26.05.2012

Neue Jazz-CDs

John Abercrombie Quartet: "Within a Song"
(ECM)
Unter den Songs, die der Gitarrenveteran ausgewählt hat, sind Kompositionen von Ornette Coleman, John Coltrane und Miles Davis. Abercrombie hörte sie als Teenager in den sechziger Jahren. Heute - im Quartett mit dem Saxofonisten Joe Lovano - klingen die Stücke neu und gleichermaßen vertraut. Meisterhaft - Abercrombies Werk!
Marcus Miller: "Renaissance"
(Dreyfus Jazz)
"Er kann alles spielen und ist für alles offen", lobte einst Miles Davis den Multi-Instrumentalisten Miller. Der inzwischen 52-Jährige beschränkt sich auf dem neuen Album auf den E-Bass. Mit dem treibt Miller eine funkige Band mit drei Bläsern vor sich her. Bei einem Titel ist die Sängerin Gretchen Parlato als Gast dabei. Soul zum Zuhören und Tanzen.
Esther Kaiser/ Claus-Dieter Bandorf: "Sternklar"
(HGBS)
Die Sängerin und der Pianist übertragen deutsche Volkslieder ins Jazz-Idiom: "Ein Männlein steht im Walde" in Moll und mit orientalischer Perkussion, "Die Gedanken sind frei" raffiniert reharmonisiert im Sechsachteltakt. Kaisers klare Stimme variiert Melodien und scattet. Bassist Marc Muellbauer sorgt für rhythmische Spannung. Tolle Platte!
Stephan Max Wirth Ensemble: "Passion"
(BOS Records)
Der Wahlberliner lernte in Arnheim die Kunst des Komponierens. Seine genreübergreifenden Projekte wurden für Preise nominiert. Weniger Beachtung findet bislang Wirths seelenvoll-jazziges Spiel auf Tenor- und Sopransaxofon. Dass der 44-Jährige zu den besten Deutschen auf diesen Instrumenten gehört, unterstreicht das neue Album.
Von Hielscher, Hans

KulturSPIEGEL 6/2012
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