25.02.2013

Von Saltzwedel, Johannes

Richard Wagner: "Tannhäuser" (PentaTone Classics)

Pünktlich bevor Marek Janowskis konzertanter Wagner-Zyklus in die Finalrunde geht, ist der "Tannhäuser" vom vergangenen Mai zu haben. Die prächtige Venus der Marina Prudenskaya, Christian Gerhahers lyrisch-sensibler Wolfram und Robert Dean Smith als gebrochener Titelheld ragen heraus. Womöglich noch eindrucksvoller ist, welch zarte Nuancen Rundfunkchor und Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin hörbar machen.

Ludwig van Beethoven: "DiabelliVariationen" (Avie)

Da haben Generationen großer Pianisten dieses Meisterwerk auszuleuchten versucht - aber Daniel-Ben Pienaar will sich selbst sein Bild machen. Unbändig neugierig, technisch überlegen und mit feinem Ohr für dynamische Abstufungen lässt der in London lebende Südafrikaner mal Akkordgesten sprechen, spielt anderswo raffiniert mit dem Tempo oder zündet kleine Feuerwerke: Ein Klavier-Kosmos wird neu erschaffen.

Johann Ph. Krieger: "Musicalischer SeelenFrieden"

(Carus)

Stolze 45 Jahre lang war Johann Philipp Krieger (1649 bis 1725) Hofkapellmeister in Weißenfels; allein an Kantaten lieferte er über 2100, ein Vielfaches dessen, was Bach schrieb. Mit der Kostprobe aus drei Triosonaten und vier Arien auf Psalmtexte stellt Simone Eckerts "Hamburger Ratsmusik" den mehr als achtbaren Barockmeister teils in Erstaufnahmen vor, und Dorothee Mields' herrlicher Sopran krönt die edle Tat.

Ernest Chausson: "Musik für Streichquartett"

(Chandos)

Mit nur 44 Jahren starb Ernest Chausson 1899 bei einem Radunfall. Sein einziges Streichquartett konnte der Schüler César Francks und Wagnerianer nicht vollenden; das übernahm sein Freund Vincent d'Indy. Viel zu selten ist Chaussons erstaunliches Konzert für Klavier, Violine und Streichquartett zu hören. Mit beidem gibt das junge Doric String Quartet eine beachtliche Visitenkarte ab.


KulturSPIEGEL 3/2013
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