26.05.2012

Neue CDs

Von Saltzwedel, Johannes

Claude Debussy: "Préludes u. a."

(ECM New Series)

Etliche Große haben diese Stimmungsbilder aufgenommen: flimmernd klar Walter Gieseking, mönchisch streng Arturo Benedetti Michelangeli. Alexej Lubimow spielt sie voll wunderbar sanglich-poetischer Intimität auf einem Bechstein-Flügel von 1925 und einem Steinway von 1913. In Versionen der drei Nocturnes und des "Prélude à l'après-midi d'un faune" erklingen dann beide Instrumente; am zweiten sitzt Alexej Zuew.

George Enescu: "Klaviertrios" (Zig Zag Territoires)

Weiterhin sind bei George Enescu (1881 bis 1955) Funde möglich: Als 16-Jähriger schrieb er ein stilistisch vielseitiges, anspruchsvolles Klaviertrio, das hier erstmals eingespielt ist. Im a-Moll-Trio von 1916 erstrahlt die ganze Klangmagie des Pariser Rumänen - für die drei Damen vom Brancusi Trio offenkundig eine echte Herzenssache. Dazwischen erklingt die sanfte "Sérénade lointaine" von 1903, die erst 2004 wiederentdeckt wurde.

Pierre de la Rue: "Portrait musical"

(Musique en Wallonie)

1492 begann Pierre de la Rue aus Tournai seine Dienste als Musiker bei den Habsburgern, vorwiegend in Burgund und Spanien. Seine variantenreichen Werke, meist für kirchliche Zwecke, gingen als Prachthandschriften durch ganz Europa. Dirk Snellings bietet mit seiner Capilla Flamenca einen schönen Œuvre-Querschnitt: vier Messen, ein Motettenstück, aber auch drei weltliche Chansons, darunter das tonal mutige "Pourquoy non".

Jean-Frédéric Edelmann: "21 Sonaten" (Phaia Music)

Seine ersten Sonaten erschienen 1774, und bald war Edelmann ein gefragter Klavierlehrer. 1789 packte den Straßburger die Revolutionsbegeisterung. Er rückte bis ins Directoire vor, endete aber 1794, als Spion verdächtigt, unter der Guillotine. Sylvie Pecot-Douatte spielt die melodisch einfallsreichen, meist für den Unterricht entstandenen Frühwerke übergangsgetreu auf Cembalo und Klavier.


KulturSPIEGEL 6/2012
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