AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 6/2018

Dschibuti Wie China eines der kleinsten Länder Afrikas verändert

China hat Dschibuti zum "strategischen Partner" erklärt, baut riesige Freihandelszonen, unterhält sogar eine Marinebasis. Die globale Machtverschiebung lässt sich hier wie in einem Labor beobachten.

Projektchef Li am Modell der Freihandelszone: Eine Stadt aus dem Nichts
DOMINIC NAHR / DER SPIEGEL

Projektchef Li am Modell der Freihandelszone: Eine Stadt aus dem Nichts

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Eine rote Staubwolke, und plötzlich steht da dieser Polizeiwagen auf der Piste zwischen den Felsbrocken. Der junge Mann in Uniform öffnet das Fenster und schimpft los, auf Französisch. Die von ihm gemaßregelten Chinesen verstehen nichts, aber langsam wird ihnen klar, woher die Aufregung kommt: Sie haben es versäumt, sich bei dem Wachposten anzumelden, der die Zufahrt zu der Großbaustelle oberhalb der Küste sichert.

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Heft 6/2018
Kaufen oder mieten? Was wo schlau ist

Als der Polizist abdreht, entfährt es Nicholas Li: "Unglaublich, das ist doch meine Firma hier!" Das Unternehmen unter Führung der China Merchants Group soll in Dschibuti die größte Freihandelszone Afrikas errichten.

Li, der 37-jährige Firmenchef, kickt einen Stein von der Piste. Regeln sind Regeln, okay, die Tour im Geländewagen über das Geröllfeld geht weiter. Seinen Fahrer hat Li im Hauptquartier unten in der Stadt gelassen, er lenkt selbst, er hat die Dinge gern unter Kontrolle.

Da, wo die Bagger mit Spezialwerkzeug den felsigen Untergrund aufbrechen, sollen bald Fabriken, Lagerhallen, Büroklötze und Hotels stehen: eine Stadt aus dem Nichts, die bis hinunter ans Meer reicht, eine 48 Quadratkilometer große Einladung an Investoren aus der ganzen Welt.

Dschibuti ist eines der kleinsten Länder Afrikas, aber seit einigen Jahren wird hier ganz groß gedacht. Viele Menschen träumen davon, mit chinesischer Hilfe eine Erfolgsgeschichte zu schreiben wie die arabischen Golfstaaten oder Singapur. Es ließen sich tausend Gründe finden, warum in diesem ausgedörrten Land daraus nichts werden kann. Aber es gibt hier auch den Ehrgeiz, etwas zu riskieren und voranzukommen. Es geht um ein besseres Leben und um den Aufstieg in der Weltgesellschaft, die sich gerade neu ordnet.

Die globale Machtverschiebung von Westen nach Osten lässt sich hier wie in einem Labor beobachten. Dschibuti ist offener und experimentierfreudiger als andere afrikanische Staaten. Europa und Amerika sind für die Menschen hier zwar weiterhin wichtig. Wenn es aber um ihre Zukunft geht, schauen sie auf China.

Sie haben die Erfahrung gemacht, dass chinesische Pläne schnell Wirklichkeit werden. An der Küste steht bereits ein neuer Hafen; die riesigen Kräne von Doraleh sind jetzt ein Wahrzeichen Dschibutis. Die Freihandelszone, die Nicholas Li aus dem Geröllfeld wachsen lässt, soll Arbeitsplätze und Wohlstand liefern.

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Am Abend in seinem Hauptquartier hat Li noch etwas Zeit. In der dunklen Eingangshalle knipst er ein paar Schalter an, im Schein vieler winziger Lichter erstrahlt das Modell, das die erste Ausbaustufe der Freihandelszone zeigt. Li deutet auf das Hochhaus neben der achtspurigen Zufahrt. "Hier kommt ein Hotel hin", sagt er. Das Gebäude daneben soll der neue Firmensitz des Konsortiums werden. "Im Juli ziehen wir ein." Der Zeitplan ist straff.

Li ist erst vor einem halben Jahr nach Dschibuti gekommen. Nach einem Bachelor in Finanzwissenschaft ging er von China ins walisische Cardiff, um seinen Masterabschluss zu machen. "In meinen Kursen dort waren so viele Chinesen, das gefiel mir nicht", sagt er. Er belegte andere Seminare, um internationale Studenten kennenzulernen. Englisch spricht er mit britischem Akzent.

Die geplante Freihandelszone, für die Li zuständig ist, ist wichtig für Dschibuti, weil dort Jobs für Einheimische entstehen sollen. Mohamed Abdillahi Wais, Generalsekretär der Präsidentschaft und ein einflussreicher Mann in der Regierung, sagt: "Wo 50 Ausländer arbeiten, sollen auch 50 von unseren Leuten Arbeit finden."

Wais, der in Frankreich studiert hat, kennt die Skepsis der Europäer gegenüber Großprojekten unter chinesischer Flagge, aber er teilt sie nicht: "Wir haben die Zone nach dem Beispiel von Dschabal Ali in Dubai eingerichtet", sagt er.

Bei den Scheichs sprudelt der Reichtum aus dem eigenen Boden, in Dschibuti gibt es weder Öl noch andere wertvolle Bodenschätze. Das Land ist heiß und trocken. Bis vor ein, zwei Generationen lebten die Menschen hier als Nomaden. Ziegen und Kamele laufen mitten durch die Hauptstadt.

Dschibuti hat vor allem einen Rohstoff zu bieten, der in der Immobilienbranche Lage, Lage, Lage heißt. Vor den Küsten des Landes verläuft eine der meist befahrenen Schifffahrtsstraßen der Welt. Dutzende Öltanker und Containerschiffe steuern dort täglich das Rote Meer an, um nach der Passage durch den Suezkanal in den Häfen Europas festzumachen.

Die strategische Lage ist einer der Gründe, warum die Chinesen hier sind, mit ihren Projektmanagern, Bankern und Ingenieuren, seit Neuestem auch mit ihrer Armee. In einer langen Reihe ausländischer Mächte sind sie die bisher letzten, die sich in Dschibuti dauerhaft einquartiert haben. Aber sie denken in größeren Kategorien als die anderen. Das kleine Dschibuti ist ihr Tor nach Afrika.

Jene, die schon da waren, als die Chinesen kamen, sind geblieben, vor allem mit ihrem Militär. Truppen aus drei Kontinenten unterhalten im Süden der Hauptstadt Stützpunkte: US-Amerikaner, Japaner, Italiener und natürlich die Franzosen, die ehemaligen Kolonialherren. Auf ihrer "base aérienne 188" beherbergen sie auch Spanier und Deutsche. Französisch ist die wichtigste Landessprache in Dschibuti.

Fast eine Million Menschen leben hier auf einer Fläche etwas größer als Hessen. Sie kommen aus unterschiedlichen Kulturen, sprechen Arabisch oder die Sprachen der Nachbarländer Somalia und Äthiopien. Zwei große Gruppen lagen lange miteinander im Streit, die Afar aus dem Norden und die Issa aus dem Süden, aber seit dem Ende des Bürgerkriegs 1994 ist es ziemlich still geblieben.

Der autoritär regierende Präsident Ismail Omar Guelleh hat seinem Land erfolgreich Ruhe verordnet. Politische Freiheit für alle hält Guelleh für riskant, er setzt auf Strenge und Stabilität. In einer unruhigen Region ist Stabilität der zweite Rohstoff, den Dschibuti zu bieten hat. Der dritte ist eine gewisse Weltoffenheit. Der Islam ist zwar Staatsreligion, trotzdem gilt der Glaube in Dschibuti als Privatsache. In den christlichen Kirchen finden regelmäßig Gottesdienste statt; wenn eine Frau in Jeans und mit offenen Haaren durch die Straßen geht, nimmt keiner daran Anstoß.

Busbahnhof in Dschibuti: Aufstieg in eine Weltgesellschaft, die sich gerade neu ordnet
DOMINIC NAHR / DER SPIEGEL

Busbahnhof in Dschibuti: Aufstieg in eine Weltgesellschaft, die sich gerade neu ordnet

Präsident Guelleh kann es sich leisten, zu den westlichen Mächten auf Distanz zu gehen. Sie bezahlen zwar viel Geld dafür, dass sie Soldaten, Flugzeuge und Drohnen auf dschibutischem Boden stationieren dürfen, aber sie sind auf Guelleh angewiesen, weil sie bleiben wollen. In einem Gespräch mit der Zeitschrift "Jeune Afrique" sagte er im Frühjahr: "Die Amerikaner halten uns andauernd vor, dass die chinesische Präsenz ihre Einsätze behindert, und die Japaner machen sich noch größere Sorgen." Er findet das überflüssig.

Wie viel angenehmer ist für ihn da doch der Umgang mit den Chinesen. Staatspräsident Xi Jinping hat Guelleh im November die höchste Ehre erwiesen. Mit allem Pomp eines Staatsbesuchs empfing er ihn in Peking. Die beiden Präsidenten vereinbarten eine "strategische Partnerschaft", was seltsam klingt, wenn der eine 1400-mal so viele Menschen regiert wie der andere.

Trotzdem, der Begriff Partnerschaft ist ein politisches Signal: Wenn der viel Größere den Kleineren als Ebenbürtigen behandelt, kann man darin auch eine Verbeugung sehen, eine Verbeugung vor Afrika.

Die Chinesen müssen sich viel Kritik anhören, seit sie sich auf dem Kontinent den Zugang zu Bodenschätzen sichern und mit Milliardenkrediten Häfen, Eisenbahnen und Staudämme finanzieren. In Afrika gelten sie häufig als Neokolonialisten, als rücksichtslose Wirtschaftsfanatiker, die ausschließlich an sich selbst denken.

Oder handelt es sich bei den chinesischen Investitionen doch um eine besonders effiziente Form der Entwicklungshilfe? Der Streit über diese Frage ist in vollem Gange, er wird zwischen China und dem Westen geführt, aber auch in Afrika selbst. Kritiker empören sich über die Konditionen, zu denen chinesische Kredite häufig vergeben werden: keine oder geringe Zinsen am Anfang der Laufzeit, anschließend hohe Zinsen für viele Jahre - es ist ein Finanzmodell, das Abhängigkeiten schafft.

Ge Hua kennt die Vorwürfe. Ge ist die Statthalterin des chinesischen Handelsministeriums in Dschibuti, eine wichtige Vertreterin ihres Landes. Alle zivilen Projekte, an denen China beteiligt ist, gehen über ihren Schreibtisch. Sie ist dabei, wenn Verträge ausgehandelt werden, erklärt in Peking die dschibutische Sichtweise und überprüft in Dschibuti, wie die Umsetzung beschlossener Pläne vorankommt.

Wirtschaftsexpertin Ge: "Es ist ein einzigartiges Land"
DOMINIC NAHR / DER SPIEGEL

Wirtschaftsexpertin Ge: "Es ist ein einzigartiges Land"

Wie die meisten Ausländer kämpft sie mit der Hitze, die Fenster ihres Büros sind komplett verdunkelt. Trotzdem klingt es glaubwürdig, wenn sie von ihrer Begeisterung für Dschibuti spricht. "Ich habe meinen Freunden gesagt, dass sie dieses Jahr hierherkommen müssen, es ist ein sehr schönes und einzigartiges Land. Tourismus wird sehr wichtig werden", sagt sie.

Wichtiger sind natürlich die Bauprojekte. Neben der Freihandelszone und dem Hafen von Doraleh sind es vor allem drei grenzüberschreitende Anlagen, für die schon viel Geld geflossen ist. Dschibuti und Äthiopien, das seinen Außenhandel fast vollständig über die Häfen des kleinen Nachbarn am Meer abwickelt, rücken dadurch noch enger zusammen. Infrastrukturentwicklung aus chinesischer Hand.

Die elektrifizierte Bahnlinie über 759 Kilometer zwischen den beiden Hauptstädten ist seit einiger Zeit fertig, allerdings fehlt für den regelmäßigen Betrieb über die gesamte Strecke der Strom. Die Wasserleitung aus Äthiopien liefert bereits, der Endausbau läuft. Eine Gaspipeline ist in Planung. Aus chinesischer Sicht soll sich all das in ein großes Ganzes einfügen: die neue Seidenstraße.

Unter dem sperrigen englischen Namen "One Belt, One Road" fördert Peking seit Jahren die Errichtung von Hafenanlagen, Straßen, Eisenbahnen und Handelszentren in Asien, Afrika und Europa. Ziel ist es, einen eng verflochtenen Wirtschaftsraum unter chinesischer Kontrolle zu schaffen. "One Belt, One Road" ist vor allem ein geopolitisches Projekt.

Auch Dschibuti liegt an dieser neuen Seidenstraße. Gleich neben dem Gebäude der 2016 gegründeten "Silk Road International Bank" hat Nicholas Li sein Hauptquartier. Gegenüber arbeitet Ge Hua.

Die Wirtschaftsexpertin betont, "dass viele Projekte von uns mit Darlehen zu Vorzugskonditionen finanziert werden". Außerdem achte ihr Land darauf, dass alle Beteiligten profitieren: "Es ist wichtig, dass die Dschibutier gute Einkünfte aus den Projekten beziehen, damit sie ein besseres Leben führen können und in der Lage sind, ihre Schulden zurückzuzahlen."

Und dann, das dürfe auf keinen Fall unerwähnt bleiben, gebe es noch die lange Liste an Hilfsprojekten: Schulen, Krankenhäuser und Sportanlagen, die von China bezahlt worden sind, ganz ohne Kredite. Das größte Vorhaben kann man Tage später besichtigen: 60 chinesische und 150 dschibutische Arbeiter errichten ein Nationalarchiv mit öffentlicher Bibliothek. Ein rot-weißes Schild weist darauf hin, dass hier seit 355 Tagen unfallfrei gearbeitet wird. Im Juli 2019 soll der Bau an den dschibutischen Staat übergeben werden, inklusive Möbel und Regale.

austelle der Freihandelszone: Arbeitsplätze für die Menschen im Land
DOMINIC NAHR / DER SPIEGEL

austelle der Freihandelszone: Arbeitsplätze für die Menschen im Land

Über all das kann man mit Ge reden, nur nicht über das Militär. "Das gehört nicht zu meinen Aufgaben", sagt sie.

Chinesische Soldaten sind sehr präsent im Land, auch wenn sie sich hinter Betonmauern verschanzt haben. Westlich des Hafens hat die Armee im vergangenen Sommer eine Marinebasis eröffnet, über die viele Gerüchte im Umlauf sind. Sie ist die erste militärische Einrichtung Chinas außerhalb Asiens, allein das macht sie interessant. Offiziell handelt es sich um einen logistischen Flottenstützpunkt.

Die Anlage ist imposant, westliche Militärs verspotten sie als "Palast von Jabba the Hutt", nach dem Filmepos "Star Wars". Angeblich haben die Gebäude drei unterirdische Stockwerke und können bis zu 10.000 Soldaten aufnehmen.

Chinesische Medien berichten regelmäßig über die neue Militärbasis. Im November rückten die Soldaten zu einer Waffenübung aus, die sie auf einem Exerziergelände mitten im Land abhielten. Anschließend konnte man in der Pekinger "Global Times" lesen, worum es strategisch geht: "Es ist normal, dass die in Dschibuti stationierten chinesischen Truppen stets für den Kampf vorbereitet sein müssen." Mehr als 100 Milliarden Dollar habe man schon in Afrika investiert. Deshalb sei das Militär dazu verpflichtet, "die Interessen Chinas auf dem Kontinent abzusichern".

Mit militärischen Auftritten wie in Dschibuti will China eine doppelte Botschaft senden: eine der Stärke und eine der Friedfertigkeit. Die Armee zeigt, wozu sie in der Lage ist. Gleichzeitig beteuern chinesische Politiker bei jeder Gelegenheit, dass all das bloß der Verteidigung diene.

Die Amerikaner sind trotz solcher Beschwichtigungen misstrauisch. Sie fürchten, dass China bald nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch mit ihnen gleichzieht. Zu den Besonderheiten Dschibutis gehört es, dass sich die alte Supermacht und die neue Konkurrenz hier so nah kommen wie nirgendwo sonst auf der Welt.

Nur wenige Kilometer von der chinesischen Festung entfernt liegt Camp Lemonnier, die einzige dauerhafte US-Militärbasis auf afrikanischem Boden. Von hier aus beginnen Spezialkräfte ihre geheimen Kommandoaktionen, von hier aus steigen Drohnen auf, die in Somalia oder im Jemen auf Terroristenjagd gehen.

Die rund 4000 US-Soldaten leben in ihrem Camp wie auf einem Flugzeugträger, das Land ringsum betrachten sie als einen Ozean voller Gefahren. Verlassen dürfen sie ihre Basis nur mit einer Sondererlaubnis. Und auch dann ist die Hauptstadt zum größten Teil als "No-go-Area" eingestuft.

Camp Lemonnier hat die US-Armee 2002 übernommen, nach den 9/11-Anschlägen, die Franzosen brauchten das Gelände nicht mehr. Ihre Basis nördlich des Flughafens ist immer noch weitläufig, man sieht Soldaten in kurzen Hosen, die Rad fahren, um sich fit zu halten, und Kinder, die zur Schule gehen. Regelmäßig sind die Triebwerke der "Mirage"-Kampfjets zu hören, die den Luftraum über der Hauptstadt kontrollieren. Thierry Duquenoÿ, Chef der französischen Streitkräfte im Land, erklärt, warum Dschibuti so wichtig ist: "Für Asien, Afrika und Europa liegt hier eine Schlüsselregion. Der Golf von Aden und das Rote Meer trennen die arabische und die afrikanische Sphäre nicht, vielmehr verbinden sie beides, wie ein Reißverschluss."

Auch wenn in der Vergangenheit Personal abgebaut wurde, sei die Bedeutung dieses Standorts in Paris unstrittig. General Duquenoÿ weist auf ein Detail hin: "Ich bin der einzige französische Kommandeur im Ausland mit drei Sternen." Seine wichtigste Aufgabe sei der Kampf gegen Terroristen. Mehr darf er dazu nicht sagen.

Auf dem engen Raum Dschibutis treffen nicht nur unterschiedliche Nationen, sondern auch drei verschiedene Epochen aufeinander: Da ist die alte Zeit der europäischen Vorherrschaft, verkörpert durch die Franzosen, die einstigen Kolonialherren. Da ist, zweitens, die noch immer machtvolle Gegenwart der amerikanischen Weltordnung, gestützt auf das Militär. Und da ist, drittens, die Zukunft, die schon begonnen hat, das chinesische Zeitalter.

Bundeswehrsoldaten der "Atalanta"-Mission: Überwachung der somalischen Küsten
DOMINIC NAHR / DER SPIEGEL

Bundeswehrsoldaten der "Atalanta"-Mission: Überwachung der somalischen Küsten

Am Rande sind auch die Deutschen dabei. Zusammen mit einem spanischen Kontingent haben sie sich auf der "base aérienne 188" als Gäste einquartiert. Ihr Auftrag lautet, im Rahmen der EU-Mission "Atalanta" den Schiffsverkehr der Region vor Piraten zu schützen. Mit einem See-Fernaufklärer vom Typ P-3C Orion beobachten die Soldaten aus der Luft, ob sich an den somalischen Küsten etwas Verdächtiges tut. Auffälligkeiten melden sie an die "Atalanta"-Zentrale weiter.

Während die deutsche Turbopropmaschine auf ihre Startposition rollt, hört man, wie im Funkverkehr Deutsch, Englisch und Französisch gesprochen wird. Links und rechts der Piste stehen französische Jets und US-Flugzeuge.

Als die Maschine von Nordosten wieder über Dschibuti fliegt, liegt alles unter einem: der von Chinesen gebaute Hafen, daneben ihr geheimnisvoller Marinestützpunkt, ein Stück landeinwärts die künftige Freihandelszone. Dann tauchen die Militärbasen der Amerikaner und Franzosen auf. Alles ganz nah. Und doch so weit auseinander.


Im Video: Dschibuti - Kampf gegen Seeräuber



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