Im neuen SPIEGEL: Papst Franziskus: Der nächste alte Mann in Rom; Regelwut: Wie der Staat unseren Alltag bestimmt

Von , stellv. Chefredakteur

Brinkbäumer Zur Großansicht
DER SPIEGEL

Brinkbäumer

Liebe Leserin,
lieber Leser,

es war einer dieser Momente, die überall auf der Erde wahrgenommen werden, die niemanden kaltlassen, die etwas Verbindendes schon dadurch haben, dass sie ja eben globale Momente sind. Als allerdings am vergangenen Mittwoch um 20.12 Uhr der Name Jorge Mario Bergoglio die Gläubigen auf dem Petersplatz erreichte, wurde es zunächst still. Dann, so beobachtete unsere Korrespondentin Fiona Ehlers, brach das Handy-Netz zusammen: "Die Leute wollten twittern, SMS schreiben oder erst einmal googeln." Ein Papst aus Argentinien, ein Jesuit - das war eine Sensation. Meinem Kollegen Peter Wensierski, der schon vor acht Jahren den Auftritt Benedikts XVI. auf dem Petersplatz verfolgt hatte, fiel auf, dass diesmal (und anders als damals) die Menschen begeistert auf die ersten Worte ihres neues Papstes reagierten. In Buenos Aires machte sich unser Südamerika-Korrespondent Jens Glüsing auf Spurensuche. Er sprach mit Angehörigen von Folteropfern aus der Zeit der Militärjunta und ließ sich Unterlagen über Bergoglios Rolle in jenen Jahren zeigen. Die meisten Argentinier jubelten und seien stolz, sagt Glüsing: "Argentinien hat Maradona, Messi, Prinzessin Máxima und jetzt auch noch den Papst." Verfasst hat unsere Titelgeschichte der SPIEGEL-Autor Hans Hoyng.

Und außerdem möchte ich Ihnen drei weitere Texte empfehlen:

Udo Ludwig hat die bewegende Geschichte des Ehepaars Bernert recherchiert, dessen Sohn Daniel im Oktober 1984 zur Welt kam, vor über 28 Jahren also. Im Krankenhaus lief damals so gut wie alles schief, der Sohn war vom ersten Atemzug an schwer behindert. Seit 28 Jahren versucht Claudia Bernert von den Versicherungen der Hebamme, des Frauenarztes und einer Krankenschwester Schadensersatz zu bekommen. Sie hat bisher vier Prozesse gewonnen, aber die Versicherungen weigern sich noch immer zu zahlen.

Unser Autor Georg Diez lebt in Berlin, liebt Berlin, wandert und fährt durch Berlin und ärgert sich doch nahezu täglich über Berlin, jedenfalls über das, was dort als moderne Architektur durchgeht. Meinungsschwach schreibt der Kollege Diez selten, dieser Text ist keine Ausnahme: "Wowis Legoland".

SPIEGEL-Menschen sind durchaus hartnäckig, aber normalerweise behelligen wir unsere Gesprächspartner nicht rund um die Uhr, wir übernachten bei ihnen nicht auf dem Sofa, wir lassen uns weder ihre Steuererklärung zeigen noch blicken wir in ihren Badezimmerschrank. Die Kolleginnen Dialika Neufeld und Barbara Hardinghaus haben bei ihrer Recherche genau dies getan: Gemeinsam mit Mitarbeiterin Katrin Kuntz begleiteten sie 24 Stunden lang eine deutsche Familie. Sie zählten mit, wie oft der Normalbürger auf eine der insgesamt 246 944 staatlichen Vorschriften trifft. Wer morgens das Licht einschaltet, so bestimmt es der Staat, fördert über den Strompreis alternative Energien. Wie die Frühstücksmilchproduzenten subventioniert werden, regelt der Staat, und welche Bestandteile im Fruchtsaft sein dürfen, ebenso. Die Familie Wasle in Hamburg ließ den SPIEGEL in ihren Alltag und in ihre Finanzen schauen - am Ende waren Beobachtete und Beobachter überrascht, wie wenig Schritte im Alltag möglich sind, ohne dass irgendetwas geregelt, gefördert oder besteuert wird. Unser normiertes und normales, unser ganz und gar geregeltes Leben - auch die Reportage der Kolleginnen finden Sie im neuen SPIEGEL.

Hier kommen Sie zur Digitalausgabe des neuen SPIEGEL.

Eine anregende und unterhaltsame Lektüre wünscht

Ihr

Klaus Brinkbäumer

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