Von Görig, Carsten
Z auberhafte und verzauberte Welten sind die Spezialität des japanischen Animationsstudios Ghibli, und zu Recht hat es für seinen Welterfolg "Chihiros Reise ins Zauberland" einen Oscar gewonnen. Daher konnte nichts schiefgehen, als das Entwicklerstudio Level 5 ("Dragon Quest IX", "Professor Layton") mit Studio Ghibli das Spiel "Ni No Kuni" produzierte. Darin wird das Schicksal von Oliver erzählt, einem Jungen, der zu früh erwachsen werden muss, nachdem er seine Mutter verloren hat. Er flüchtet sich in eine Phantasiewelt, in der er Abenteuer bestehen und kämpfen muss. Das bedeutet, dass Spieler nach einem ausgeklügelten System den verschiedenen Kämpfern Befehle geben müssen. In "Ni No Kuni" macht das viel Spaß. Das Spiel zeigt, dass auch hierzulande japanische Rollenspiele funktionieren. Denn während es in westlichen Produktionen hauptsächlich darum geht, selbst Entscheidungen zu treffen und den Protagonisten nach eigenen charakterlichen Vorstellungen zu formen, so geben japanische Spiele das meiste vor. Weshalb das Ergebnis zwar vorhersehbar ist, aber in "Ni No Kuni" trotzdem berührend. Wer die an die Kitschgrenze heranreichende Optik und die nicht immer subtilen Botschaften mag, für den ist "Ni No Kuni" ein zauberhaftes Meisterwerk.
"Ni No Kuni"
von Namco Bandai für Playstation 3
KulturSPIEGEL 3/2013
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