AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 26/2017

Heilpraktiker im Massenrausch Wie ein Drogen-Seminar außer Kontrolle geriet

So einen Einsatz hatten die Retter noch nie erlebt: Getrieben von Wahnvorstellungen wandten sich 29 Teilnehmer eines Heilpraktikerseminars in Krämpfen, verletzten sich selbst. Nun kommt der Seminarleiter vor Gericht.

Noteinsatz im niedersächsischen Handeloh 2015
DPA

Noteinsatz im niedersächsischen Handeloh 2015

Von Bruno Schrep


"Was sind denn das für bescheuerte Komparsen", fluchte Werner L. von der Freiwilligen Feuerwehr Holm. Sein Kumpel rief fassungslos: "Guck mal, die drehen alle durch, das ist ja völlig übertrieben." So theatralisch hatten sie sich die lange angekündigte Großübung nicht vorgestellt.

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Heft 26/2017
Das vergiftete Erbe des Helmut Kohl

Ein Mann kroch den Helfern auf allen vieren entgegen, die Augen weit aufgerissen. Aus seinem Mund kamen kehlige Laute. "Er bellte", erinnert sich Werner L. Schräg hinter ihm hüpfte eine Frau in weißem Gewand durch den Wald, rief immer wieder: "Ich bin leicht wie eine Feder im Wind." Ein Mittvierziger vollführte Flugbewegungen, warf ständig beide Arme in die Luft. Und verkündete dröhnend: "Ich bin ein Drache, ich bin ein Drache."

Erst als der Drachenmann hinfiel, sich mehrmals übergab und wie tot liegen blieb, dämmerte den Rettern: Die Alarmmeldung "Massenhaft Verletzte in Handeloh" bezog sich nicht auf die geplante Übung, sondern auf einen Ernstfall. Und die scheinbar so miesen Opferdarsteller waren keine Komparsen, sondern echte Opfer.

Die Übung fiel aus.

29 Teilnehmer eines Heilpraktikerseminars gerieten an jenem Freitagnachmittag im September 2015 in größte Gefahr. Ärzte, Psychologen, Yogalehrer und Homöopathen torkelten orientierungslos umher, getrieben von quälenden Wahnvorstellungen. Oder wälzten sich auf dem Boden, rangen um Luft, wandten sich in Krämpfen, verletzten sich selbst.

Rund 160 Helfer versuchten stundenlang, das Schlimmste zu verhindern. Zahlreiche Krankenwagen, Feuerwehrfahrzeuge und ein Rettungshubschrauber verwandelten die sonst so stille niedersächsische Gemeinde Handeloh in ein riesiges Feldlazarett. Notärzte und Sanitäter spritzten Beruhigungsmittel, verabreichten Sauerstoff, starteten Herzmassagen, legten Verbände an. "So einen Einsatz habe ich noch nie erlebt", sagt Feuerwehrmann L., "und ich bin seit 30 Jahren dabei."

Um ihr Bewusstsein zu erweitern, hatten die Seminarteilnehmer mit viel Flüssigkeit die illegale Substanz 2C-E geschluckt. Das Halluzinogen, in der Drogenszene auch unter dem Namen Aquarust bekannt, kann wie Speed oder Kokain Wahnbilder auslösen und verändert die Wahrnehmung von Farben und Geräuschen. Nebenwirkungen sind oft Atemnot, Schmerzen, Krämpfe und Herzrhythmusstörungen.

Was am Rand der Lüneburger Heide passierte, kann eine ganze Branche in Misskredit bringen. Ausgerechnet Naturheilkundler mit dem Anspruch, Kranke ohne die vermeintlich giftigen Arzneien der Pharmaindustrie zu heilen, wurden ihren eigenen Prinzipien untreu und konsumierten synthetisch hergestellte Drogen aus dem Chemielabor. Selbst Homöopathen, die ihren Patienten millionenfach verdünnte Mittel verordnen, schluckten eine weitgehend unverdünnte Substanz, von der sie hätten wissen müssen, dass sie verboten ist.

Ebenfalls mit dabei: eine Yogalehrerin, die unter dem Motto "Der Weg zu meinem wahren Ich" Yogakurse auf Mallorca anbietet. Eine Ärztin, die im Internet mit "tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie" wirbt. Ein Heilpraktiker, der ganzheitliche Krebsberatung offeriert. Personen, von denen sich Kranke die alternative Linderung ihrer Beschwerden erhoffen.

Die Staatsanwaltschaft Stade, die zunächst gegen alle 29 Teilnehmer ermittelte, konzentrierte sich später auf die beiden Organisatoren und deren zwei Helfer. Beim Prozess vor dem Stader Landgericht wird vermutlich nur noch der Seminarleiter auf der Anklagebank sitzen.

Das Tagungszentrum "Tanzheimat Inzmühlen", der Schauplatz des Dramas, liegt versteckt zwischen uralten Bäumen, Wiesen und einem Moorbach. Zwei schmucke Fachwerkhäuser stehen eng beieinander: die reetgedeckte Tanzhalle mit "Schwingfußboden" und das Gästehaus mit 35 Betten in kleinen Zimmern, Gemeinschaftsküche und Speisesaal.

Früher quartierten sich Wandervereine ein, heute gibt es Kurse in Tanztherapie und Tanzpädagogik. Propagiert wird "die heilende Kraft des Tanzes". Um die Rentabilität des Zentrums zu sichern, wird jedoch auch an externe Gruppen vermietet.

Stefka Weiland und Gabriele Fischer, die beiden Geschäftsführerinnen, ahnten nichts Böses, als die Heilpraktikerin Anja W. die Räume für ein Wochenendseminar buchte. Zusammen mit ihrem Ehemann, dem Psychotherapeuten Stefan S., hatte sie schon öfter Kurse in Handeloh geleitet, nie gab es Ärger, im Gegenteil. Das Paar begrüßte die Gastgeber und die Kursteilnehmer stets mit herzlichen Umarmungen, Küsschen rechts, Küsschen links, alle hatten sich lieb.

Auch am fraglichen Freitagnachmittag schien alles wie immer. Die Seminaristen, ganz in Weiß gekleidet, brachten wie jedes Mal blütenweiße Betttücher mit, die sie zur ersten Therapiestunde auf dem Parkettboden und den Stühlen des Tanzsaals ausbreiteten. Dann wurde es zunächst ganz still.

Plötzlich hörte Stefka Weiland verstörende Geräusche. "Furchtbare Laute", erinnert sich die Geschäftsführerin, "so ein Grunzen, Stöhnen, Kreischen." Was sie sah, als sie ins Freie stürzte, kann sie bis heute nicht vergessen. "Ich krieg diese Bilder einfach nicht aus dem Kopf", sagt sie, "jedes Mal, wenn ich über die Wiese gehe, sehe ich die Leute da liegen und schreien." Zum Beispiel den Seminarleiter Stefan S. "Er kratzte sich mit bloßen Händen das Gesicht blutig, stolperte ständig, fiel mehrfach hin." Oder den Heilpraktiker Stefan R. "Der wälzte sich wie wild in einem Steinhaufen." Oder die Heilpraktikerin W. "Sie lag in einem Graben, zitterte am ganzen Leib, wusste nicht, wo sie war."

Mitinhaberin Fischer sah, wie sich einzelne Personen trotz Tropf und Kanüle im Arm aufbäumten und weglaufen wollten; sie mussten von mehreren Helfern mit Gewalt festgehalten werden. Und Köchin Andrea Z., die gerade das Abendessen für die Seminarteilnehmer vorbereitete, wird noch immer übel, wenn sie an eine Szene denkt. "Ein Mann versuchte, sich selbst zu verstümmeln", berichtet sie, "er wollte sein Geschlechtsteil abreißen." "Wenigstens gab es keine Toten", sagt Stefka Weiland, "viel gefehlt hat nicht."

Tatsächlich schwebten zwei Teilnehmer, von Krämpfen geschüttelt und ohne Bewusstsein, kurzfristig in Lebensgefahr. Beide wurden ebenso in umliegende Kliniken eingeliefert wie die anderen 27 Verletzten.

Das Chaos hat laut Rüdiger Deckers, dem Düsseldorfer Verteidiger von Seminarleiter S., nichts mit einer Überdosis zu tun, sondern einen bisher nicht bekannten Grund: Der verwendeten Droge 2C-E sei ein weiterer Stoff beigemischt gewesen, und zwar die psychoaktive Substanz DragonFly, zu Deutsch Libelle. Die Forschungschemikalie, die ähnlich wirkt wie LSD, kann bei Überdosierung zu schweren Komplikationen bis hin zum Tod führen.

Wie diese gefährliche Substanz in den 2C-E-Vorrat geriet, versichert der Anwalt, sei seinem Mandanten ein großes Rätsel. Stefan S. habe das Zeug gutgläubig erworben und von der brisanten Zumischung keinen Schimmer gehabt. Die Quelle des Stoffs konnte bisher nicht ermittelt werden.

Weil die Opfer nicht ansprechbar waren, rätselten Ärzte und Sanitäter zunächst über die Ursache der Ausfälle. Eine Lebensmittelvergiftung? Eine Massenhysterie? Erst als "Tanzheimat"-Geschäftsführerin Fischer mehrere Verpackungen mit der Aufschrift 2C-E auf einer Fensterbank entdeckte und Polizisten übergab, war der Fall klar. Deutlich wurde auch, welche Art Seminar geplant war. Denn das Ziel des Wochenendkurses, erinnert sich Andrea Z., hätten die Veranstalter eindeutig vorgegeben: "Das dritte Auge öffnen".

Die Therapiemethode, mit der dieses Ziel erreicht werden sollte, heißt Psycholyse. Ihr Ansatz, dass nur mithilfe bestimmter Drogen besonders tiefe Schichten des Unterbewussten erreicht werden können, ist hoch umstritten. Ihre Befürworter sind jedoch überzeugt, dass die Methode den herkömmlichen analytischen Techniken wie etwa der klassischen Gesprächstherapie weit überlegen ist.

"Total absurd", widerspricht Arno Deister, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie. Die Heilung psychischer Krankheiten erfordere die Auseinandersetzung mit der eigenen Person. Dies sei vor allem im Dialog mit einem kompetenten Therapeuten möglich. Nur so könne die Bereitschaft geweckt werden, etwas zu verändern.

Drogenkonsum führe jedoch gerade nicht zur Bewusstseinserweiterung, sondern lediglich zur Auflösung von Bewusstsein. Wer illegale Rauschmittel verabreicht, macht sich laut Deister "schlicht strafbar, er begeht Körperverletzung".

Solche und ähnliche Vorwürfe prallten an dem Schweizer Psychiater Samuel Widmer zeitlebens ab. Er gilt als einer der Erfinder der Psycholyse. In Lüsslingen-Nennigkofen in der Schweiz behandelte Widmer jahrzehntelang seine Patienten mit Substanzen wie Ketamin, Ephedrin und Mescalin sowie anderen psychedelischen Drogen. Sein Motto: Wer heilt, hat recht. Seine Anhänger verehrten ihn als Heilsbringer, für seine Gegner war er ein gefährlicher Scharlatan. Das hing auch mit seinem Lebensstil zusammen.

Als Widmer im Januar 2017 überraschend verstarb, hinterließ er zwei Frauen, elf Kinder und eine von ihm gegründete Kommune, die "Kirschblütengemeinschaft". In der Gruppe, bestehend aus rund 200 Erwachsenen und Kindern, wird mit offenen Beziehungen experimentiert, Sexualität, Esoterik und Spiritualität spielen eine große Rolle, laut eigener Darstellung geht es den Kirschblütlern vor allem um "Selbsterkenntnis".

Für Kritiker ist die Gemeinschaft, die von der Ehefrau Widmers weitergeführt wird, nichts weiter als eine gefährliche Sekte. Im Laufe der Jahre wurden dort schätzungsweise 4000 Patienten unterschiedliche Rauschmittel verabreicht. In zahlreichen Seminaren weihte Widmer außerdem Hunderte Therapeuten in seine Geheimnisse ein, darunter auch zahlreiche Interessenten aus Deutschland.

Deshalb soll auch in der Bundesrepublik ein verdecktes Netzwerk von Anhängern der Psycholyse entstanden sein, mit heimlichen Seminaren in der Provinz, sorgfältig vor der Öffentlichkeit verborgen. Gesicherte Erkenntnisse darüber gibt es bei den Landeskriminalämtern nicht. Und die Justiz greift nur ein, wenn etwas so schiefläuft wie 2009 in einer Berliner Arztpraxis.

Dort wollte der Psychotherapeut Garri R., ein langjähriger Schüler von Samuel Widmer, mit zwölf Patienten auf eine "gemeinsame Reise" gehen. Weil er die Partydroge Ecstasy versehentlich überdosierte, starben ein 59-jähriger und ein 28-jähriger Mann unter Qualen. Alle anderen Teilnehmer erlebten einen Horrortrip, ein 55-Jähriger lag wochenlang im Koma. Ein Berliner Gericht verurteilte den Mediziner zu vier Jahren und drei Monaten Haft und verhängte außerdem Berufsverbot.

Auch die Eheleute Stefan S. und Anja W., die das Drogenseminar in Handeloh leiteten, sind nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft glühende Anhänger des Schweizer Gurus. Seminarleiter Stefan S. soll sehr häufig in der Schweiz gewesen sein, Widmer sogar assistiert und den Arzt als "ganz Großen dieser Weltenzeit" gelobt haben. "Die Verbindung ist eindeutig", sagt Kai Thomas Breas, Oberstaatsanwalt in Stade.

Die juristische Aufarbeitung der verunglückten Drogensitzung verläuft äußerst zäh. Unterstützung der Betroffenen gibt es nicht, denn für Teilnehmer von Psycholyse-Experimenten ist es Ehrensache, ein Schweigegelübde abzulegen, eine Art Omertà. "Überall lagen unterschriebene gelbe Zettel rum", erinnert sich Köchin Andrea Z. Die Beteiligten hätten sich auf den Vordrucken verpflichtet, kein Sterbenswort über das Wochenende auszuplaudern. Generell gilt in der Psycholyse-Szene die Anweisung, gegenüber Polizei und Justiz die Aussage zu verweigern.

Weil bloßer Drogenkonsum nicht strafbar ist, wurde das Verfahren gegen 25 von ursprünglich 29 Beschuldigten schnell eingestellt. Auch die Ermittlungen gegen zwei Helfer endeten vorzeitig. Die beiden Hamburger, ein Heilpraktiker und eine Heilpraktikerin, sollen zwar unter anderem das Geld für die Seminarteilnahme, pro Person rund 300 Euro, eingesammelt und die verhängnisvolle Droge ausgeteilt haben. "Wir konnten ihnen aber nicht nachweisen, dass sie von der verbotenen Substanz wussten", erklärt Staatsanwalt Breas. Wobei der Ermittler persönlich nicht daran zweifelt, dass allen Beteiligten klar war, worauf sie sich einließen: "Das ist doch garantiert beim Einführungsgespräch erklärt worden."

Was für diese Einschätzung spricht: Um Ängste vor dem Drogenexperiment abzubauen und Vertrauen zu schaffen, ließen sich die Kursleiter vor Beginn des Seminars etwas Besonderes einfallen. Einzelne Teilnehmer mussten das Gelände in Handeloh mit verbundenen Augen erkunden. Damit sie nicht stürzten, wurden sie von anderen gehalten und geführt.

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Die beiden Seminarleiter müssen nun mit einer Strafe rechnen und außerdem mit dem Verbot, Patienten zu behandeln. Beiden wurde in der Anklageschrift zunächst nicht nur das "unerlaubte Überlassen von Betäubungsmitteln zum unmittelbaren Verbrauch" vorgeworfen, also die Abgabe des 2C-E-Cocktails. Sondern, weitaus schlimmer, auch der unerlaubte Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge - ein Tatbestand, der als Verbrechen gilt und mit Freiheitsentzug bis zu 15 Jahren bestraft werden kann.

In einem Raum der "Tanzheimat" fand die Polizei nämlich Vorräte von LSD, jener Modedroge, der seit Langem bewusstseinserweiternde Eigenschaften zugeschrieben werden. Ob das Halluzinogen, das Psychosen und Depressionen auslösen kann, in Handeloh ebenso verteilt werden sollte wie das 2C-E, lässt sich nicht mehr aufklären. Einiges spricht dafür.

Weil sich Seminarleiter Stefan S. als alleiniger Eigentümer des LSD bezichtigte und versicherte, seine Ehefrau habe nichts davon gewusst, verneinte das Landgericht Stade den Verbrechensvorwurf gegen Anja W. "Mein Mandant hat den Besitz eingeräumt und alle Schuld auf sich genommen", bestätigt sein Verteidiger. Mögliche Konsequenz: Das Verfahren gegen Anja W. könnte eventuell gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt werden.

"Tanzheimat"-Geschäftsführerin Stefka Weiland ist auch bald zwei Jahre nach dem Massenrausch noch sauer. Zwar ist die verwüstete Tanzhalle längst wieder instandgesetzt. Auch wurden die Schäden anstandslos bezahlt. Aber die Tanzlehrerin hatte mehr erwartet.

"Niemand hat sich bei uns entschuldigt, niemand zeigte sich einsichtig", bedauert sie. Schon Tage nach dem Massenrausch, als die Teilnehmer nach dem Klinikaufenthalt ihre Kleider und Taschen abholten, sei von Reue keine Spur mehr gewesen. Keiner habe sich von den Ereignissen distanziert - mit einer Ausnahme. Eine Frau, die nach dem Drogenkonsum mehrfach zusammengebrochen war, erklärte unter Tränen: "Hätte ich gewusst, wie das Zeug wirkt, hätte ich niemals teilgenommen."

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insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
philipp_scholl 26.06.2017
1.
"kann wie Speed oder Kokain Wahnbilder auslösen" Weil gerade Speed und Kokain ja für ihre halluzinogene Wirkung bekannt sind...
ruhepuls 26.06.2017
2. Heilpraktiker?
Komisch, wieso heißt es in der Überschrift nur "Heilpraktiker", wenn auch Ärzte und Psychologen dabei waren?
retterdernation 26.06.2017
3. Forum.Suchtmittel.de
kann ich nur zur Weiterbildung empfehlen ! Dort beschreiben Betroffene ihre Erfahrungen mit ein paar Näschen zu viel Koks. Von wegen keine Wahnvorstellungen und so! Kokain-Süchtige im fortgeschrittenen Stadium haben in etwa den Gemütszustand wie "Pferde die Scheuen." Und bei den Vierbeinern reicht schon der Schatten eines Baumes - um sie in Unruhe verfallen zu lassen. Ähnlich verhält es sich im Koksrausch. Die durch die Droge gesteigerte Wahrnehmung führt zu irren Interpretationen der Gegenwart. Da verstecken sich die Betroffenen ganz schnell mal hinter der Couch - weil sie glauben das DNA steht vor der Tür. So etwas furchtbares blieb den Seminar-Teilnehmern erspart. Sie waren wohl eher auf nem sogenannten Selbsterfahrungstrip. Ist doch schön, wenn Menschen im Geiste fliegen können ... davon zehren die Überdosierten bestimmt noch lange. Das Vorhaben als solches ist aber unverantwortlich ... die armen Opfer!
anderer_meinung 26.06.2017
4. Etwas differenzierter bitte!
Natürlich kann und muss man den Verantwortlichen einen Vorwurf dafür machen, halluzinogene Drogen an (mehr oder weniger) Unwissende verteilt zu haben. Vermutlich hätte sich ein solcher Vorfall verhindern lassen, wenn man in Deutschland Drug-Checking durchführen lassen könnte, so wie es in anderen Ländern erlaubt und üblich ist. Doch dies wird in Deutschland durch die Politik seit Jahrzehnten verhindert. Dieser Vorfall ist meiner Ansicht nach mal wieder ein Indiz dafür, dass die repressive Drogenpolitik unserer Regierung wirkungslos und fehlgeleitet ist. Hätte die Veranstaltung stattgefunden wie geplant, also mit einem mittelmäßigem Drogenrausch bei allen Beteiligten sowie einer wie auch immer gearteten "Selbsterkenntnis", wäre niemand zu Schaden gekommen und die Medien hätten sich nicht darauf gestürzt. Eine schwere Straftat wäre das Verteilen der Drogen an die Beteiligten trotzdem gewesen.
spon-facebook-10000069547 26.06.2017
5. Clickbait
Mit zwei minuten recherchieren hat dieser Titel wie so viele andere auch als reiner clickbait herausgestellt. Nennen wir jetzt eine Bar oder Kneipe auch einen Drongentreff? Nur damit es Menschen eher dazu bringt den Artikel anzuklicken. Ich weiß nicht was in diesem Seminar vorgefallen ist und wie viel die Teilnehmer UND auch Veranstalter über die Droge 2c-e wissen, es ist aber eine psychedelische Droge. Und in vielen Teilen der Welt werden mit psychedelischen Drogen Zeremonien vollführt, die teilweise Depressionen lindern und Menschen erneute Lebensmotivation schenken oder sogar auch aus der Sucht helfen. Journalisten haben meistens keine Ahnung welche Droge wie wirkt und was für einen medizinischen Nutzen die teilweise haben.
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