26.07.2010

Neue Pop-CDs

Von Dallach, Christoph

Rodrigo Leão: "A Mae"

(Sony Classical)

Seine Band Madredeus wurde berühmt, als Wim Wenders sie mit dem Soundtrack für "Lisbon Story" beauftragte. Seit seinem Abgang bei Madredeus kam Rodrigo Leão als Solokünstler in Portugal groß raus. Dass seine gepflegt schwermütigen Lieder im Rest der Welt kaum wahrgenommen werden, ist erstaunlich. Auf diesem gewohnt gelungenen Album geben sich Gäste wie Neil Hannon von The Divine Comedy die Ehre.

Diverse: "Be Yourself" (Coop)

Bekannt wurde Graham Nash mit The Hollies, weltberühmt mit Crosby, Stills, Nash & Young. Wie sehr der Brite aber bis heute von nachgewachsenen Musikergenerationen verehrt wird, unterstreicht dieser Sampler auf dem u. a. Fans wie Bonnie "Prince" Billy, Brendan Benson und Robin Pecknold von Fleet Foxes das Nash-Soloalbum "Songs for Beginners" angemessen herrlich neu einspielen.

Mike Oldfield: "Hergest Ridge"

(Mercury)

Dass diese Platte mal auf dem ersten Platz der britischen Charts thronte, ist schon irre. Nachdem das introvertierte Wunderkind mit der Instrumentalkomposition "Tubular Bells" weltberühmt wurde, legte es 1974 dieses Album mit zwei ähnlichen Stücken nach, auf denen Folk, Pop, Avantgarde und Spinnkram faszinierend ineinander- fließen. Nun ist es aufwendig restauriert und erweitert wieder zu haben.

Holmes: "Have I Told You Lately That I Loathe You"

(Black Star Foundation)

Vielleicht ist es tatsächlich den langen Wintern zu verdanken - mal abgesehen von den staatlich finanzierten Übungsräumen mit Instrumenten -, dass aus Schweden so viele tolle Platten kommen. Auch das neue Album dieses Quintetts aus Vänersborg wurde eingespielt, während draußen der Schnee rieselte. Die Musik dagegen klingt so, als wäre sie an einem lauen Herbstabend in der Scheune von Neil Young entstanden.

Espen Eriksen Trio:"?You Had Me at Good bye"

(Rune Grammofon)

Die Grenzen zwischen Jazz und Pop verschwimmen zunehmend. Das Album dieses norwegischen Trios enthält acht behutsame Melodien, eingespielt mit Piano, Jazz und Schlagzeug. Strengen Jazz-Puristen klingt das sicher zu gefällig und manchen Pop-Fans irgendwie zu unaufgeregt. Aber Liebhaber der großen skandinavischen Melancholie sollten an diesen Debütanten ihre stille Freude haben.


KulturSPIEGEL 8/2010
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