25.02.2013

Neue DVDs

Jab Tak Hai Jaan - Solang ich lebe
Regie: Yash Chopra
Saftiges XXL-Melodram um den Londoner Straßenmusiker Samar (in souveräner Hochform: Indiens unverwüstlicher Star-Export Shah Rukh Khan), den die Liebe erst ereilt und dann buchstäblich schwer verletzt. Jahre später, mittlerweile lebt er als von allen Illusionen und von jedem Lebensglück verlassener Bomben-Entschärfer in Kaschmir, ruft ihn eine junge Filmemacherin nach London zurück, damit er sich den Geistern der Vergangenheit stellt. Schöne, runde Schnulze mit zwei für das Genre geradezu schockierend emanzipierten Frauenfiguren.
Die Fee
Regie: Dominique Abel, Fiona Gordon, Bruno Romy
Ihr tänzerischer Slapstick und charmanter Irrsinn erinnern an die Stummfilme Buster Keatons und den kindlichen Humor von Jacques Tati: Das belgisch-kanadische Comedy-Duo Dominique Abel und Fiona Gordon inszeniert vor der regennassen Kulisse Le Havres ein Märchen mit bonbonbuntem Zauber. Der verträumte Hotelportier Dom steht eines Nachts Fiona gegenüber, einer Fee, die ihm drei Wünsche zu erfüllen verspricht. Als sie tags darauf verschwunden ist, begibt sich Dom auf die Suche - und entführt Fiona schließlich aus der Psychiatrie.
Harte Schule
Regie: Lee Hirsch
Diese wütende Aufrüttel-Dokumentation über fünf amerikanische Jugendliche, die laufend von ihren Mitschülern schikaniert werden, hat in den USA aus einem lange verharmlosten Thema endlich einen landesweiten Aufreger gemacht. Regisseur Lee Hirsch, als Kind selbst ein Mobbing-Opfer, konzentriert sich dabei ausschließlich auf die Perspektive der Opfer. Das hilft zwar nicht dabei, die Täter besser zu verstehen, wirkt aber umso effektiver als leidenschaftlicher Durchhalteappell an die gemobbten Kinder dieser Welt.
Samsara
Regie: Ron Fricke
Eine "Meditation über den Kreislauf des Lebens" will dieses Bilderspektakel von Ron Fricke ("Baraka") sein, und das kommt hin, denn mit einer klassischen Dokumentation oder gar einem Spielfilm hat dieses ohne Erzähler und erkennbaren Erzählstrang auskommende Werk nicht viel zu tun. Stattdessen wird ein Feuerwerk an Bildern abgeschossen, von den Wundern und den Alpträumen dieser Welt, gesammelt in 25 Ländern. Ob dabei die von den Filmemachern angedachte spirituelle Erweckung eintritt, sei mal dahingestellt - gut sieht es auf jeden Fall aus.

KulturSPIEGEL 3/2013
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