28.01.2013

Neue Jazz-CDs

Von Hielscher, Hans

Diven werden urig! Nach Diana Krall überrascht die Berlinerin Bassenge mit einem kraftvoll-kantigen Album. "Lass die Schweinehunde heulen", singt sie, während die jazzige Combo swingt und rockt. Die Texte schrieb sie mit dem Schriftsteller Thomas Melle, die Musik und die Arrangements mit ihrem Bassisten Paul Kleber. Resultat: The Best of Bassenge.

Die Fabelwesen aus Homers Odyssee inspirierten den Amerikaner. Potter erzählt die Sage auf seinen Saxofonen. Dass er zwei Tasteninstrumente in seiner Band hat, ist ungewöhnlich: Zum Pianisten Craig Taborn kommt der aus Kuba stammende Keyboarder David Virelles, der mit Celesta- und Harmonium-Klängen die Atmosphäre des Albums mitprägt.

Eine Doppelhals-Gitarre mit einem bundlosen 7-Saiten-Griffbrett ist das Markenzeichen des türkischen Musikers, der in den Niederlanden studierte und jetzt zur New Yorker Avantgarde gehört. Das Instrument ist ein Unikat, nach Şahins Ideen gebaut. Mit zwei Bläsern, Bass und Drums bildet er ein eigenwilliges, rockendes Jazz-Quintett.

Der Mann aus Chicago ist ein Phänomen: Doktor Sidran, 69, schreibt Standardbücher über Jazz und Politik; Keyboarder Sidran groovt mitreißend; Sänger Sidran unterhält die Leute mit poetischen und witzigen Texten. In dem neuen Opus geht es um den Hipster, die Symbolfigur der US-Subkultur seit der Zeit der Prohibition. Spaß mit Ernst!

Nach Opernarien verjazzt der Schweizer Saxofonist jetzt Volksmusik aus den Alpen. Landler und Jodler im neuen Klangkleid? Kann man machen. Aber das Album funktioniert nicht, obwohl gestandene Jazzer wie Walter Lang (Piano) und Thomas Stabenow (Bass) dabei sind. Denn Gellers "Heimat-Jazz" ist nur Gesäusel.


KulturSPIEGEL 2/2013
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