Judith Schalansky: "Atlas der abgelegenen Inseln".
Mare, Hamburg; 144 Seiten; 34 Euro.
Sie heißen Rapa Iti, Tromelin, St. Kilda oder einfach Einsamkeit, und selbst in besseren Atlanten entdeckt man viele nur mit Ausdauer: Fünfzig Inseln, "auf denen ich nie war und niemals sein werde", stellt die Berliner Grafikerin Judith Schalansky vor. Jedes der Felsenriffe und verwunschenen Atolle lockt auf edler Reliefkarte anfangs wie ein Paradies in blauer Weite, doch die klug-lapidare Erzählung daneben berichtet fast immer von verschollenen Entdeckern, Testbomben-Abwürfen und gescheiterter Hoffnung. Sich weit fort träumen und dem ästhetischen Sog des Bandes erliegen ist also nur der erste Leseschritt; im zweiten zeigt sich, wie strapaziös ein Dasein als Robinson tatsächlich wäre. Dass Judith Schalansky dennoch der Sehnsucht ihr Recht lässt, ist das eigentlich Meisterhafte an diesem hintersinnigen Buchkunstwerk. JOHANNES SALTZWEDEL
KulturSPIEGEL 11/2009
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