Neue Pop-CDs
Mazzy Star: "Seasons of Your Day"
(Rhymes of an Hour)
Damit, dass sich das weltabgewandte Duo David Roback und Hope Sandoval noch mal zu einem Album aufraffen würden, war nicht zu rechnen. Aber nach 17 Jahren melden sich die beiden Amerikaner mit zehn neuen Songs zurück, die so klingen, als hätten die Musiker nie aufgehört. Damit unterstreichen sie gleichzeitig die zeitlose Klasse ihres verhuschten Tagtraum-Folk-Pops. Perfekte Musik für die Tage, an denen sich das Licht zunehmend zurückzieht.
The Stepkids: "Troubadour"
(Stones Throw)
Vermutlich sitzen die Knaben dieser Band auf ehrfurchtgebietenden Plattensammlungen mit ausgiebigen Beständen an raren und alten Soul-, Jazz- und Psychedelia-Kostbarkeiten. Ihr zweites Album klingt jedenfalls wie ein von der Vergangenheit inspirierter, cooler Retro-Sampler und sollte selbstverständlich auf Vinyl genossen werden.
The Beach Boys: "Made in California"
(Capitol)
Hit-Sammlungen der Beach Boys gibt es wie Sand am Meer. Trotzdem lohnt diese üppig ausgestattete 6-CD-Kollektion. Einerseits enthält sie alle Klassiker. Aber das Ereignis hier sind die vielen, auch Spezialisten unbekannten Archivausgrabungen. Allein die herzzerreißende Dennis-Wilson-Ballade "My Love Lives On" rechtfertigt dieses Set.
Diverse: "Listen To Me: Buddy Holly"
(India)
Selbstverständlich ist der Name Buddy Holly auch Nachgeborenen ein Begriff. Als Erinnerung daran, wie frisch seine Songs auch in diesem Jahrtausend noch klingen, dient dieses Album. Da verneigen sich Größen wie Stevie Nicks und Chris Isaak. Aber auch Nachwuchskräfte wie Zooey Deschanel und Imelda May belegen die ewige Frische dieser Oldies.
O Emperor: "Vitreous"
(K&F Records)
Dieses Quintett aus Irland versteht sich vorzüglich auf eleganten Soft-Rock, wie er zu Beginn der Siebziger in Kalifornien perfektioniert wurde. Auch auf ihrem zweiten Album beschwören O Emperor die Geister von Crosby, Stills, Nash & Young und The Byrds. Zum Glück hört man der Produktion an, dass diese schöne Musik in der Gegenwart entstand.
Agnes Obel: "Aventine"
(PIAS)
Mehr als eine halbe Million Alben setzte diese Dänin von ihrem Debütalbum ab. Ihr zweites Werk bietet einen noch vollendeteren Ausflug in die Schattenseiten der Seele. Zu vom Klavier getragenen, von Streichern begleiteten Melodien, die an Satie erinnern, haucht die Künstlerin allerlei Trauriges, dem man ewig lauschen möchte.
KulturSPIEGEL 10/2013
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