinterlassen haben, sehen sie nicht. Er verschwindet in der Dunkelheit hinter einer weißen Plane.
So ist es beim Langlauf, beim Rodeln, beim Riesenslalom. Neben den Stadien, in denen Postkartenmotive ins Bild gerückt werden, liegen Bauschutt, kaputte Rohre, Reste von Stacheldraht, Hundekadaver. Die schöne und die hässliche Seite trennt bei diesen Spielen nur der Sicherheits-Check am Eingang.
153 deutsche Sportler starten in Sotschi, und wenn es nach den Funktionären des Deutschen Olympischen Sportbunds geht, kehren sie mit 30 Medaillen aus Russland zurück. Am Ende werden es nur 19 sein.
Endgültig ruiniert sind die Spiele für die deutsche Mannschaft, als die Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle bei einer Dopingkontrolle erwischt wird. Es ist der erste positive Fall in Sotschi.
Die Fahnder ertappen sie, nachdem sie beim Massenstart auf Platz vier gelaufen ist. Sie weisen in ihrer Probe das Stimulans Methylhexanamin nach, das häufig in verunreinigten Nahrungsergänzungsmitteln zu finden ist. 2012 war die Substanz weltweit für 320 positive Fälle verantwortlich, sie verhindert einen Leistungsabfall und wirkt wie ein körpereigenes Stresshormon. Methylhexanamin ist nur im Wettkampf verboten, nicht im Training.
Evi Sachenbacher-Stehle, 33 Jahre alt, aus Reit im Winkl, teilt schriftlich mit, sie könne sich "überhaupt nicht erklären, wie es zu der positiven Probe gekommen ist". Was man halt erst einmal so sagt, wenn man auffliegt.
Bis dahin sind die Spiele eine Bühne für die Sportler, die sie sich nicht kaputt machen lassen. Die deutsche Langläuferin Claudia Nystad steht am Rand der Laura-Arena in den Bergen, Sotschi sind ihre vierten Winterspiele, sie hat mit der Staffel Bronze gewonnen. Auf die Frage, was ihr von diesen Tagen besonders in Erinnerung bleibe, antwortet sie: "Das schöne Wetter. Wir hatten immer Sonne. Ich weiß gar nicht, wie der Putin das gemacht hat."
Für das IOC ist Claudia Nystad die ideale Athletin. Weil es ihr um Sport geht, nicht um Politik.
Was im Laufe der Spiele in Sotschi auffällt: Der Gastgeber und die Gäste bleiben einander fremd. Die Russen haben moderne Hightech-Arenen in den Himmel wachsen lassen, doch bei den Wettkämpfen selbst wächst nichts mehr, keine Sympathien und kein Miteinander.
Am viertletzten Tag der Spiele fällt die Entscheidung im Eiskunstlaufen der Damen. Adelina Sotnikowa läuft in einem grauen Kleid mit goldenem Glitzer, vier Minuten und sieben Sekunden mit Rotationen und Sprüngen, bei denen viel gut geht, aber nicht alles.
Am Ende ihrer Kür gleitet Adelina Sotnikowa in die Mitte der Eisfläche und schlägt die Hände vors Gesicht: Gold, als erste Russin. Blumensträuße regnen aufs Eis, die russischen Zuschauer trampeln mit den Füßen, sie schreien. Es sind vier Minuten und sieben Sekunden, die eine Nation erlösen.
Für alle anderen ist es nur ein weiteres Beispiel dafür, wie tief der Graben zwischen Russland und dem Rest der Welt bei diesen Spielen ist.
Adelina Sotnikowa ist in Sotschi 17 Jahre alt, sie kommt aus Moskau, und sie gewinnt trotz eines Fehlers vor Kim Yu Na aus Südkorea, der Olympiasiegerin von 2010, die eine perfekte Kür gelaufen ist. Wer nicht aus Russland kommt, verlässt noch vor der improvisierten Siegerehrung die Halle.
Auf der Tribüne sitzen Kommentatoren, die sagen, das Ergebnis sei eine Schande. Es gibt Trainer, Athleten, Politiker und Journalisten, die Schiebung wittern, die der Jury vorwerfen, sich vor Russland verneigt zu haben. Und die russischen Fans wedeln wild mit Fahnen in Weiß, Blau und Rot.
Die Winterspiele enden am 23. Februar. Fünf Tage nach der Schlussfeier meldet die ukrainische Übergangsregierung, dass 2000 russische Soldaten auf der Halbinsel Krim gelandet sind, einen Tag später erteilt der Föderationsrat Wladimir Putin die Vollmacht für einen Militäreinsatz in der Ukraine.
Von Maik Großekathöfer

SPIEGEL Chronik 1/2014
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