Neue Jazz-CDs
Pete York & Young Friends: "Basiecally Speaking"
(ACT)
Beat-Club-Fans haben den Briten zuerst wahrgenommen - York trommelte in der Spencer Davis Group. Dann machten ihn Gigs mit Dr. John und Jazzern von Chris Barber bis Klaus Doldinger zum All-Round-Drummer. Im Quartett mit Saxofon, Hammond Orgel und Gitarre groovt York nun "basiecally" wie die Band seines Idols Count Basie. ACT beginnt mit dem Album die Serie "Good Time Jazz" - Musik aus der Vor-Bebop-Epoche "nicht nachgespielt, sondern innovativ interpretiert".
John Abercrombie Quartet: "39 Steps"
(ECM)
Gitarrist Abercrombie und Pianist Copeland benannten vier Kompositionen für diese wunderschöne CD nach Filmen von Alfred Hitchcock. Doch anders als dessen Werke empfindet man ihre Musik als absolut entspannt. Unruhiger wird es nur, wenn das Quartet die Schnulze "Melancholy Baby" auseinandernimmt, die einst Bing Crosby gesungen hat.
Lottchen: "Traveling Birds"
(GLM Music)
Wer sich vom schwachsinnigen Namen des Duos nicht abschrecken lässt und die CD unvoreingenommen hört, wird überrascht: Die belgische Sängerin Eva Buchmann und die Schweizer Vibrafonistin Sonja Huber sind Vollblut-Jazzerinnen. Das beweisen die beiden 30-Jährigen, wenn sie den Titel "Kema Ahatia" unisono mit Stimme und Instrument darbieten.
Trombone Shorty: "Say That to Say This"
(Verve)
Troy Andrews, wie der Kleine mit der Posaune richtig heißt, begeistert Hip-Hopper - sogar für Jazz. Doch diesmal hat der 27-Jährige vor allem Funk-Zutaten in seinen musikalischen Gumbo-Gulasch gerührt. James Brown statt Louis Armstrong. Seine Gesangsnummer "Be My Lady" begleitet die Funk-Band The Meters. Shorty genießt das.
Wolfgang Lackerschmid Connection: "Magic Brewery" (Hipjazz). Ab 4.10.
Aus seiner Zeit mit Chet Baker kennt Vibrafonist Lackerschmid das Zusammenspiel mit einem Trompeter. Jetzt gibt der Amerikaner Ryan Carniaux seiner Combo ihren charakteristischen Sound. Der ändert sich, wenn Lackerschmid zum Marimbafon wechselt. Eine eigenwillige Version von "Lulleby of Birdland" eröffnet das interessante Album.
René Marie: "I Wanna Be Evil - With Love to Eartha Kitt"
(Motema)
Eine gelungene Hommage an die als Königin der Nachtclubs gefeierte Sängerin und Komödiantin. Die amerikanische Jazzvokalistin Marie hat etwas vom Sexappeal und der Kratzbürstigkeit der Kitt. Sie wird von einer swingenden Band begleitet, die Solisten - wie dem Posaunisten Wycliffe Gordon - reichlich Raum lässt.
KulturSPIEGEL 10/2013
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