BERLIN
PAUL GAUGUIN. DAS VERLORENE PARADIES: Als der erfolgreiche Börsenmakler Paul Gauguin mit 35 Jahren seine bürgerliche Existenz aufgab, um in der Bretagne ein einfaches Künstlerleben zu beginnen, haben ihn einige seiner Freunde für verrückt erklärt. Als er schließlich 1895 nach einer Tahiti-Reise beschloß, auf einer Südseeinsel zu leben, um dort "fernab von allem künstlerischen Neid" zu arbeiten, war er für sie endgültig erledigt. Die Wanderschau aus Essen zeigt die Bilder seiner vergeblichen Suche nach paradiesischen Zuständen. Neue Nationalgalerie. 31.10.1998-10.1.1999, Tel. 030/266 26 62.
HELEN FRANKENTHALER. "MOUNTAINS AND SEA" UND DIE JAHRE DANACH, 1956 BIS 1959: "Mountains and Sea" gilt als berühmtestes Gemälde der Amerikanerin. Frankenthaler malte es 1952 als 23jährige, nachdem sie Arbeiten von Jackson Pollock gesehen hatte: Sie goß flüssige, leuchtende Pigmentfarben über die unbehandelte Leinwand und ließ an einigen Stellen den weißen Grund einfach stehen. Ein paar Jahre später wurde das Bild auf der documenta II gezeigt. Deutsche Guggenheim. Bis 31.1.1999, Tel. 030/20 20 93 13.
SENSATION: Hamburger Bahnhof. Noch bis 17.1.1999, Tel. 030/397 83 40.
BERLIN BIENNALE. BERLIN/BERLIN: (s. SPIEGEL KULTUR EXTRA 10/1998). Im Postfuhramt und an anderen Orten. Noch bis 3.1.1999, Tel. 030/28 59 91 48.
BONN
100 JAHRE KUNST IM AUFBRUCH - DIE BERLINISCHE GALERIE ZU GAST IN BONN: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland. Noch bis 10.1.1999, Tel. 0228/917 12 00.
JÖRG IMMENDORFF - MALERDEBATTE: Kunstmuseum. Noch bis 15.11.,
Tel. 0228/77 62 60.
BREMEN
MINIMAL MAXIMAL: Neues Museum Weserburg. Noch bis 3.1.1999,
Tel. 0421/59 83 90.
COTTBUS
DIE FOTOGRAFIN ELLEN AUERBACH: "Du mußt sehen wie ein Kameraauge", predigte der Bauhäusler Walter Peterhans seiner Privatschülerin Ellen Auerbach. Sie nahm den Rat des Meisters wörtlich und gründete zusammen mit ihrer Kollegin Grete Stern in Berlin das Fotostudio "ringl + pit". Dort entstanden legendäre Fotos - bis 1933, dann mußten die beiden Jüdinnen emigrieren. Auerbach ging über Tel Aviv nach New York, wo sie "zugunsten von Lebendigkeit und Spontaneität" von der reinen Bauhaus-Lehre abließ. Mitte der sechziger Jahre gab die heute 92jährige Künstlerin die Fotografie auf, um mit lerngestörten Kindern zu arbeiten. Brandenburgische Kunstsammlungen. Bis 6.12., Tel. 0355/79 40 51.
DORTMUND
ALEXEJ VON JAWLENSKY: Museum am Ostwall. Noch bis 15.11., Tel. 0231/502 60 88.
DÜREN
7. INTERNATIONALE BIENNALE DER PAPIERKUNST: Leopold-Hoesch-Museum. Noch bis 6.12., Tel. 02421/25 25 61.
DÜSSELDORF
ANGELIKA KAUFFMANN war im 18. Jahrhundert eine der wenigen Frauen, die eine große Malerkarriere machen durften. Herder nannte sie "eine sittliche Schönheit, eine Dichterin mit dem Pinsel", andere sahen in ihr "den Raffael unter den Künstlerinnen". Die erste Retrospektive zeigt 100 Historiengemälde und 80 Arbeiten auf Papier. Kunstmuseum. 15.11.1998-24.1.1999,
Tel. 0211/899 24 60.
HENRI CARTIER-BRESSON: Kunstverein. Noch bis 3.1.1999, Tel. 0211/32 70 23.
MAX ERNST: Kunstsammlung. Noch bis 29.11., Tel. 0211/838 10.
FRANKFURT/MAIN
ALBERTO GIACOMETTI: Schirn Kunsthalle. Noch bis 3.1.1999, Tel. 069/299 88 20.
Im selben Haus noch bis 22.11.:
FREIE SICHT AUFS MITTELMEER.
INNENLEBEN. DIE KUNST DES INTERIEURS: Städel. Noch bis 10.1.1999,
Tel. 069/605 09 80.
HAMBURG
EMOTIONS - JUNGE BRITISCHE UND AMERIKANISCHE KUNST AUS DER SAMMLUNG GOETZ: Arbeiten von elf Künstlerinnen (darunter Angela Bulloch, Sarah Lucas, Rachel Whiteread und Cady Noland) und von sieben Künstlern (z.B. Douglas Gordon, Richard Prince und Matthew Barney). Deichtorhallen. Bis 17.1.1999,
Tel. 040/32 10 30.
Am selben Ort bis 17.1.1999:
ZEICHEN DER MODERNE: Aus der Privatsammlung Würth kommen Werke aus der Zeit nach 1945 von bekannten Künstlern wie Pablo Picasso, Hans Arp, Fernand Léger, Lucio Fontana, Richard Deacon und Alexander Calder.
CHAGALL, KANDINSKY, MALEWITSCH UND DIE RUSSISCHE AVANTGARDE: Kunsthalle. Noch bis 10.1.1999, Tel. 040/24 86 26 12.
Im selben Haus noch bis 15.11.:
ROSEMARIE TROCKEL.
HANNOVER
RUSSISCHE MEISTERZEICHNUNGEN DES 19. UND 20. JAHRHUNDERTS AUS DEM KUNSTMUSEUM IWANOWO: Weil kein Tourist von Moskau aus 250 Kilometer nach Nordosten fährt, um 70 Zeichnungen anzusehen, werden die 70 Zeichnungen ein paar tausend Kilometer, nach Hannover transportiert. Sie sind aus der Zeit von 1870 bis 1930 und zeigen den Einfluß von Realismus, Jugendstil, Im- und Expressionismus, den die russischen Künstler während ihrer Studienreisen in die westlichen Kunstmetropolen kennengelernt hatten. Aus der gleichen Entstehungszeit sind 50 Gemälde von Max Liebermann, Max Slevogt und Lovis Corinth zu sehen. Forum des Landesmuseums. Bis 29.11., Tel. 0511/980 77 25.
GERHARD RICHTER. LANDSCHAFTEN: Sprengel Museum. Noch bis 3.1.1999, Tel. 0511/16 84 38 75.
Im selben Haus noch bis 22.11.:
R. B. KITAJ.
DOUGLAS GORDON: Kunstverein. Noch bis 29.11., Tel. 0511/32 45 94.
KASSEL
KP BREHMER - ALLE KÜNSTLER LÜGEN: Den "Kapitalistischen Realismus" in der Kunst erfanden in den sechziger Jahren Sigmar Polke, Gerhard Richter, Wolf Vostell und auch KP Brehmer. Dessen Flaggen-Arbeit "Korrektur der Nationalfarben" wehte auf der documenta V und war als Grafik 225000mal der Zeitschrift "Capital" beigelegt. Dann wurde Brehmer Professor an der Hamburger Akademie und nahm den Lehrauftrag dort so ernst, daß es ruhig um den Künstler Brehmer wurde. Daß er trotzdem immer gearbeitet hat, zeigt die Retrospektive im Museum Fridericianum. Bis 29.11., Tel. 0561/707 27 20.
KÖLN
I LOVE NEW YORK. CROSSOVER DER AKTUELLEN KUNST: 28 junge Künstler aus New York sollen die etwas in die Jahre gekommene Kunstmetropole Köln auf Vordermann bringen. Alten Hasen wie Jessica Stockholder, Tony Oursler und David Bowie/Laurie Anderson dürfte das nicht schwerfallen, auf die Arbeiten der anderen, hier unbekannten jüngeren Künstler darf man gespannt sein. Museum Ludwig. 6.11.1998-31.1.1999,
Tel. 0221/221 23 82.
ART COLOGNE - 32. INTERNATIONALER KUNSTMARKT: Mit circa 250 Galerien ist die Messe noch immer die größte Deutschlands. Über 20 junge Galerien können sich dank eines Sponsors eine Messekoje leisten und sollen für "Avantgarde" und "Progressivität" sorgen. Messegelände, Rheinhallen. 8.-15.11., Tel. 0221/82 10.
H:MIN:SEC: Wer die Videos und Filme der Ausstellung zum Thema Zeit sehen will, muß Muße haben: Derek Jarmans Film "Blau" beispielsweise dauert 74 Minuten; Douglas Gordons Kopie von Andy Warhols Film über das Empire State Building hat "Titanic"-Länge; ein Video von Rosemarie Trockel zeigt, daß sich ein Wollpullover nicht in Sekunden aufribbelt. Kölnischer Kunstverein. Bis 23.12., Tel. 0221/21 70 21.
LEIPZIG
DEUTSCHE MALEREI DES 20. JAHRHUNDERTS: Museum der Bildenden Künste. Noch bis 3.1.1999, Tel. 0341/21 69 90.
LONDON
THE 1998 TURNER PRIZE EXHIBITION: In diesem Jahr sind Tacita Dean, Cathy de Monchaux, Chris Ofili (siehe Porträt) und Sam Taylor-Wood für den renommierten britischen Kunstpreis nominiert, und auch diesmal müssen sie ihre Arbeiten in einer Schau vorab präsentieren. Am 1. Dezember wird eine Jury entscheiden, wer von den vier jungen Briten um 20000 Pfund reicher ist. Tate Gallery. 28.10.1998-10.1.1999, Tel. 0044/171/887 80 00.
PICASSO: PAINTER AND SCULPTOR IN CLAY: Royal Academy of Arts. Noch bis 16.12., Tel. 0044/171/300 80 00.
PIETER DE HOOCH: Dulwich Picture Gallery. Noch bis 15.11.,
Tel. 0044/181/693 52 54.
MÖNCHENGLADBACH
GÜNTHER FÖRG: Museum Abteiberg. Noch bis 10.1.1999, Tel. 02161/25 26 31.
MÜNCHEN
DIE NACHT: "Nachtstücke" sind Bilder, die von Mond und Sternen, vom Glorienschein oder von Kerzen, Fackeln und Lampen beleuchtet werden. Das erste Kerzenlicht malte Correggio um 1513 für "Judith und Holofernes", es folgten ganze "Nachtbildschulen" in Italien und den Niederlanden. Später tauchten Rembrandt und Goya, Otto Dix und George Grosz Unheimliches und Grauenvolles, Liebes- und Todesnächte in Dunkelheit. Haus der Kunst. 1.11.1998-7.2.1999, Tel. 089/21 12 71 23.
IRVING PENN: Stadtmuseum. Noch bis 3.1.1999,
Tel. 089/23 32 23 70.
GAUGUIN UND DIE SCHULE VON PONT-AVEN: Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung. Noch bis 15.11.,
Tel. 089/22 44 12.
MÜNSTER
MICHAEL SCHMIDT. LANDSCHAFT - WAFFENRUHE - SELBST - MENSCHENBILDER: Seit Jahrzehnten porträtiert der Berliner Autodidakt in seinen Schwarzweißbildern die Menschen seiner Heimatstadt und gilt mittlerweile als Chronist der urbanen Geschichte Deutschlands. Westfälischer Kunstverein. Bis 3.1.1999, Tel. 0251/461 57.
1648 - KRIEG UND FRIEDEN IN EUROPA: Westfälisches Landesmuseum. Noch bis 17.1.1999, Tel. 01805/22 16 48.
NEW YORK
JACKSON POLLOCK: Seit 30 Jahren wurde dem amerikanischen Malerhelden des 20. Jahrhunderts in seiner Heimat keine Retrospektive mehr gewidmet. Nun endlich wird weitergestrickt an der Legende vom zornigen Genie, das den abstrakten Expressionismus erfand und für das Ende der europäischen Vorherrschaft in der Malerei sorgte. "Er hat das Eis gebrochen", sagt Willem de Kooning über seinen Malerfreund, der zwischen 1947 und 1950 seine Drip Paintings malte und sich dabei filmen und fotografieren ließ. Seine Alkoholexzesse, Depressionen und Malkrisen gehören genauso zur Legendenbildung wie sein Tod mit 44 Jahren: Betrunken fuhr Pollock mit seinem Auto gegen einen Baum. Die Retrospektive mit 104 Gemälden und 50 Arbeiten auf Papier wird nach New York vom 11.3.-6.6.1999 in London zu sehen sein. The Museum of Modern Art. 1.11.1998-2.2.1999,
Tel. 001/212/708 94 00.
OSNABRÜCK
1648 - KRIEG UND FRIEDEN IN EUROPA: Kulturgeschichtliches Museum. Noch bis 17.1.1999, Tel. 01805/22 16 48.
ROSTOCK
ERNST BARLACH. EIN KÜNSTLER DES NORDENS: Schon zu Lebzeiten wurde Barlach als bedeutender Bildhauer anerkannt. Trotzdem blieb er ein Einzelgänger, der die undramatische Landschaft Norddeutschlands jeder Kunstmetropole vorzog. 50 Skulpturen, 30 Zeichnungen und 70 Holzschnitte in der Kunsthalle. Bis 3.1.1999, Tel. 0381/823 36.
STUTTGART
7. TRIENNALE KLEINPLASTIK EUROPA AFRIKA: SüdwestLB. Noch bis 17.1.1999,
Tel. 0711/127 48 31.
TÜBINGEN
ANDY WARHOL. AQUARELLE, GOUACHEN, ZEICHNUNGEN 1942 BIS 1987: 230 Blätter des Pop-art-Papstes. Kunsthalle. Noch bis 29.11., Tel. 07071/969 10.
VENEDIG
PEGGY GUGGENHEIM: Peggy Guggenheim Collection. Noch bis 10.1.1999,
Tel. 0039/41/520 62 88.
DIE MAYA: Palazzo Grassi. Noch bis 16.5.1999, Tel. 0039/41/522 98 75.
WIEN
LOUISE BOURGEOIS/JENNY HOLZER/HELMUT LANG verbindet das Interesse am menschlichen Körper, die Frage nach Identität und zwischenmenschlicher Beziehung. Installationen der beiden Künstlerinnen und eine Video-Arbeit des Modemachers. Kunsthalle. Bis 17.1.1999, Tel. 0043/1/521 89 33.
WOLFSBURG
ANDY WARHOL - A FACTORY: Kunstmuseum. Noch bis 10.1.1999, Tel. 05361/266 90.
Im selben Haus bis 3.1.1999:
ELIZABETH PEYTON: (s. SPIEGEL KULTUR EXTRA 9/1998) und RENÉ DANIËLS.
ZÜRICH
MAX BECKMANN UND PARIS: Kunsthaus. Noch bis 3.1.1999,
Tel. 0041/1/251 67 65.
KulturSPIEGEL 11/1998
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