Von Saltzwedel, Johannes
"Klavierquintett op. 44, Streichquartette op. 41" (MDG)
Seit Jahren spielt das Leipziger Streichquartett in der Weltspitze mit. Nun haben die Herren Schumanns drei Streichquartette und (mit dem eben 60 gewordenen Christian Zacharias) das Klavierquintett aufgenommen. Wieder erreicht das Resultat locker Referenzniveau: nahtlos harmonierend, duftig-leicht im Zugriff und bis ins Kleinste präzise - ein Hochgenuss.
"Schumann und die Sonate I"
(Hänssler Classic). Ab 14.6.
Zum Start seiner 15-teiligen Aufnahme des gesamten Klavierwerks nimmt es der junge, mutige Florian Uhlig gleich mit zwei kapitalen Brocken auf: der C-Dur-Fantasie und der f-Moll-Sonate "Concert sans orchestre", zu der er fünf Vor- und Nebenarbeiten spielt. Die erfreuliche Balance von Transparenz und Einfühlung lässt auf baldige Fortsetzung hoffen.
"Sämtliche Orgelwerke" (Berlin Classics)
Gewiss sind diese Stücke von 1845, großenteils für Pedalflügel geschrieben, keine Hauptwerke. Aber sie beweisen Schumanns Faible für Bach und bieten zudem einen Blick in die Werkstatt, wo auch kleine Einfälle ihr Recht bekommen. Mario Hospach-Martini spielt mit viel Sinn fürs Detail die Winterthurer Kirchenorgel.
"Gesamtwerk für Klavier und Orchester" (RCA Red Seal)
Der 200. Geburtstag Robert Schumanns ist ein Fest für Neugierige. Das schönste Projekt stellt der Pianist Lev Vinocour mit dem ORF-Orchester unter Johannes Wildner vor: Neben dem allbekannten Klavierkonzert a-Moll hat er ein stattliches, fesselndes F-Dur-Konzert des jungen Schumann rekonstruiert; zudem ist ein Konzert von Adolph Henselt (1814 bis 1889) mit den Bearbeitungen Schumanns zu hören - erstmals seit 1845.
KulturSPIEGEL 6/2010
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