28.01.2013

Jung und altmodisch

Von Dallach, Christoph

Mit Songs, die wie aus den Sechzigern klingen, stürmt Jake Bugg die Charts.

L etztlich hat Jake Bugg seine Karriere Homer Simpson zu verdanken. Denn eigentlich begeisterte sich der junge Mann aus Nottingham "nie besonders für Musik", bis er in einer Episode der "Simpsons" einen Don-McLean-Song hörte und schwer beeindruckt war: "Damals interessierte mich eigentlich nur Fußball, und ich hatte mir bereits Gedanken gemacht, ob es bei mir für eine Profi-Karriere reichen würde, aber Don McLean weckte die Lust, Songs zu schreiben", sagt der 18-Jährige, der auch für 14 durchgehen würde, an einem dunklen Berliner Winternachmittag in einem Konferenzraum seiner Plattenfirma. Der verstockte Nachwuchskünstler sieht aus wie ein Oasis-Klon und landete im vergangenen Herbst in Großbritannien mit seinem Debütalbum "Jake Bugg" direkt an der Spitze der Charts.

Jake Bugg kann nicht nur singen und Gitarre spielen, er ist sogar als Autor an allen Songs seiner Platte beteiligt. Eindrucksvoll ist auch, dass einer, der so jung ist, so altmodisch klingt, denn Buggs Songs und sein Video erinnern an den Brit-Pop der ganz alten Schule, an die Sechziger, die Kinks und Frühwerke der Rolling Stones. Der Künstler will das als Protest verstanden wissen: "Meine Songs sollen den Talentshow-Dreck aus den Charts fegen!", sagt er ohne zu lächeln. Wäre es zu modern, wenn seine Songs bei den "Simpsons" liefen? "Nein, das wäre cool", sagt er und geht eine rauchen.

Jake Bugg: "Jake Bugg"

(Mercury)


KulturSPIEGEL 2/2013
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