26.10.2009

Ausstellungen im November

BADEN-BADEN
Baselitz. Eine Retrospektive. 30 Jahre Skulptur. Kunsthalle. 21.11.2009-14.3. 2010, Tel. 07221/30 07 64 44.
Um Baselitz' Werk aus seiner gesamten Schaffenszeit zu zeigen, braucht man zwei Ausstellungshäuser, z.B. das benachbarte Museum Frieder Burda und die Kunsthalle. Seit Oktober sind "50 Jahre Malerei" im Museum ausgestellt, die Kunsthalle präsentiert nun das bildhauerische Werk von der ersten Arbeit "Modell für eine Skulptur" (1979) bis zur jüngsten "Volk Ding Zero". Gezeigt werden die mit Kettensägen, Beil und Stecheisen rigoros bearbeiteten figurativen Werke zusammen mit Bildern, in denen er das gleiche Sujet interpretiert.
BERLIN
Und jetzt. Künstlerinnen aus der DDR. Künstlerhaus Bethanien. 27.11.-20.12., Tel. 030/616 90 30.
Arbeiten aus der Zeit von 1975 bis heute von zwölf Künstlerinnen aus der ehemaligen DDR, die jenseits der offiziellen Kunstdoktrin nach einem eigenen Weg gesucht haben und die sich mit dem Mauerfall künstlerisch und persönlich neu orientieren mussten. Dabei sind u.a. Tina Bara, Annemirl Bauer, Else Gabriel, Christine Schlegel, Angela Hampel, Karla Woisnitza und Cornelia Schleime.
FRANKFURT/MAIN
Botticelli. Städel Museum. 13.11.2009- 28.2.2010, Tel. 069/605 09 80.
Die erste monografische Ausstellung in Deutschland zeigt zum 500. Todesjahr des Renaissance-Malers Sandro Botticelli (1444/45 bis 1510) 40 Werke in drei Kapiteln: Porträts und allegorische Bilder, im zweiten Teil mythologische Darstellungen weiblicher Gottheiten und Tugendheldinnen und schließlich Botticellis religiöse Malerei.
HAMBURG
Fenomen Ikea. Museum für Kunst und Gewerbe. 6.11.2009-28.02.2010, Tel. 040/ 428 54 27 32.
Ikea und Deutscher Werkbund oder Bauhaus? Genau solche Beziehungen will das Museum auf den Prüfstand stellen, denn sowohl die legendären Architekturschulen als auch Ikea wollen schöne, praktische und bezahlbare Möbel für alle herstellen. Gezeigt werden frühe Ikea-Produkte aus den Fünfzigern und Sechzigern, "Klassiker" aus den folgenden zwei Jahrzehnten und, so das Museum, "zahlreiche Objekte der experimentell und individualistisch angelegten PS-Kollektion". Klingt, als habe sich Ikea im Ranking mit Bauhaus u.a. schon einen Platz erobert.
HANNOVER
Tacita Dean. Sprengel Museum. 22.11. 2009-28.3.2010, Tel. 0511/16 84 38 75.
Tacita Dean, Britin mit Wohnsitz Berlin, bekommt den Kurt-Schwitters-Preis 2009 und zeigt zum ersten Mal ihre Installation "Stillness" mit sechs Filmen.
KÖLN
Harun Farocki. Museum Ludwig. Bis 7.3.2010, Tel. 0221/22 12 61 65.
Seit 1995 zeigt der Filmemacher seine "filmischen Untersuchungen gesellschaftspolitischer Symptome" im Kunstbetrieb, mit seiner Arbeit "Deep Play" war er auch auf der Documenta 12 zu sehen. Neben Farockis Videoinstallationen sind seine Filme zu sehen.
LEIPZIG
60/40/20. Kunst in Leipzig seit 1949.
Museum der bildenden Künste. Bis 10.1. 2010, Tel. 0341/21 69 90.
Große Überblicksschau auf 60 Jahre Leipziger Kunst mit mehr als 250 Arbeiten von 90 Künstlern. Die Schau beginnt mit der Kontroverse zwischen den abstrakten und den realistischen Malern zur Frage von Kunst als gesellschaftlichem Auftrag. Ein großes Kapitel ist der Grafik gewidmet, die leicht der Kontrolle des Staates zu entziehen war, es folgt ein Blick auf den Documenta-V-Auftritt von Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke und ein großes Kapitel über die Kunst nach der Wende - natürlich mit der neuen Leipziger Schule, aber auch mit Künstlern, deren Namen bis heute eher unbekannt sind.
LONDON
John Baldessari. Pure Beauty. Tate Modern. Bis 10.1.2010, Tel. 0044/20/78 87 86 88.
Baldessari, 78, gilt als einer der einflussreichsten Künstler seiner Generation und als humorvoller und witziger Pionier der Konzeptkunst in den sechziger Jahren. Die wunderbare retrospektive Ausstellung zeigt meist weniger bekannte Foto- und Textarbeiten, Filme, Videos, Übermalungen und Collagen des Kaliforniers, der bei der diesjährigen Venedig Biennale einen Goldenen Löwen für sein Lebenswerk erhielt.
LUDWIGSHAFEN
Gegen jede Vernunft. Surrealismus Paris - Prag. Wilhelm-Hack-Museum. 4.11. 2009-14.2.2010, Tel. 0621/504 34 11.
Die Überblicksschau mit rund 300 Bildern und Skulpturen von französischen und tschechischen Künstlern will die Verbindung von West und Ost am Beispiel der beiden surrealistischen Zentren Paris und Prag zeigen. Künstler wie Salvador Dalí, René Margritte oder André Masson sind weltberühmt, während man Jindrich Heisler, Frantisek Hudecek, Karel Teige oder Toyen erst entdecken muss.
MÜNCHEN
Rip It Up And Start Again. Kunstverein. Bis 22.11., Tel. 089/22 11 52.
Die letzte Ausstellung des scheidenden Direktors Stefan Kalmar gilt fünf verstorbenen Künstlern: William S. Burroughs und seinen wenig bekannten Collagen, Charles Henri Fords Magazin "View" und seinen Videos, Ray Johnsons "Mail Art", Philippe Thomas' fiktiver Agentur "ready mades belong to everyone" und Arthur Russels experimentellen Minimal-Kompositionen. Alle fünf gelten heute als legendäre Außenseiter, wurden von Kollegen verehrt, sind aber zu Lebzeiten einem größeren Publikum unbekannt geblieben. Die Gründe dafür will die Schau reflektieren - z.B. "Marginalisierungsmechanismen des Kunstmarktes" und "soziale Hierarchiestrukturen" zwischen "erfolglosen" und "erfolgreichen" Künstlern.
Erwin Wurm. Lenbachhaus/Kunstbau. Bis 31.1.2010, Tel. 089/23 33 20 00.
Beginn einer Wanderschau des Österreichers, der den Skulpturenbegriff neu interpretiert, indem er Menschen in paradoxen Aktionen oder merkwürdigen Posen fotografiert. Neu sind Wurms Skulpturen, die "einer Welt von Hieronymus Bosch bis zu den Traumgestalten des Surrealismus" entstiegen sein könnten - allerdings mit heutiger Aktualität, weil sie die Haltung und Kleidung von Zeitgenossen angenommen haben.
STUTTGART
Elger Esser. Eigenzeit. Kunstmuseum. 28.11.2009 -11.4.2010, Tel. 0711/216 21 88.
Elger Essers Landschaftsfotos erinnern an impressionistische Gemälde, und seine Flusslandschaften, Brücken und Küstenbilder glaubt man zu kennen. Zusammen mit 50 großen Fotoarbeiten zeigt der letzte und jüngste Becher-Schüler seine neuen Heliogravüren - eine Technik des 19. Jahrhunderts.
WIESBADEN
ars viva 09/10 - Geschichte / History. Museum. Bis 17.1.2010, Tel. 0611/335 21 70.
Der Kunstpreis vom Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI zum Thema Geschichte geht dieses Jahr an die Mexikanerin Mariana Castillo Deball, die in ihren Installationen und Filmen historische Fundstücke mit ihrer eigenen Fiktion verknüpft; an Jay Chung und Q Takedi Maeda aus den USA und Japan, die die Möglichkeit des massenmedialen Auftritts im Internet und die damit verbundene Frage nach Original und Fälschung mit Humor verhandeln; und an Dani Gal aus Israel, der in seinen Videoinstallationen mediale Geschichtskonstruktion mit Hilfe des Sounds von Politikerreden, "Terrorschulungen" oder Gewerkschaftskämpfen betreibt.
Julius Popp - Resolution.
Leipzig. Museum der bildenden Künste. 15.11.2009-17.1.2010, Tel. 0341/ 21 69 90.
Den Kunstpreis der Leipziger Volkszeitung 2009 bekommt der Nürnberger Julius Popp, der bis 2005 an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst studiert hat. Popps Arbeiten bewegen sich zwischen Kunst und Wissenschaft wie z.B. seine bekanntesten Arbeiten "bit.fall" und "bit.flow", die das Informationszeitalter reflektieren: beleuchtete fallende Wassertropfen bilden für Sekundenbruchteile Zeichen und Wörter, die der Künstler z.B. aus aktuellen Nachrichtendiensten einspeisen lässt (siehe KulturSPIEGEL 7/2006). Dazu zeigt Popp druckgrafische Blätter.

KulturSPIEGEL 11/2009
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KulturSPIEGEL 11/2009
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