Im neuen SPIEGEL: Kampf um Kohl-Vermächtnis, SPD sucht Kanzlerkandidaten, "Costa Concordia"-Wrack vor Bergung, Rowling-Interview

SPIEGEL-Chefredakteur Georg Mascolo Zur Großansicht
DPA

SPIEGEL-Chefredakteur Georg Mascolo

Liebe Leserin,
lieber Leser,

seit seinem schweren Sturz im Frühjahr 2008 haben die Deutschen von Helmut Kohl nicht mehr viel gesehen. Seine öffentlichen Auftritte sind rar, seine Wortmeldungen in den vergangenen Jahren lassen sich an zwei Händen abzählen. Dennoch ist das Interesse an dieser gewaltigen Figur nach wie vor enorm. Jedes Buch über Kohl wird zum Bestseller. Wer Näheres über ihn und seine Lebensumstände weiß, kann damit reich und berühmt werden. Hinter den Kulissen ist ein wütender Kampf entbrannt um Nähe und Zugang zu diesem Monument der deutschen Geschichte, es gibt wilde Spekulationen über seinen Gesundheitszustand, die Verhältnisse bei ihm zu Hause. Normalerweise ist das Privatleben tabu. Es muss uns Journalisten nicht interessieren, wie jemand zu seinen Söhnen steht oder wie das Verhältnis der neuen Frau zum Rest der Familie und den alten Freunden ist. Aber das ist im Fall Kohl schon seit längerem anders. Bei keinem Politiker gelangt aus dem engsten Umfeld regelmäßig so viel an die Öffentlichkeit wie bei Kohl. Es sind in seinem Fall nicht die Medien, die nicht ablassen können, sondern Vertraute in seiner Nähe, die über die Presse ihre Anliegen befördern wollen und so das Interesse am Leben halten. Hinzu kommt, dass Helmut Kohl selbst kaum noch reden kann. Also reden andere für ihn: seine Frau, die Söhne, sein ehemaliger Ghostwriter. Sie alle beanspruchen Deutungsmacht über sein Leben und damit, auf die Zukunft gesehen, sein Erbe. So ist der Kampf um Kohl immer auch ein Kampf um sein Vermächtnis.

Ganz cool gab sich Peer Steinbrück, als meine Kollegen Konstantin von Hammerstein und Gordon Repinski fragten, wann denn die SPD ihren Kanzlerkandidaten benenne. Steinbrück blieb im SPIEGEL-Gespräch bei der Parteilinie: Das habe noch Zeit. Tatsächlich stimmt an der Parteilinie nichts mehr, die Troika ist zur Belastung geworden, die SPD kann sich nicht entscheiden. Den Stand der Dinge hat das SPIEGEL-Hauptstadtbüro recherchiert, danach sieht es so aus: Steinbrück will, Gabriel will nicht, Steinmeier schwankt. Entschieden wird spätestens im November, trotz aller Dementis.

Seit Kapitän Schettino das Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" spektakulär vor der italienischen Küste auf einen Felsen steuerte, sind mehr als acht Monate vergangen. Aber wie geht es weiter? Meine Kollegen Christian Wüst und Fiona Ehlers haben sich auf Giglio von amerikanischen Bergungsexperten erklären lassen, wie sie das Schiff aufrichten und wegschleppen wollen, zum Abwracken. Sie haben auch erfahren, warum die Bergung mindestens 300 Millionen Euro kostet: Sie soll technische und ökologische Standards setzen, vor allem aber hofft die Reederei darauf, dass die Bilder der Bergung die Bilder der Katastrophe allmählich überlagern. Für Touristen ist die "Costa Concordia" ohnehin längst ein beliebtes Ausflugsziel. Auf Giglio beobachteten die SPIEGEL-Kollegen Urlauber, die sich vor dem Wrack fotografieren lassen - mit Schettino-Masken.

Joanne K. Rowling ist die erfolgreichste Schriftstellerin der Welt, die sieben "Harry Potter"-Bände haben sie zu einer der reichsten Frauen Großbritanniens gemacht. Allerdings gibt sie nur sehr wenige Interviews. Claudia Voigt wollte trotzdem mit ihr über den neuen Roman reden, den ersten Rowling für Erwachsene. Und darüber, was ihr dieses neue Buch bedeutet. Bevor es so weit war, durfte Voigt zwei Tage lang das Manuskript lesen. Der Verlag stellte Trauben und Nüsse bereit - und passte auf, dass keine Seite den Raum verließ. Über den Inhalt musste Voigt Stillschweigen bewahren - sie habe einfach Angst, sagte Rowling ihr später, dass jemand das Manuskript kopiert und schon vor dem Erscheinungstermin auf Ebay anbietet.

Hier kommen Sie zur Digitalausgabe des neuen SPIEGEL.

Viel Spaß bei der SPIEGEL-Lektüre wünscht Ihnen

Georg Mascolo

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback

Was ist der digitale SPIEGEL?

Wie kann ich den digitalen SPIEGEL lesen?

Was kostet das?

Warum brauche ich eine SPIEGEL-ID?

Sie können damit: