DER SPIEGEL



Roboterhunde und Cyberdrachen

Von Görig, Carsten

"Far Cry 3" ist nichts als Unfug. Gerade deshalb ist es so gut.

R oboterhunde, Cybersoldaten und Drachen, die Laserstrahlen aus ihren Augen schießen: "Far Cry 3: Blood Dragon" ist, mit voller Absicht, absolut unglaubwürdig. "Wir haben B-Movie-Dialoge, eine unzusammenhängende Geschichte und billige Kostüme", sagt Dean Evans, der Entwickler. Er ist auch noch stolz darauf. Er wollte ein Spiel machen, das an Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone und Punkrock - die Themen seiner Jugend - erinnert, und das aufregend und verstörend ist. So schießt sich Protagonist Rex Power Colt durch dunkle Welten, in denen nur die Neonfarben der Gegner leuchten. "Blood Dragon" ist einerseits nostalgisch, es erinnert mit vielen Missionen an alte Spiele wie "Doom". Andererseits sind die offene Welt und das flüssige Gameplay ganz im Heute verwurzelt. Die Protagonisten reden nur Unfug, und auch das ist Absicht, das Spiel soll keinen intellektuellen Anspruch haben. Und doch ist "Blood Dragon" nicht dumm. Im Gegenteil: Es nimmt in seiner überdrehten Art schwülstige Geschichten, pathetische Dialoge und langweilige Superhelden aufs Korn. Macht sich über die populären Kriegsshooter lustig und ist dabei spannender und vielseitiger als die meisten anderen Spiele. Und wenn schließlich der Cyberdrachen züchtende Gegner besiegt ist, fühlt man sich irgendwie ziemlich zufrieden. Auch wenn es Unfug ist.

"Far Cry 3: Blood Dragon"

von Ubisoft


KulturSPIEGEL 5/2013
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