25.02.2013

Von Görig, Carsten

Dead Space 3 (Electronic Arts)

Mehr ist nicht unbedingt besser. Das Weltraumgruselspiel "Dead Space 3" hat mehr Monster, mehr dunkle Gänge und eine längere Spieldauer als die Vorgänger. Besser ist es nicht. Im Gegenteil: Die ersten Teile waren atmosphärisch dicht und gruselig, weil sie nach dem "Alien"-Prinzip funktionierten, welches wahren Horror nur durch das erzeugt, was man nicht sieht. Teil drei ist dagegen auf Action getrimmt und mit einer Story versehen, die mit lahmen Dialogen und einer öden Dreiecksbeziehung nervt. Auch die Wandlung des Protagonisten Isaac Clarke vom stummen Vertreter des Spielers in einer fremden Welt zu einem gelangweilten Weltenretter ist nicht gerade hilfreich. Allein der Schlussteil von "Dead Space 3" macht gruseln und staunen, weil er in einer an Lovecraft erinnernden Alptraumwelt spielt. Schade, dass man bis dahin zehn Stunden braucht.

Wave Trip (Lucky Frame)

Ein Raumschiff fliegt von links nach rechts durch das Bild. Auf seinem Weg muss es Objekten ausweichen, andere aufsammeln. Je geschickter man ist, desto flüssiger wird das Spielgeschehen, desto rauschhafter die Erfahrung. Das Spielprinzip von "Wave Trip" ist nicht neu. Besonders aber wird das iPad-Spiel durch die abstrakte Grafik und weil es ein klassisches Konzept mit einem Musikgenerator verknüpft. Jedes Objekt, das eingesammelt wird, macht einen Ton, ist ein Sample. Nach und nach verbinden sich diese, werden zu einem kompletten Musikstück. Das geht schneller, je besser man das Raumschiff steuert. Gleichzeitig aber ist "Wave Trip" auch ein Programm, mit dem Spieler selber Level bauen, Objekte ins Bild setzen und eigene Stücke komponieren können. Aus dem Spiel wird eine einfach zu bedienende Musikmaschine.


KulturSPIEGEL 3/2013
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