30.07.2012

Warum wir das Fleisch der Frauen fürchten

Von Becker, Tobias

Oh, wie lästig sie ist, diese Querulantin! Oh, wie sie nervt mit ihrem klassenkämpferischen Jargon vergangener Jahrzehnte, ihrem polemischen Ton, ihrer einseitigen Argumentation, ihren übersteilen Thesen. Und wie recht sie doch immer wieder hat. Die Bloggerin Laurie Penny, 25, hat eine Schmähschrift geschrieben, in der sie gegen alles hetzt: gegen den Feminismus der zweiten Welle, gegen den "zeitgenössischen Pseudo-Feminismus", gegen den Konsumismus, gegen den Kapitalismus. Und gegen die Männer, natürlich. Das wütende Buch lässt einen die Augen rollen. Und doch öffnet es sie einem immer wieder. Für die Besessenheit, mit der unsere Kultur den weiblichen Körper kontrolliert und diszipliniert. Für den Eifer, mit der wir einer warenförmigen und roboterhaften Erotik nachjagen. Pennys Forderung: "Riot, don't diet!" Unsere Forderung: lesen, nicht lästern.


KulturSPIEGEL 8/2012
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