Papers, Please (3909)
In "Papers, Please" verrichten Spieler die Arbeit eines Grenzbeamten in einem fiktiven Staat. Sie kontrollieren Reisepässe, Arbeitsgenehmigungen und Visa. Sie prüfen die Papiere auf Echtheit, müssen Bestechungsversuche abwehren, entscheiden, wer ins Land darf und wer nicht. Dabei stoßen sie schnell an ihre eigenen Grenzen. Die Schicksale der in schlichter Pixelgrafik gezeichneten Einreisenden hängen fatal zusammen mit der Familie des Grenzbeamten. Die ist nämlich vom Verdienst des Spielers abhängig, der wiederum von der Schnelligkeit der Arbeit abhängt. Ein Einreiseverbot geht schneller als eine gründliche Prüfung der Papiere. "Papers, Please" lotet auf subtile Weise den Kontrast zwischen eigener Macht und Ohnmacht aus. Es ist düster, lässt im Grunde niemanden gewinnen und ist eines der beeindruckendsten Spiele des Jahres.
Rayman Legends (Ubisoft)
Spaß am Spiel zu haben kann ganz einfach sein: beispielsweise durch eine bunte Landschaft zu hüpfen, Gegnern auf den Kopf zu springen, mit Freunden um die Wette zu laufen, sich zu knuffen und zu helfen. "Rayman Legends" der französischen Entwicklerlegende Michel Ancel ist so ein Spiel. Es steckt voller Geheimnisse und verleitet dazu, Abschnitte wieder und wieder zu spielen. Liebevoll gezeichnet ist es, unbefangen und einfallsreich. So springt der arm- und beinlose Rayman durch griechische Sagen, durch Unterwasserwelten, die von Jules Verne inspiriert sind, oder durch die bunte mexikanische Totenwelt. Mal schnell, mal vorsichtig und mal im Takt der Musik. Und schließlich chaotisch und anarchisch, wenn man mit bis zu vier Leuten spielt.
KulturSPIEGEL 10/2013
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