24.09.2012

Neue DVDs

Modern Family, 1. Staffel

Regie: diverse

Wer immer noch einen Beweis dafür brauchte, dass die US-Unterhaltungsindustrie ihre kreativen Höchstleistungen heutzutage eher mit TV-Serien als mit Kinofilmen erreicht, findet ihn in dieser unendlich liebenswerten und vor allem durchgehend witzigen Comedy-Reihe über den Alltag dreier benachbarter und miteinander verwandter Vorstadtfamilien: ein alter Sack mit junger kolumbianischer Ehefrau und Stiefsohn, ein schwules Paar samt Neugeborenem und die klassische Variante mit dem Ehepaar und drei Kindern. Alle drei Familienmodelle werden dabei mit der gleichen Zuneigung gefeiert und veralbert. In den USA einer der größten Zuschauererfolge überhaupt, ausgezeichnet mit zahllosen Preisen. Recht so.

Piranha 2

Regie: John Gulager

Wenn schon Trash, dann richtig: Alexandre Ajas bluttriefenden ersten Teil um die Fischmonster mit Vorliebe für halbnackte College-Studenten konnte man dank einiger durchaus gewitzter Einfälle noch als nahezu hintersinnige Splatter-Satire missverstehen. Der zweite Teil von John Gulager dagegen versucht gar nicht erst, Intelligenz vorzutäuschen, sondern konzentriert sich ganz darauf, seinen menschlichen Protagonisten ein möglichst spektakuläres Blutbad zu bereiten. Was nicht heißt, dass "Piranha 2" weniger Spaß machen muss, denn nichts anderes wollen die Fans ja sehen. Dass man das Ganze nicht so ernst nehmen muss, weiß vor allem David Hasselhoff, der sich als abgehalfterten Schwimmbad-Stargast selbst spielt.

Anton Corbijn Inside out

Regie: Klaartje

Quirijns

Die meisten Dokumentarfilme über Künstler und Könner dieser Welt rühmen sich als intime Porträts und kommen ihren Helden dabei doch nie wirklich nah. Bei diesem Film über den niederländischen Star-Fotografen und Filmemacher Anton Corbijn ("Control") stimmt die Selbstbezeichnung allerdings mal: Regisseurin Quirijns konnte aus dem zurückhaltenden Corbijn einige erstaunlich persönliche Einsichten über seine Familie, seine Vergangenheit und sein Verhältnis zur Einsamkeit herauskitzeln. Die Interviews mit erklärten Corbijn-Verehrern wie Bono, Arcade Fire und Lou Reed sind nicht ganz so erhellend wie die Gespräche mit seinen Geschwistern oder seiner Mutter, sorgen aber für den nötigen Glamour.


KulturSPIEGEL 10/2012
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