AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 14/2017

"Islamischer Staat" Das nächste Monster wächst heran

Das "Kalifat" geht bald unter. Doch zeitgleich entsteht der Nährboden für ein neues Ungetüm, denn in Wahrheit versagen die USA im Kampf gegen den IS: Trump setzt die Politik von Obama fort - nur schlechter.

Irakische Soldaten während einer Operation gegen den IS südlich von Mossul
AP

Irakische Soldaten während einer Operation gegen den IS südlich von Mossul

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Es sollte ein kraftvolles Signal werden: Die freie Welt steht im Kampf gegen den "Islamischen Staat" (IS) zusammen. Deshalb trafen sich in Washington vorige Woche Vertreter aus 68 Staaten zum Gipfeltreffen der Anti-IS-Koalition. Doch seither blieb es seltsam still. Es waren kaum Ankündigungen zu vernehmen und erst recht: kein Plan. Einige Teilnehmer beklagten anschließend, das Treffen sei kaum vorbereitet gewesen. Aber wie auch, nachdem im Januar fast die komplette Führungsebene des US-Außenministeriums abtrat, Präsident Donald Trump die Stellen aber bis heute nicht besetzt hat?

Währenddessen häufen sich Berichte über US-Bombardements in Syrien wie im Irak, bei denen Dutzende Zivilisten ums Leben gekommen sein sollen - in Mossul am 17. März sogar bis zu 200 Menschen. Es ist das Ergebnis von Trumps Ankündigungen, dem Militär freiere Hand zu lassen. Es fallen also immer mehr Bomben, doch zugleich fehlt ein Plan, wie die Terroristen nach dem absehbaren Fall der IS-Metropolen Mossul und Rakka besiegt werden sollen.

Die Organisation, die als "Islamischer Staat" bekannt werden sollte, war unter einem anderen Namen vor 2010 schon einmal vernichtet worden und später wiederauferstanden. Zu befürchten ist, dass dem IS bald eine zweite Wiedergeburt bevorsteht.

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Irakischer Soldat östlich von Mossul
AFP

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Heft 14/2017
Was der rasante digitale Fortschritt dem Menschen abverlangt


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insgesamt 10 Beiträge
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großwolke 03.04.2017
1. Räumliche Trennung
Ich bin mir nicht so sicher, ob die Interventionen der USA tatsächlich so wirkungslos bleiben werden wie im Text dargestellt. Zuvorderst sollte die Einsicht stehen, dass die innerislamischen Konfessions-Zänkereien nicht lösbar sind. Wenn man diesen Punkt verstanden hat, hat man zwei Optionen: Mauer außendrum und sich komplett raushalten, oder aber die Streitparteien voneinander trennen, wo immer möglich, so dass "sortenreine" Gebiete entstehen, innerhalb derer Frieden möglich wird. Wenn man diesen Plan verfolgt, kann es durchaus passieren, dass man an unterschiedlichen Orten jeweils andere Partner unterstützt. Dabei muss man auch im Hinterkopf haben, dass Trumps Plan zur Verhinderung von Massenmigration in sog. "Safe zones" vor Ort besteht, die nur dann sicher wären, wenn die Flüchtlinge wüssten, wohin sie müssten, um die "richtige" Religion bzw. Konfession vorzufinden. Richtig schlimm ist eigentlich nur das Türkei/Kurden-Problem. Da spielt allerdings Russland massiv mit rein. Würde man Erdogan jetzt hart an die Leine nehmen, besteht bei seiner generellen Stimmung die Gefahr, dass er die NATO-Mitgliedschaft hinwirft und sich komplett vom Westen abnabelt. Was auf lange Sicht sicher eh passieren wird, aber vermutlich sind wir aktuell noch nicht gut genug auf so ein Szenario vorbereitet.
coyote13 03.04.2017
2. ...denn in Wahrheit versagen die USA im Kampf gegen den IS:
Sagt wer? Warum soll sich die USA im Kampf gegen die IS noch mehr engagieren? Versagen kann man nur wenn man etwas will und es nicht schafft. Oder? Ich sehe beim Kampf gegen die IS nicht die USA an vorderster Stelle, sondern Europa! Syrien ist uns viel näher als den Amis. Und ausserdem haben die USA durch ihre unsäglich dilettantische Politik im Irak das Entstehen der IS ja erst ermöglicht. Wieso glauben wir (glaubt SPON) dass daher die USA in der Pflicht stehen. Das verstehe wer will. Die EU soll endlich mal die Sicherheit in und um EU herum mal selbst in die Hand nehmen und nicht immer hoffen die Amis kommen schon und richten das! So läuft das nicht mehr!
rloose 03.04.2017
3.
Zitat von coyote13Sagt wer? Warum soll sich die USA im Kampf gegen die IS noch mehr engagieren? Versagen kann man nur wenn man etwas will und es nicht schafft. Oder? Ich sehe beim Kampf gegen die IS nicht die USA an vorderster Stelle, sondern Europa! Syrien ist uns viel näher als den Amis. Und ausserdem haben die USA durch ihre unsäglich dilettantische Politik im Irak das Entstehen der IS ja erst ermöglicht. Wieso glauben wir (glaubt SPON) dass daher die USA in der Pflicht stehen. Das verstehe wer will. Die EU soll endlich mal die Sicherheit in und um EU herum mal selbst in die Hand nehmen und nicht immer hoffen die Amis kommen schon und richten das! So läuft das nicht mehr!
Sie schrieben ja selber, dass die Amerikaner wesentlich zum Entstehen des IS beigetragen haben. Da erscheint es ja wohl nicht unbedingt abwegig, dass sie sich auch mit den Folgen auseinandersetzen und das nicht großzügig anderen überlassen. Die EU hat ihre Pflicht diesbezüglich schon übererfüllt. Oder wer nimmt die durch dilletantische amerikanische Außenpolitik generierten Flüchtlinge auf. Trump ja wohl nicht. So kann es in der Tat nicht weiterlaufen.
barstow 03.04.2017
4. Wunsch vs Realitaet
Zitat von rlooseSie schrieben ja selber, dass die Amerikaner wesentlich zum Entstehen des IS beigetragen haben. Da erscheint es ja wohl nicht unbedingt abwegig, dass sie sich auch mit den Folgen auseinandersetzen und das nicht großzügig anderen überlassen. Die EU hat ihre Pflicht diesbezüglich schon übererfüllt. Oder wer nimmt die durch dilletantische amerikanische Außenpolitik generierten Flüchtlinge auf. Trump ja wohl nicht. So kann es in der Tat nicht weiterlaufen.
Wenn jemand das Haus ihres Nachbarn in Brand steckt, aber zum Loeschen nicht zurueckkommt, machen Sie dann auch nichts weil ja der Brandstifter die Pflicht hat zu loeschen? Mag ja klappen bei genuegend Abstand, aber in einer Reihenhaussiedlung....
Tyler85 03.04.2017
5. Klar, Herr Reuter:
Wenn der Westen weiterhin mit Islamisten und ähnlich gelagerten Staaten (SA )paktiert und radikalislamische Terroristen unterstützt wird es sicherlich bald einen weiteren IS-Ableger geben.
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