28.01.2013

Happy End: Scheidung?

Von Sander, Daniel

Lee Toland Kriegers Liebesfilm "Celeste & Jesse" stellt die Regeln romantischer Komödien auf den Kopf.

C eleste und Jesse gehen so vertraut-liebevoll miteinander um, wie es nur ein Paar tut, das sich den Zauber bewahrt hat. Ein Team, das nichts auseinanderbringen kann. Und das ist das Problem. Denn das entzückende, seit sechs Jahren verheiratete Pärchen in Lee Toland Kriegers Liebeskomödie "Celeste & Jesse" (in Deutschland gestraft mit dem Untertitel "Beziehungsstatus: Es ist kompliziert") hat sich vor sechs Monaten getrennt. Sie (Rashida Jones), die erfolgreiche Trend-Expertin, konnte nicht mehr ertragen, wie er (Andy Samberg), der Grafiker, weiter vor sich hin schlunzt. Er hat das verstanden. Wohnt aber weiter im Gästehaus. Sie waren doch auch während ihrer Ehe beste Freunde, warum sollten sie das jetzt nicht mehr sein?

Nach den Regeln gewöhnlicher romantischer Hollywood-Komödien würde man nun Zeuge, wie die beiden sich wieder langsam näherkommen, ein bisschen streiten und dann doch erkennen, dass sie für einander bestimmt sind. Aber "Celeste & Jesse" ist kein Film, der nach den Regeln spielt, und schon gar kein gewöhnlicher. Er spielt mit den Erwartungen, lässt die zwei auseinandertreiben, macht mit viel Witz immer wieder Hoffnung, aber lässt auch stets die traurige Frage im Raum, ob das wahre Happy End nicht die Scheidung wäre. Man wünscht den beiden das Beste, ohne sicher zu sein, was das Beste ist. So lustig, rührend und gleichzeitig ehrlich war lange kein Film über die Liebe mehr.

Celeste & Jesse

Start: 14.2.


KulturSPIEGEL 2/2013
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