AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 36/2017

Häusliche Gewalt So schrecklich war die Ehe im Mittelalter

Alte Gerichtsakten geben Einblick in den schaurigen Ehealltag vergangener Tage. Meist litten die Frauen unter der häuslichen Gewalt - doch manche wussten sich zu wehren.

Darstellung eines prügelnden Ehemanns, um 1500: Blut trinken
Bridgeman Images

Darstellung eines prügelnden Ehemanns, um 1500: Blut trinken


Tagsüber war der ehrwürdige John Pighills Pfarrer in einer englischen Kirche aus dem 15. Jahrhundert. Am Abend verwandelte sich der Geistliche in einen widerlichen Haustyrannen. Mal kündigte er seiner Gattin Elizabeth an, ihr Blut trinken zu wollen; bei anderer Gelegenheit verprügelte er die Frau derart brutal mit einem Stuhl, dass sie zu erblinden drohte.

Als Pighills am 8. August 1725 starb, hatte er freilich nicht einen einzigen Tag für seine häuslichen Untaten büßen müssen. Wie etliche andere Familiendespoten profitierte der Kirchenmann von einer Rechtsprechung, die eher nach den Regeln des Glücksspiels funktionierte, wie der Historiker James Sharpe heute meint.

Seit Jahrzehnten studiert der mittlerweile emeritierte Gewaltforscher, mit welchem Furor die Briten sich in ihrer langen Geschichte gegenseitig an die Gurgel gingen. Das Inselreich sei für derlei Untersuchungen besonders geeignet, so Sharpe: Hier können Historiker in Archiven Gerichtsakten und Papiere aufstöbern, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen.

In seiner neuesten Abhandlung widmet Sharpe nun der wohl gewalttätigsten Allianz in der Geschichte der Menschheit ein besonderes Kapitel: der Ehe.

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Dieser Artikel ist aus dem SPIEGEL
Heft 36/2017
Der Kampf ums Kanzleramt: Worum es geht. Wer es kann.


insgesamt 32 Beiträge
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Seite 1
Phi-Kappa 07.09.2017
1. Von wegen Mittelalter
Der Artikel ist eine Frechheit, dass man dafür zahlen muss, umso mehr: Die Überschrift verspricht einen Einblick in häusliche Gewalt im Mittelalter, erzählt werden drei Fälle aus dem 17. und 18. Jahrhundert, von denen der erste immerhin von einem prügelnden Ehemann erzählt. Der einzige Fall, der wirklich im Mittelalter angesiedelt ist, handelt von einer notorischen Ehebrecherin, die ihren Mann ermorden lässt. Ich hatte mir authentische Milieu-Schilderungen aus dem "dunklen Zeitalter" erwartet, und nun das - schämt euch!
zerr-spiegel 07.09.2017
2. Autor?
Scheint kein besonders wichtiger Autor zu sein, seine Bücher liegen sicherlich wie Blei im Regal. Es gibt bei Amazon keinerlei deutsche Übersetzungen von ihm. Und es gibt entweder ein dutzend "James Sharpe" oder er fühlt sich für alles kompetent und schreibt über Gott und die Welt.
bau-mann 07.09.2017
3. Plus-Artikel ??? Jede Umschlagseite bietet mehr Infos!
Der Artikel fällt wohl eher unter das Thema "neuzeitliche Bauernfängerei" - sorry aber für diesen Inhalt kann ich bei Amazon bessere Rezensionen kostenlos lesen. Wen bezahle ich eigentlich mit den 39 Cent ???
zerr-spiegel 07.09.2017
4.
"Nach einer knappen Weile wohliger Zweisamkeit stellten sich bei Robert allerdings Geldsorgen ein. Seine Gattin half ihm großzügig aus, doch Robert zeigte sich nun von einer unerwartet groben Seite. Er verlangte, dass seine Frau ihm ihr Vermögen übertrage." Immerhin durften die Frauen damals auch nach der Eheschließung über ihr Vermögen selbst entscheiden. In D hatte der Ehemann nach der Eheschließung die volle Verfügungsgewalt über das Vermögen seiner Frau und diese konnte nichts dagegen machen. Ja, das war bis Ende der 1970er Jahre noch so. Frauen waren durch die Eheschließung gewissermaßen entmündigt. Dank Napoleon und seinem Code Civil.
zerr-spiegel 07.09.2017
5.
"Nach einer knappen Weile wohliger Zweisamkeit stellten sich bei Robert allerdings Geldsorgen ein. Seine Gattin half ihm großzügig aus, doch Robert zeigte sich nun von einer unerwartet groben Seite. Er verlangte, dass seine Frau ihm ihr Vermögen übertrage." Immerhin durften die Frauen damals auch nach der Eheschließung über ihr Vermögen selbst entscheiden. In D hatte der Ehemann nach der Eheschließung die volle Verfügungsgewalt über das Vermögen seiner Frau und diese konnte nichts dagegen machen. Ja, das war bis Ende der 1970er Jahre noch so. Frauen waren durch die Eheschließung gewissermaßen entmündigt. Dank Napoleon und seinem Code Civil.
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