Im neuen SPIEGEL: Petraeus' Sturz; Steinbrücks schwacher Auftakt; der Airport der Pleiten

Von Chefredakteur Georg Mascolo

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Liebe Leserin,
liebe Leser,

welch ein absurdes Schauspiel bot Amerika in der zurückliegenden Woche - den Rücktritt eines hochdekorierten Generals, eines politischen Kopfes, der bereits mit Eisenhower verglichen worden war, vom Amt des CIA-Chefs. David Petraeus musste gehen, wegen einer Affäre. Selbst als ehemaliger USA-Korrespondent lerne und staune ich über diesen vorläufigen Höhepunkt des amerikanischen Puritanismus. Ullrich Fichtner, der Petraeus wohl so gut wie kein anderer deutscher Journalist kennt, der ihn 2003 im nordirakischen Mossul kennenlernte, ihn seitdem immer wieder traf, zu Interviews und Hintergrundgesprächen, beschreibt gemeinsam mit Gregor Peter Schmitz Aufstieg und Sturz eines amerikanischen Helden.

Noch spricht es niemand in der SPD offen aus, aber die Sorge um den Fehlstart des Peer Steinbrück wächst. In dieser Ausgabe beschreibt Dirk Kurbjuweit die Probleme des Kanzlerkandidaten und kommt, bei aller Kritik, zu dem Schluss: Steinbrück verdient noch eine Chance. Ganz uneinsichtig ist Steinbrück übrigens gar nicht. Am vergangenen Sonntag räumte er in einer Diskussion mit mir in Hamburg mangelndes Fingerspitzengefühl ein. Nur weil er nicht mehr an eine Rückkehr auf die große Bühne geglaubt habe, so Steinbrück, habe er die vielen gutbezahlten Auftritte angenommen. Wie auch Joachim Gauck, der ebenfalls für 25.000 Euro in Bochum gastierte.

Die Kleinstadt Lübben im Spreewald ist bekannt für ihre Gurken - Milliardeninvestitionen sind hier selten. Zufällig jedoch liegt der Schönefelder Großflughafen, Prestigeprojekt der Regierungschefs Klaus Wowereit und Matthias Platzeck, im dortigen Landkreis, und so muss der Landrat, Stephan Loge, entweder der Eröffnung des Flughafens zustimmen - oder sie verhindern. Loge konnte, wegen fehlender Unterlagen zum Brandschutz, die Genehmigung nicht plangemäß erteilen, mit dramatischen Folgen. Manager wurden gefeuert, Architekten verklagt, auch Wowereit, der die Investition seit 2001 steuert, geriet in die Kritik. Ursachen für das Debakel ist für Loge auch die Arroganz der Politiker:"Immer wieder bekamen wir die Herablassung der Mächtigen zu spüren", sagte er. Meine Kollegen Stefan Berg, Markus Deggerich, Frank Hornig und Andreas Wassermann zeichnen die Geschichte des Debakels nach.

Hier kommen Sie zur Digitalausgabe des neuen SPIEGEL.

Viel Spaß bei der SPIEGEL-Lektüre wünscht Ihnen

Georg Mascolo

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