AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 20/2018

Trump verlegt US-Botschaft Der Wahnsinn um den Umzug der Amerikaner nach Jerusalem

Donald Trump verlegt die US-Botschaft in Israel. Wie gehen die Diplomaten damit um?

Straße in Jerusalem
Jonas Opperskalski/ DER SPIEGEL

Straße in Jerusalem


Die Botschaft Guatemalas in Israel befindet sich in einem mittelalten Bürogebäude außerhalb von Tel Aviv, in Herzlia, direkt an der Autobahn. Es ist nicht ganz einfach, den Eingang zu finden, und wenn man im Gebäude fragt, wo Guatemala sitzt, weiß das auch kaum jemand. Es sitzt im vierten Stock, zusammen mit der Firma Red Sea, die sich mit Fischzucht beschäftigt. Aber das muss man sich nicht merken. Guatemala zieht gerade aus. Die Klingel ist bereits abgeschraubt, es hängt nur noch das Kabel der Sprechanlage aus der Wand. Das Telefon ist auch schon abgemeldet. Man kann an die gläserne Eingangstür klopfen.

Es erscheint eine lächelnde Botschaftsmitarbeiterin.

"Im Moment ist niemand da", sagt sie. "Aber am 16. macht ja die neue Botschaft auf. In Jerusalem.",

Sie bittet, eine Telefonnummer zu hinterlassen. Dann werde die Botschafterin sofort zurückrufen. Es ist das sechste Mal in den vergangenen zwei Wochen, dass jemand in der Botschaft meine Telefonnummer aufschreibt. Allein zweimal hat sich der Konsul Guatemalas die Nummer notiert. Aber es ruft natürlich niemand zurück. Sie haben schon eine Ahnung, in welch brisanter Situation sich Guatemala gerade befindet. Sie stehen im Auge eines diplomatischen Weltensturms.

"Wir sehen uns dann in Jerusalem", sagt die Frau und läuft rückwärts weg, als verlasse sie eine Bühne.

Es fällt ein bisschen buntes Licht aus einem großen Aquarium der Firma Red Sea auf den Flur. Es riecht nach Essen und Toiletten. Durch die Glastür sieht man ein großes Foto des Präsidenten Guatemalas, Jimmy Morales, die Staatsflagge und ein dickes, aufgeschlagenes Gästebuch. Zwei leere Seiten. Wenn man hier fünf Minuten steht, fühlt man die Weltfremdheit, mit der US-Präsident Donald Trump Entscheidungen trifft.

Guatemala wird seinem Land nach Jerusalem folgen. Paraguay und Honduras sind grundsätzlich dazu bereit, und auch Mikronesien, die Marshallinseln, Togo, Palau und Nauru haben zusammen mit den USA und Israel in der Uno-Vollversammlung gegen die Beschwerde gestimmt, die die Welt zum Botschaftsumzug aufgesetzt hatte. Nauru liegt im Pazifischen Ozean und ist mit etwa 10000 Einwohnern die kleinste Republik der Erde.

Es gibt in Jerusalem bereits vier oder fünf Straßenschilder, die auf die neue Botschaft hinweisen. Es gibt amerikanisch-israelische Straßenfähnchengirlanden. Es gibt die Nachricht, dass Ivanka Trump zur Eröffnung kommt. Ihr Vater Donald hat vor ein paar Wochen Angela Merkel gegenüber angedeutet, dass er kommen könnte. Und darauf sei er stolz. Jetzt kommt er aber wohl doch nicht. Und ist bestimmt auch darauf stolz. Er hat genug zu tun. Der Präsident legt hier und da ein Feuer und zieht dann weiter.

Vor einem halben Jahr hatte Trump erklärt, er werde die amerikanische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen. Die Nachricht stürmte um die Welt, als habe sich Gott aus Amerika gemeldet.

Der Status von Jerusalem gilt seit Jahrzehnten als eine der schwierigsten Fragen der Friedensverhandlungen im Nahen Osten. Wie teilt man die Heilige Stadt, die so viele Religionen für sich beanspruchen? Die Hauptstadtfrage gilt als sogenannte Endstatuslösung und wurde auch bei den Friedensverträgen immer wieder ausgeklammert. Seit den Neunzigerjahren haben amerikanische Präsidenten angekündigt, ihre Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, es aber nie getan. Es war zu heikel. Donald Trump hat sich Jerusalem jetzt genommen wie einen Donut.

Endstatuslösungen sind für ihn kein Problem. Den Endstatus legt er fest. Er ist der Endstatus.

Der Bürgermeister von Jerusalem, Nir Barkat, hat gerade verkündet, er werde den Platz vor der neuen Botschaft in "Platz der Vereinigten Staaten zu Ehren von Präsident Donald Trump" umbenennen. Es klingt, als würden sie bereits an einer Statue arbeiten. Die Fahrbahnmarkierungen auf den letzten Metern zum Konsulat werden gerade in leuchtend Weiß nachgestrichen und die Bäume am Straßenrand beschnitten. In der Auffahrt zur künftigen Botschaft wurde vergangene Woche ein frisches Blumenbeet in Rot, Weiß und Blau angelegt, wobei das Blau ins Violette spielt.

Ein russisches Kamerateam steht vorm amerikanischen Konsulat und filmt die Tafel, auf der noch steht: "Konsulat der Vereinigten Staaten von Amerika". Am kommenden Montag soll die Tafel dann durch "Botschaft der Vereinigten Staaten" ersetzt werden. Mehr passiert erst mal nicht. Ein Schilderwechsel, der die Welt bewegt.

Die Palästinenser reden nicht mehr mit den Amerikanern. Die Weltgemeinschaft wird der Einweihungsfeier fernbleiben. Sie ist nicht eingeladen, und sie wäre auch nicht gekommen. 128 Nationen haben die Botschaftsverlegung der Amerikaner in der Uno kritisiert. Es gab in den vergangenen Wochen ein wenig Gerumpel in Tschechien und Rumänien, aber die ziehen nun doch nicht mit ihren Botschaften nach Jerusalem.

Die bisherige US-Botschaft steht wie eine Festung am Mittelmeerstrand. Draußen Männer mit Sonnenbrille, Poller und verspiegelte Scheiben. Drinnen rund 900 Mitarbeiter, denen Ende vergangenen Jahres mitgeteilt wurde: Für euch ändert sich nichts. Man kann sich nach drinnen verbinden lassen. Es dauert eine Weile. Meist landet man auf einem Anrufbeantworter. Aber irgendwann ist Avida Landau dran. Er ist Medienbeauftragter im diplomatischen Dienst. Es ist ohnehin keine einfache Aufgabe, aber momentan muss es die Hölle sein.

Was also passiert am 14. Mai, und welche Wirkungen wird es haben?

Ich kann nichts sagen, sagt Landau. Schicken Sie mir Fragen.

Drei Tage später schickt er Antworten.

"Es wird eine Widmungszeremonie geben", schreibt er. Allein das Wort klingt, als habe er sehr lange darüber nachgedacht. Widmungszeremonie. Dann wird man weitersehen. Der US-Botschafter wird pendeln. Die anderen Botschaftsangestellten werden in Tel Aviv bleiben. Die Möbel auch. Irgendwann wird auch eine neue Botschaft gebaut. Dafür gibt es verschiedene Optionen, die im Moment geprüft werden. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht getroffen.

"Sie können das als Hintergrund eines Offiziellen der US-Botschaft benutzen", schreibt Landau, als habe er ein Staatsgeheimnis ausgeplaudert. 1300 Zeichen, die in keinem Verhältnis zu der Lautstärke stehen, mit der Trump über den Botschaftsumzug redet.

Noch eine Frage an den Mediendiplomaten aus der amerikanischen Botschaft in Tel Aviv: Sind Sie eigentlich durch Trumps Ankündigung im Dezember überrascht worden? Es ist 20 Sekunden still. Man kann Landau atmen hören. Im Hintergrund rauschen Autos über die Strandstraße. Dann sagt er: "Dazu kann ich keinen Kommentar abgeben." Wie sehr Donald Trump die Welt verändert hat, hört man in den Pausen, die Diplomaten machen, die seine Entscheidungen deuten sollen, man sieht es in ihrem Gesicht. Sie schauen ratlos, fassungslos, manchmal belustigt, aber nicht oft.

Nadav Tamir, der jahrelang an der israelischen Botschaft in Washington gearbeitet hat und später israelischer Konsul in Boston war, gilt als einer der besten Kenner, der amerikanisch-israelischen Beziehungen. Steht auf Wikipedia.

"Das muss ich ändern lassen", sagt er.

Warum?

"Unter der Obama-Regierung hatte ich erstklassige Beziehungen zum amerikanischen Botschafter in Israel. Jetzt habe ich nur noch Beziehungen zu Leuten, die auch keine Ahnung mehr haben, was passiert", sagt er. "Das trifft allerdings für fast alle zu."

Weder das amerikanische Außenministerium noch das Pentagon oder der Nationale Sicherheitsberater sollen für die Entscheidung, die Botschaft nach Jerusalem zu bewegen, gewesen sein.

Warum Trump es dennoch gemacht hat, darüber können die Diplomaten nur spekulieren. Wenn man mit einigen geredet hat, ergeben sich folgende Möglichkeiten: Er hat es gemacht, weil er es im Wahlkampf versprochen hat. Er hat es gemacht, weil er es konnte. Er hat es gemacht, weil Obama es nicht gemacht hat. Er hat es gemacht, weil es Netanyahu wollte. Netanyahu wiederum wollte es, weil es die Palästinenser verprellt. Alles, was Unfrieden in Israel stiftet, hilft Netanyahu, sich als Staatsmann zu präsentieren. Er ist da nicht viel anders als Trump. Er hat es gemacht, um die Evangelikalen im eigenen Land zu besänftigen, eine der wichtigsten Wählergruppen. Es waren gerade Wahlen in Alabama, die für die republikanische Mehrheit im Senat wichtig gewesen sind. Die Evangelikalen Amerikas wollen ebenso wie die Rechte in Israel Jerusalem als Hauptstadt. Beide mögen keine Araber. Beide hoffen auf die Wiederkehr des Messias. Die Evangelikalen allerdings glauben, dass er die Juden zum Christentum bekehren will. Die Juden sagen: Lass ihn erst mal da sein, dann sehen wir weiter. Bis dahin seid ihr unsere Partner. Er hat es gemacht, weil er die jüdische Wählerschaft Amerikas durch seine zögerliche Haltung gegenüber den amerikanischen Neonazis, die in Charlottesville demonstrierten, verstört hatte.

Die Diplomaten in Tel Aviv und auch die in Washington haben viel Zeit, über solche Dinge nachzudenken. Wie sieht es im Kopf von Donald Trump aus? Trump hat den gesamten diplomatischen Apparat ausgehebelt. Ihm gefielen all die gut ausgebildeten Experten nicht, die sich seit Jahren mit dem Nahostkonflikt beschäftigen. Sie lieferten nicht. Sie beschäftigten sich - wie er sagt - "nur mit Nebenfragen".

Trump nahm lieber Greenblatt, Kushner und Friedman. Leute, die keinerlei diplomatischen Erfahrungen haben, ihm aber treu ergeben sind. Die machen jetzt Weltpolitik für den Chef.

Jason Greenblatt ist ein Immobilienanwalt aus Queens. Er hatte Mitte der Neunziger mal eine Cappuccinofirma an der Penn Station, die er verkauft hat, bevor er bei Trump einstieg. Er vertrat auch Ivanka und Eric Trump. Der Präsident machte ihn zum Chefunterhändler im Nahen Osten. Seine Begründung: "Er hat komplexe Geschäfte für mich abgewickelt." Dafür bekam Greenblatt, der mit Kippa zur Arbeit erscheint, Vater von sechs Kinder ist und gemeinsam mit seiner Frau einen Eltern-Blog betreibt, neben dem Nahen Osten auch noch Kuba ab.

Jared Kushner ist der Schwiegersohn von Donald Trump. Sein Vater ist ein enger Freund von Benjamin Netanyahu, dessen Wahlkampf er unterstützt hat. Wenn Netanyahu New York besuchte, schlief er manchmal bei den Kushners, einmal sogar in Jareds Zimmer. Jared Kushner zog für Benjamin Netanyahu in den Keller. Damit wurde er zum Nahostexperten und Präsidentenberater in verschiedenen Lebenslagen.

David Friedman hat als Anwalt die Insolvenz von Trumps Casinos in Atlantic City, New Jersey, geregelt. Sie wurden Freunde, als Trump drei Stunden durch einen Schneesturm reiste, um für Friedmans verstorbenen Vater, einen Rabbi aus Long Island, ein Trauerritual abzuhalten. Friedman, der seit Jahren radikale Siedler finanziell unterstützt, wurde kurz nach dem Wahlsieg Trumps zum amerikanischen Botschafter in Israel. Er hoffe, seine Arbeit bald aus einer Botschaft in Jerusalem ausüben zu können, "der ewigen Hauptstadt Israels", hieß es in der ersten Erklärung.

Es ist oft von Freundschaft die Rede, wenn Trump über seinen außenpolitischen Beraterstab redet. Es klingt, als sollen die drei Amigos den Nahostkonflikt lösen und gleichzeitig ihren Chef der Welt verkaufen.

Jason Greenblatt erklärte kurz nach der Ankündigung des Präsidenten, die amerikanische Botschaft zu verlegen, wie man Trump verstehen muss.

"Präsident Trump glaubt, dass frisches Denken und unkonventionelle Entscheidungen nötig sind, um den Friedensprozess voranzutreiben", sagte er. "Und wir verhalten uns entsprechend dieser Leitlinie."

Das kann man so sagen.

Palästinensische Arbeiter nahe der neuen US-Botschaft: "Wir jagen Geister"
Jonas Opperskalski/ DER SPIEGEL

Palästinensische Arbeiter nahe der neuen US-Botschaft: "Wir jagen Geister"

Friedman trieb, gegen den Rat des amerikanischen Außenministeriums, den Botschaftsumzug voran. Greenblatt und Kushner bereisen den Nahen Osten, sprechen mit Staatschefs, Königen und Kronprinzen. Sie haben einen Plan, heißt es. Keiner, außer ihnen und dem Chef, kennt den Plan. Sie zeigen ihn auch nicht. Es ist aber der Plan, der alle Probleme lösen wird.

Der "ultimative Deal", von dem Trump oft redet. Der beste Plan der Welt.

Die diplomatische Weltgemeinde spekuliert, was im Plan stehen könnte und auch, wann er gezeigt wird und warum vielleicht doch nicht.

Ein Botschafter sagt, der Plan werde mindestens zu 70 Prozent den Zielen von Benjamin Netanyahu folgen, vielleicht auch zu 80. Er habe gehört, der Plan werde kurz nach der Botschaftseröffnung veröffentlicht. Ein anderer Botschafter hat vor zwei Monaten von Jason Greenblatt gehört: Der Plan komme, wenn er fertig sei. Vor zwei Wochen hörte er: Sie zeigten ihn, wenn die Bedingungen reif seien. Es heißt, dass weder Palästinenser noch Israelis ein Interesse hätten, dass der ultimative Plan öffentlich wird.

Wenn man mit sechs oder sieben Diplomaten in Israel geredet hat, die den Plan nicht kennen, aber fürchten, hat man den Eindruck, im Kopf von Donald Trump zu sitzen. Es sieht aus wie in einem Automatencasino von Las Vegas.

Er setzt seine Kinderunterschrift unter irgendwelche Dokumente. Im Hintergrund explodieren die ersten Raketen. Und man weiß nie, ob es Silvesterknaller oder Langstreckenwaffen sind.

Erst vor dem Chor der fassungslosen Diplomaten sieht man die Rücksichtslosigkeit, Dummheit und Ignoranz des Solisten Donald Trump.

Endstatuslösungen sind für Trump kein Problem. Den Endstatus legt er fest. Er ist der Endstatus.

"Wir jagen Geister", sagt Daniel Seidemann, ein Jerusalemer Anwalt und Stadtexperte, der seit Jahrzehnten zwischen Christen, Palästinensern und Israelis moderiert, der hervorragende Verbindungen ins amerikanische Außenministerium und in die israelische Politik hat. "Es gibt nichts, was meine Freunde beantworten könnten. Nur Spekulationen. Man kann nur hoffen, dass die drei Amigos und Trump noch sehr lange an diesem Plan arbeiten. Sie kennen doch das Infinite-Monkey-Theorem? Wenn man Affen nur lange genug in eine Schreibmaschine tippen lasse, entsteht irgendwann ein Shakespeare-Stück."

Seidemann kichert, aber er sieht nicht aus, als amüsiere er sich.

Er wohnt nur drei Straßen entfernt von Arnona, wo die Botschaft aufmacht. Er wird nicht hingehen. Er ist nicht eingeladen, und es ist für ihn auch unbedeutend. Kitsch. Bedeutend war die Entscheidung.

"Es ist schon einigermaßen beunruhigend, sich diesen Tag für eine Eröffnung auszusuchen. Nakba-Tag, vorm Ramadan, mitten in der Iran-Krise", sagt Seidemann. "Wovor ich wirklich Angst habe, ist die Langzeitwirkung dieser Entscheidung. Trump hat die Autorität, die die USA im Nahostkonflikt hatten, aufgegeben. Es gibt niemanden, der die Lücke füllt. Kushner, Friedman und Greenblatt sind nicht bösen Willens. Sie sind ahnungslos." Er hat ihnen die Stadt gezeigt, er hat ihnen seine Bedenken mitgeteilt. Sie waren sehr freundlich, aber Seidemann glaubt nicht, dass sie sich noch einmal bei ihm melden.

Seidemann glaubt, dass Trumps Politik in einen Krieg führen wird. Wann und wo, kann er nicht sagen. Aber es gibt niemanden mehr, der ihn verhindern könnte, sagt er, am Mittwoch dieser Woche. In der Nacht zum Donnerstag flogen die ersten israelischen Raketen in Richtung Syrien.

Die Vorbereitungen auf die Widmungszeremonie wirken spätestens jetzt wie ein Volksstück. Das Regierungspressebüro meldet stolz die Zahl der internationalen Journalisten, die an der Veranstaltung teilnehmen möchten. Es sind 300, darunter 65 aus Amerika, 41 aus Großbritannien, 24 aus Japan und 23 aus Deutschland. Die "Jerusalem Post" präsentiert drei Gedenkmünzen zum Botschaftsumzug mit der Aufschrift: "Jerusalem, ewige Hauptstadt Israels". Am Vorabend der Botschaftseröffnung werden sich US-Gäste, zu der auch die republikanische Politikerin Michele Bachmann gehören soll, zum Bibelstudium in der Knesset treffen. Bachmann kommt aus Iowa und hielt heimatliche Wirbelstürme und ein Erdbeben in Virginia für die Antwort Gottes auf die Politik von Obama. Später wird Jimmy Morales, dem Präsidenten von Guatemala, in Jerusalem der Cyrus Award verliehen.

Der Cyrus Award ist ganz neu, er wurde erst geschaffen, nachdem Donald Trump den Botschaftsumzug verkündet hatte. Es ist ein Preis für politische Führer, die Jerusalem als Hauptstadt anerkennen. Jimmy Morales ist evangelikaler Christ, der 2016 überraschenderweise Präsident von Guatemala geworden ist. Bekanntheit erlangte er als Fernsehkomiker. Er ist der erste Politiker, der den Preis bekommen wird. Der zweite wird Donald Trump sein, der bekannt wurde als Gastgeber einer Reality Show. Der Cyrus-Preis ist einem tönernen Zylinder nachempfunden, den man bei Ausgrabungen unter einem babylonischen Tempel gefunden hat. Er ist goldfarben und wird von der "Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem" verliehen.

Die Diplomaten Gottes sind mit im Boot.



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