DER SPIEGEL



Debiler Sexismus

Von Görig, Carsten

Mit "Lollipop Chainsaw" zerstört Suda 51 seinen Mythos.

J oss Whedons Vampirjägerin Buffy und George Romeros Zombies sind die zwei offensichtlichen Referenzpunkte für "Lollipop Chainsaw". Das ist das neueste Spiel des japanischen Entwicklers Goichi Suda oder Suda 51, wie er sich selbst nennt. Darin kämpft die Zombie-Jägerin Juliet Starling knapp bekleidet mit einer Motorsäge gegen Untote. Den sprechenden Kopf ihres Freundes trägt sie als Begleiter am Gürtel. Suda 51 hat sich mit Titeln wie "Killer 7", "No More Heroes" oder "Shadows of the Damned" als Spielemacher gezeigt, der mit Trash-Ästhetik provoziert und Konventionen bricht. Mit "Lollipop Chainsaw" aber zerstört er seinen eigenen Mythos, er wird zur Karikatur seiner selbst. Suda ist zu verliebt in seine Ideen und nervt mit pubertärem Humor: Der Spieler muss der Protagonistin in den Schritt oder in den Ausschnitt schauen und Witzen zuhören, die selbst in betrunkenem Zustand nur halbwegs lustig sind. Schade, dass "Lollipop Chainsaw" auf debilen Sexismus setzt. Lustig ist daran wenig, vor allem, wenn man das Spiel mit den Vorbildern vergleicht. Ging es bei Romeros Zombie-Filmen um Konsumkritik und bei Buffy um das Erwachsenwerden, so scheint es bei "Lollipop Chainsaw" nur noch um eines zu gehen: um einen schnellen Lacher auf "Jackass"-Niveau.

"Lollipop Chainsaw"

von Warner Interactive


KulturSPIEGEL 7/2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://corporate.spiegel.de finden Sie Angebote für die Nutzung von SPIEGEL-Content zur Informationsversorgung von Firmen, Organisationen, Bibliotheken und Journalisten.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.

KulturSPIEGEL 7/2012
Titelbild
Abo-Angebote

Sichern Sie sich weitere SPIEGEL-Titel im Abo zum Vorteilspreis!


Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Bei Spodats erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Debiler Sexismus

TOP



TOP