31.12.2012

Historiker im Dickicht der Emotionen

Von Saltzwedel, Johannes

Jan Plamper: "Geschichte und Gefühl".

Siedler Verlag; 480 Seiten; 29,99 Euro.

Warum ließ Wladimir Putin beim Gipfeltreffen mit Angela Merkel 2007 seine Hündin Koni frei herumlaufen? Sind Spiegelneuronen die Hirnkomponente des Mitleidens? Das fragen neuerdings auch Historiker, fasziniert von den "weichen" Umständen jenseits aktenkundiger Tatsachen. Jan Plamper, Professor in London, stellt den Trend vor. Seine "Grundlagen der Emotionsgeschichte" sind nicht immer einfach zu lesen, aber viele anschauliche Fälle wie etwa Putin (Einschüchterung) beleben die Erörterung. Zudem warnt Plamper davor, naturwissenschaftlichen Studien blind zu vertrauen: Experimentelle Gewissheit wird nie den Individualfall erledigen; kulturell bedingt bleibt sie obendrein. So zeigt der nachdenkliche Schmöker auch, dass Geschichtserkenntnis weiterhin Mühe machen sollte und warum das gut so ist.


KulturSPIEGEL 1/2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.

KulturSPIEGEL 1/2013
Titelbild
Abo-Angebote

Sichern Sie sich weitere SPIEGEL-Titel im Abo zum Vorteilspreis!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Historiker im Dickicht der Emotionen