Im neuen SPIEGEL: Steuersache Hoeneß; Armbruster-Gespräch; Ballett im Club "Berghain"; warum Kristina Schröder so unbeliebt ist

Von Martin Doerry, stellv. Chefredakteur

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Liebe Leserin,
lieber Leser,

im Januar traf mein Kollege Markus Feldenkirchen den langjährigen Bayern-Manager Uli Hoeneß für ein großes Porträt. Feldenkirchen ist Fan von Borussia Mönchengladbach, Hoeneß hatte der Borussia mehrmals die besten Spieler weggekauft, der heutige Bayern-Präsident war für ihn das Inbild des polternden, kalten Kapitalisten. Nach mehreren Begegnungen war der Respekt deutlich gewachsen: Feldenkirchen beschrieb Hoeneß als nachdenklich und engagiert, als jemanden, der großzügig und sozial denkt. Für die aktuelle Titelgeschichte, die SPIEGEL-Autor Dirk Kurbjuweit gemeinsam mit Feldenkirchen und einer Reihe von Kollegen schrieb, stand Hoeneß dem SPIEGEL nicht zur Verfügung. Ab wann wusste Hoeneß, dass sein Schweizer Konto nicht länger geheim zu halten war? Einige Tage vor Bekanntwerden der Vorwürfe, Hoeneß habe Steuern in Millionenhöhe hinterzogen, traf Feldenkirchen jedenfalls noch einmal auf den Präsidenten, nach dem 6:1-Triumph der Bayern im DFB-Pokal gegen Wolfsburg. Hoeneß, sagt Feldenkirchen, "wirkte unbelastet, mit sich im Reinen. Er schien vollkommen glücklich".

Als Markus Brauck und Marcel Rosenbach die früheren ARD-Reporter Jörg Armbruster und Martin Durm für ein SPIEGEL-Gespräch trafen, konnte Armbruster ihnen zur Begrüßung nur die linke Hand reichen. Ein Nerv im rechten Unterarm wurde durch Schüsse getroffen, als der ARD-Journalist im März in der syrischen Stadt Aleppo recherchierte. Ob er die Hand je wieder benutzen kann, ist ungewiss. Armbruster sprach über den Moment, bevor die Schüsse fielen, über den Arzt, der ihm in Syrien das Leben rettete, und über seinen Wunsch, weiterhin aus dem Land zu berichten. In dem Gespräch mit Armbruster geht es auch um die große Frage, was Journalismus überhaupt zu leisten vermag in einem Land, das im Bürgerkrieg versinkt.

Das "Berghain" ist der bekannteste Club in Berlin - und längst eines der wichtigsten Symbole der Hauptstadt. Hier trifft sich die Jugend der Welt, um auf der Tanzfläche oder in den Darkrooms den Rausch der Gegenwart zu feiern. Mein Kollege Tobias Rapp beschreibt, wie nun in dem früheren Heizkraftwerk Techno und Ballett verschmelzen sollen: Im Hauptraum des Hauses, dort, wo früher die Kessel standen, hat am kommenden Samstag die Produktion "Masse" Premiere, eine Kooperation des Berghains mit dem Staatsballett. Der Raum war eigentlich als Erweiterung für den Club gedacht. Allerdings hätte man dafür die tragenden Säulen der Halle durch eine Stahlkonstruktion ersetzen müssen. Die Pläne scheiterten, weil der Bauboom der vergangenen Jahre den Stahlpreis in die Höhe getrieben hatte.

Kristina Schröder, Familienministerin in der Regierung Merkel, schien vieles im politischen Betrieb richtig gemacht zu haben: Als junges Mädchen bewunderte sie Helmut Kohl, später dachte sie in einem Buch über den Feminismus nach, sie wurde sogar in ihrer Amtszeit schwanger - wer, wenn nicht sie, konnte Mütter mit Vollzeitjob für die CDU begeistern? Warum Schröder dennoch zur unbeliebtesten Ministerin in Berlin wurde, beschreibt René Pfister in einem Schröder-Porträt. Schröders Scheitern lehrt einiges über die junge Politikerin und viel über die Politik in Deutschland.

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