29.12.2014

Ein Magazin abonnieren

Es gibt viele gute Gründe, Geld für eine gute Zeitschrift auszugeben, aber es gibt keinen besseren als diesen: dass es die Zeitschrift nur gibt, wenn genug Menschen Geld für sie ausgeben. Streng genommen gilt dies natürlich für alle Zeitschriften, aber das Block-Magazin legt das Prinzip offen: Es wird erst gedruckt, wenn mindestens 1500 Exemplare bestellt worden sind. Zwölf Euro kostet eins. Für den Preis bekäme ich auch ein Buch, aber genau daran erinnert das Block-Magazin auch: an ein Buch. Nun gut, es ist ein Buch, auf dem Brüste abgebildet sind, was im Internet zu einigen Diskussionen geführt hat, denn mit Brüsten fangen Zeitschriften sonst Bauern. Die Herausgeberin Theresia Enzensberger, Tochter des Großintellektuellen Hans Magnus Enzensberger, hat sich hingegen von US-Kulturzeitschriften wie n+1 und The New Yorker inspirieren lassen. Sie kündigt eine wilde Mischung der Formen an: Essays und Reportagen, Briefwechsel und Gedichte zu zeitlosen Themen wie der Peinlichkeit des Schenkens oder den Schattenseiten der ach so paradiesischen Schweiz, dazu gute Fotografie und Kunst. Verantwortlich für die Gestaltung sind Martin Fengel und Tom Ising vom Büro Herburg Weiland. Wenn man mal ein hübsches Buch oder eine hübsche Zeitschrift in die Finger bekommt, hatten zuvor oft diese beiden ihre Finger im Spiel. Und so schäme ich mich nicht, wenn ich bekenne: Dieses Busenblatt bestell ich mir. -Tobias Becker
Block-Magazin. www.block-magazin.de

KulturSPIEGEL 1/2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.