Von BECKER, TOBIAS
Andersen. Trip zwischen Welten. Uraufführung am 6.3. im Thalia Theater Hamburg, Tel. 040/32 81 44 44.
K urt Cobain, Klaus Kinski, Jesus Christus: Das sind so die Namen, die Kritikern einfallen, wenn sie Mirco Kreibich beschreiben wollen, wie er über die Bühne springt und stürzt und kriecht, schreit und schnauft und kräht, mit Sieben-Tage-Bart und langem, wirrem, blondem Haar. Kreibich, 26, ist ein Theaterturner, ein Schauspielsportler, ein Hochenergie- und Hochrisiko-Akteur, der das Zeug hat zum Publikumsliebling am Hamburger Thalia Theater, an das er 2009 vom Deutschen Theater Berlin gewechselt ist. In Erinnerung haben die Zuschauer ihn dort als Baal und als Caligula, in zwei Wahnsinnsrollen, "wie ich sie mir nun immer wieder wünsche", sagt Kreibich. Anders als seine Freundin: "Die würde mich lieber mal in einer Rolle sehen, in der ich mich nicht so rumschmeiße." Mit vier kam Kreibich in einen Sportkindergarten, mit sechs auf eine Sportschule, mit neun war er Dritter bei den Deutschen Meisterschaften im Eiskunstlaufen, mit elf wechselte er auf eine Ballettschule, tanzte schon als Knirps an der Staatsoper, doch mit 17 schmiss er alles hin: zu viel Quälerei, zu viel Psychoterror, zu wenig Kunst. "Wenn man ein Ballett gesehen hat, kennt man alle." Kreibich fand sein Glück an der Ernst-Busch-Schauspielschule, bereut seine Ballettzeit aber nicht: "Die Ausbildung hilft mir unglaublich." Sicher auch bei seinem nächsten Einsatz: Stefan Pucher inszeniert das Lebensmärchen des rastlosen Märchenkünstlers Hans Christian Andersen.
Schauspieler Kreibich: Eine Aura wie Kurt Cobain
FOTO: ARMIN SMAILOVIC/OSTKREUZ
KulturSPIEGEL 3/2010
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