30.07.2012

Die Schauspielerin Alexandra Maria Lara plant ihren August

Am 4. August fahre ich zur Weltpremiere meines neuen Films "Nachtlärm" auf das Filmfestival nach Locarno. Auf das Festival bin ich schon sehr gespannt, denn ich war noch nie dort. Es ist berühmt für seine Freiluftvorstellungen auf der Piazza Grande, mit Tausenden von Zuschauern, und was gibt es Schöneres, als wenn sich so viele Leute draußen zusammensetzen, um Filme zu gucken?

Ich warte auch sehnsüchtig auf We Need to Talk About Kevin, der am 16.8. in die Kinos kommt. Die Hauptrolle spielt Tilda Swinton, von der ich ein riesengroßer Fan bin. Eine grandiose Schauspielerin. Das wird bestimmt kein leichter Film, sondern einer, der einen noch lange beschäftigt. Sonst schaue ich mir Filme am liebsten zu Hause in Berlin mit meinen Freunden an. Wir machen manchmal einen Filmabend zusammen und überraschen uns mit den DVDs, die jeder mitbringt. Das letzte Mal habe ich dabei Jean Florette mit Daniel Auteuil und Yves Montand entdeckt, eine französische Familiensaga von 1986. Den Film möchte ich jedem ans Herz legen, er hat mich sehr berührt. Wie haben uns direkt danach die Fortsetzung Manons Rache mit Emmanuelle Béart angesehen, denn man kann unmöglich den ersten Teil schauen, ohne danach sofort den zweiten sehen zu wollen. Wirklich beeindru-ckend!

Mit Tanztheater habe ich weniger zu tun, aber am 12. oder 13.8. möchte ich mir Khargba - Power Games in der Berliner Akademie der Künste ansehen. Dazu hat mich mein Kollege Melchior Derouet eingeladen, der sich in dem Stück als einer von sechs Tänzern durch einen Berg von Kieselsteinen kämpft. Melchior ist ein blinder Schauspieler, den ich letztes Jahr beim Dreh von "Imagine" kennen gelernt habe, und überhaupt ein toller Mann. Deswegen vertraue ich ihm, wenn er sagt, dass ich das nicht verpassen dürfe.

Lesen möchte ich das Buch Es findet Dich von Miranda July. Ich liebe ihren Film "Ich und du und alle, die wir kennen". Es fasziniert mich sehr, wenn Menschen mit so vielen unterschiedlichen Talenten gesegnet sind wie sie.

Ins Museum gehe ich im August wohl in London, wenn ich meinen Mann (Schauspieler Sam Riley -Red.) besuche, der da gerade einen Film dreht. Die Fotoshow Another London in der Tate Britain hört sich vielversprechend an. Museums-Hopping in London ist sowieso das Allertollste. Nichts gegen Berlin, aber bei mir ist das mit Ausstellungsbesuchen ein bisschen so wie mit dem Shoppen: Es ist einfach hundertmal aufregender, wenn man in einer anderen Stadt ist.

AUFGEZEICHNET VON DANIEL SANDER

Lara,33, ist eine der bekanntesten Schauspielerinnen Deutschlands und lebt mit ihrem Mann in Berlin. Am 23.8. läuft ihr neuer Film "Nachtlärm" in den deutschen Kinos an.


KulturSPIEGEL 8/2012
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