31.03.2014

Neue Pop-CDs

Sohn: "Tremors"
(4AD)
Der Knabe, der sich hinter dem Namen Sohn verschanzt, gibt sich geheimnisvoll, residiert angeblich meistens in Wien, klingt wie ein Geistesverwandter von James Blake und gilt Experten längst als große Nummer. So wie der Londoner Dubstep-Großmeister Blake kreuzt der Newcomer auf seinem geglückten Debütalbum mit dem Club-Hit "Bloodflows" frostige Elektronik mit gepflegtem Weltschmerz und Weichspüler-Gesang zu einem Soundtrack für unterkühlte Stunden.
Joan As Police Woman: "The Classic"
(PIAS)
Die Amerikanerin Joan Wasser musizierte schon mit Antony and the Johnsons und mit Rufus Wainwright. Ähnlich ambitioniert kamen die ersten drei Soloalben der Musikerin daher. Auf ihrem neuen Werk reichert sie ihren gedrechselten Kunstpop mit schmissigem Soul alter Schule an und klingt dabei so lebendig wie nie zuvor.
Dean Wareham: "Dean Wareham"
(Sonic Cathedral)
In der Welt des sogenannten Indie-Rock ist Dean Wareham eine große Nummer. Was er insbesondere seiner ersten Band Galaxie 500 zu verdanken hat. Aber auch mit Luna beglückte er Legionen empfindsamer Stubenhocker. Nun hat der Harvard-Absolvent sein erstes Soloalbum eingespielt: neun sanfte Rumpel-Rock-Songs für die Tagträumer der Welt.
Thievery Corporation: "Saudade"
(ESL). Ab 4.4.
Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Dandys von der Thievery Corporation ein Brasilien gewidmetes Album einspielen. Seit gut zwei Jahrzehnten fügt das in Washington ansässige Duo aus Versatzteilen wie Dub, Jazz, Lounge und eben Bossa Nova geschmeidig Popsongs zusammen. Nun glänzen sie mit einem Satz geschniegelter Fake-Bossa-Nova-Klänge.
Fenster: "The Pink Caves"
(Morr Music)
Die Plattenhülle, die auch ein Märchenbuch zieren könnte, macht schon mal deutlich, dass hier mit versponnenem Wohlklang zu rechnen ist. Eine Erwartung, der die Berliner Band mit der New Yorker Sängerin JJ Weihl, der angeblich mal ein Fenster auf den Kopf fiel, vergnügt nachkommt. Ihr Indie-Pop ist durchwirkt von exotischen Klangspielereien.
Wild Beasts: "Present Tense"
(Domino)
Es gibt sie noch, diese ambitionierten und renitenten Außenseiter im Musikgeschäft. So wie dieses Quartett um Sänger Hayden Thorpe. Nach einer Kreativpause bestätigen die vier hoch gelobten Briten ihr Talent für sperrige Hits. Geboten werden theatralischer Gesang, flackernde Electro-Beats und lodernde Leidenschaft.
Von Christoph Dallach

KulturSPIEGEL 4/2014
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Titelbild
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