17.12.1997

MUTTER TERESA

Mit dem martialischen Pomp funèbre eines Staatsbegräbnisses, gebettet auf einer Geschützlafette, wurde die Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa, 87, in Kalkutta aus dem Erdendasein entlassen. Dutzende Würdenträger aus aller Welt waren gekommen, um der wie eine Heilige verehrten Ordensfrau die letzte Ehre zu geben, weshalb das gemeine Volk auf Distanz gehalten wurde. Mutter Teresa war 1928 aus Skopje nach Indien gekommen, hatte ihren eigenen Orden gegründet, um an der Front des Elends, in den Slums, zu arbeiten. Im Jahr ihres Todes waren 3600 Schwestern, 400 Brüder und Zehntausende Laien in 122 Ländern im Sinne der Mutter aktiv. Im Sammeln von Spenden war sie virtuos. Sie nahm gern, ohne Ansehen der Person: Die durfte ruhig Nicolae Ceau¸sescu heißen oder Muammar el-Gaddafi. Auch gefürchtete Diktatoren waren für Mutter Teresa "Jesus Christus in seiner erbarmungswürdigen Gestalt" - zu heilen nur durch Liebe.

SPIEGEL Chronik 54/1997
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


SPIEGEL Chronik 54/1997
Titelbild
Abo-Angebote

Sichern Sie sich weitere SPIEGEL-Titel im Abo zum Vorteilspreis!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

  • Unglück in Kirgisien: Deutscher Tourist filmt Hubschrauberabsturz an Bord
  • Mays Auftritt beim EU-Gipfel: "Es kam zu tragikomischen Szenen"
  • Wolkenformation: Ein Mädchen am Horizont
  • Rassistische Beleidigungen bei Länderspiel: Zuschauer postet emotionalen Appell