30.07.2012

Neue CDs

Von Dallach, Christoph

(Haldern Pop Recordings)

Dass der Sixties-vernarrte Noel Gallagher diese Band ins Herz geschlossen hat, passt. Die Schweden um Sänger Ebbot Lundberg klangen stets wie aus der Zeit gefallen: Sie kombinieren altbewährte Rock-Gitarrenriffs mit wuchtigen Orgelklängen und der psychedelischen Verspieltheit von Pink Floyd. All das bietet auch ihr exquisites neues Album, das ihr letztes sein soll. Ein Jammer.

(Pampa Records)

Der Amerikaner James Scott Tamborello produziert unter diversen Namen elektronische Klänge. Dass er all das Fiepen und Knistern auch zu schönen Melodien programmieren kann, bewies er als The Postal Service mit dem Hit "Such Great Heights". Auf seinem neuen Album verzahnt er allerlei sanft ploppende Beats zu einlullenden instrumentalen Melodien.

(Make My Day Records)

Seit einer Ewigkeit gilt diese Bardin aus L. A. als Geheimtipp, über den grünen Klee gelobt von Instanzen wie dem "New Yorker". Dass sie trotzdem noch zu keinem großen Publikum fand, ist rätselhaft. Auch ihr neues Album ist randvoll mit eleganten Songs, die nach Country, Lounge und polierter Melancholie klingen. Es hätte viele Hörer verdient.

(West Midland Records)

Der inflationär angewendete Begriff "Kultstar" passt auf den Briten, der sich nur Lawrence nennt. Der in London beheimatete Dandy wurde in den achtziger Jahren mit der Brit-Pop-Band Felt immerhin ein wenig bekannt. Bei seinem neuen Projekt "Go-Kart Mozart" glänzt er wieder mit überkandideltem Glam-Pop, der seinem Ruf gerecht wird.

Alben mit einer Botschaft sind meistens schrecklich. Der französische Hipster Sébastien Tellier will seine Hörer mit den aktuellen Songs angeblich spirituell beglücken. Was schlimmer klingt, als es ist, denn die tiefenentspannten Electro-Balladen des Künstlers klingen zum Glück nicht spiritueller als eine schicke Parfüm-Werbung.

Karl Wallinger, Strippenzieher bei World Party, veröffentlichte in den Neunzigern herrliche Alben, die Kritiker als "beatlelesk" einstuften. Dass Robbie Williams seinen Song "She's the One" in die Charts brachte, dürfte bis heute Wallingers Miete sichern. Nun überrascht der scheue Brite mit 70 überwiegend unveröffentlichten Songs auf 5 CDs.


KulturSPIEGEL 8/2012
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