DER SPIEGEL



Neue CDs

Von Dallach, Christoph

Bill RyderJones: "A Bad Wind Blows in My Heart"

(Domino)

Mehr als zehn Jahre lang diente Bill Ryder-Jones als Gitarrist bei The Coral, einer der besseren britischen Mersey-Pop-Bands. Aber weil ihm das zu hektisch war, kündigte er und veröffentlicht seitdem schwelgerische Tagträumer-Balladen. Sein neues Album ist ein großer Wurf: elf kunstvoll getupfte Songs, mit Klavier, Trompeten und Geigen ausgeschmückt. Perfekt als Soundtrack für einsame Spaziergänge am Meer.

Neon Neon: "Praxis Makes Perfect"

(Lex). Ab 3.5.

Auf die Idee, eine Liedsammlung über Giangiacomo Feltrinelli zu produzieren, den italienischen Verleger, der 1972 unter dubiosen Umständen starb, muss man als Waliser erst mal kommen. Aber das passt zu Gruff Rhys, dem Exzentriker, der als Sänger der Super Furry Animals bekannt wurde. Hier punktet er mit Electro-Pop alter Schule, der manchmal an Italo-House erinnert. Als Gäste sind Asia Argento und Cate Le Bon an Bord.

Bombino: "Nomad"

(Nonesuch)

Der Plan, dass ein Tuareg-Songwriter aus Niger ein Album in Nashville einspielt, klingt eher bemüht. Wenn allerdings Dan Auerbach Regie führt, ist das Ergebnis ein Ereignis. Der Gitarrist der Bestseller-Garagenrocker Black Keys beweist mit Omara "Bombino" Moctar mal wieder, warum er den Grammy als bester Produzent bekam: Flirrende Afrobeats und scheppernder Indie-Rock verschmelzen hier aufs Herrlichste.

Stephen Stills: "Carry On"

(Rhino)

Auf der "Rolling Stone"-Liste der "besten Gitarristen aller Zeiten" wird der 68-jährige Texaner auf Platz 47 geführt. In die Rock'n'Roll Hall of Fame spielte sich der so reizbare wie begabte Songwriter ("For What It's Worth") mit Buffalo Springfield und Crosby, Stills, Nash (und z.T. Young). Jetzt wird er mit einem aufwendigen 4-CD-Set geehrt, das Karrierehöhepunkte mit Archivschätzen kombiniert, dabei sind viele prominente Gäste.

Klaus Schulze: "Shadowlands"

(Synthetic Symphony)

Der geborene Berliner zählt zu den Pionieren und Titanen der elektronischen Musik - was hierzulande gern mal verdrängt wird. Er spielte Schlagzeug bei Tangerine Dream, gründete Ash Ra Tempel und hat mehr als 60 Alben aufgenommen, von denen viele bis heute weltweit in Ambient-Clubs surren. Auch seine neue Doppel-CD bietet vertraut ausuferndes, instrumentales Synthesizer-Schnurren alter Schule.


KulturSPIEGEL 5/2013
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