08.07.2013

REBELLIONENMalalas Schwestern

Im vergangenen Herbst wurde eine 15-jährige Bloggerin in Pakistan niedergeschossen, weil sie das Recht auf Bildung forderte. Nun kämpfen Mädchen weltweit gegen Gewalt und Unterdrückung - das Porträt einer jungen, globalen Bewegung.
Für Diya begann der Aufstand in Indien an dem Tag, als sie bei der Polizei saß, ein verschüchtertes 13-jähriges Mädchen, und einen Satz fand für das Unsagbare: "Er hat mir Falsches angetan." Sie schwieg nicht, obwohl der Mann gesagt hatte: "Wenn du mich verrätst, töte ich deinen Bruder." Sie sagte aus.
Über jenen Abend, als sie losgelaufen war, ein Kind mit Spängchen im Haar, einen Blecheimer in der Hand. Ein paar Schritte waren es nur von Diyas Haus zum Wasserhahn des Dorfes, die Eltern hatten sie geschickt. Diya wollte schnell zurück sein. Die Stunden vor dem Schlafengehen waren die schönsten am Tag. Diya liebte die Geschichten, die der Fernseher abends erzählte, wenn die Familie zusammensaß. Sie mochte Salman Khan, den Bollywood-Star, sie mochte sein Lächeln. Das war im April.
Jetzt im Mai will Diya lernen, wie man einem Mann die Nase bricht. Sie will lernen, wie man einen Mann ohnmächtig schlägt, ihm die Hoden zertritt und einen Schlüssel ins Auge rammt. Sie will lernen, wie man einen Mann tötet.
Diya heißt sie seit jenem Abend, als der Mann im Dorf sie packte und in den Hof eines leerstehenden Hauses zerrte, als er seinen Mund auf ihren presste, so dass ihr nicht einmal Luft blieb zum Schreien. Es ist ein Name, hinter dem sie sich verstecken soll. Niemand darf die Identität einer Geschändeten öffentlich machen, so will es das Gesetz. Diya aber will sich nicht verstecken. Diyas Familie ist arm, sie sind Dalit, "Unberührbare", tiefer kann man im indischen Kastenwesen nicht stehen. Der Mann, der Diya die Kindheit nahm, war Alkoholiker, ohne Frau, ohne Arbeit. Aber er stammte aus einer höheren Kaste. Dalit-Mädchen, glaubte er, kann man benutzen. So war es früher immer gewesen, doch diesmal irrte er sich.
Früher hätte Diyas Vater sie wahrscheinlich nicht gedrängt, die Wahrheit zu sagen, früher wären sie wahrscheinlich nicht zur Polizei gegangen. Aber es ist viel passiert in den Monaten zuvor, in Indien, und nicht nur dort.
Geschichten gehen um die Welt, die von dieser Welt als barbarischem Ort erzählen und ausgerechnet von Kindern, die sich dagegen wehren. Die Geschichte von Malala, der 15-jährigen Bloggerin aus Pakistan, die ihre Lust zu lernen mit zwei Kugeln im Kopf bezahlte, überlebte und weiter zu ihrem Kampf für Mädchenbildung steht. Die "Wedding Busters" in Bangladesch, das sind Minderjährige, die durch die Dörfer ziehen, um Kinder vor Zwangsehen zu bewahren. Kenianische Mädchen, die sich der Genitalverstümmelung verweigern, obwohl sie fürchten müssen, dass ihre Familie daran zerbricht.
Das Erschrecken in den Ländern des Westens mischt sich mit Irritation.
So schlimm ist es?
So schlimm ist es, immer noch.
Was alltäglich ist, wird übersehen, schreiben die amerikanischen Autoren Nicholas Kristof und Sheryl WuDunn in ihrem Buch "Die Hälfte des Himmels". "Wir Journalisten sind meistens darauf bedacht, gut über Ereignisse des Tages zu berichten, übergehen aber Dinge, die jeden Tag passieren - wie die alltägliche Grausamkeit gegenüber Frauen und Mädchen."
Frauen verschwinden - 60 bis 100 Millionen fehlen, nach Schätzungen von Entwicklungspolitikern. Weil sie abgetrieben wurden. Oder weil sie an Vernachlässigung gestorben sind. Weil sie die Genitalverstümmelung nicht überlebt haben oder die häusliche Gewalt. Oder weil sie im Kindbett sterben, während sie selbst noch Kinder sind. Die häufigste Todesursache bei weiblichen Teenagern sind Komplikationen bei der Geburt.
Gordon Brown, der ehemalige britische Premierminister, hat dazu eine Studie vorgelegt, seit seinem Abschied aus dem Amt beschäftigt er sich mit Kinderrechten. Er sieht schon so etwas wie eine Kinderrechtsbewegung: Zum ersten Mal, schreibt Brown, seien es nicht die Erwachsenen, sondern die Mädchen selbst, die sich als Motoren ihrer Bewegung verstehen. Mädchen, die sich einmischen in politische Kämpfe oder die selbst solche Kämpfe entfachen. Nach den Schüssen auf Malala formulierte Brown: "Für jede Malala, auf die geschossen wird, um sie verstummen zu lassen, gibt es jetzt Tausende Malalas, die man nicht mehr zum Schweigen bringt."
Malala wird am Freitag dieser Woche vor der Uno sprechen. Eine Uno-Petition für Mädchenbildung geht um die Welt, "I am Malala", heißt der Aufruf, er wird gehört. Eine "Generation Malala" ist herangewachsen, Mädchen und junge Frauen wie Diya in Indien, Isadora in Brasilien, Valentini in Südafrika, wie die Kambodschanerin Sina, wie Nahla in Ägypten. Eine Generation, die es nicht mehr für selbstverständlich halten will, dass ihre Weiblichkeit sie in Lebensgefahr bringt - der Beginn eines Aufstands? Oder gar einer Revolution?
Indien jedenfalls hat sich radikal verändert in den vergangenen Monaten. Nach dem Martyrium jener jungen Frau namens Jyoti, die von sechs Männern in einem Bus gefoltert und vergewaltigt wurde und später in einem Krankenhaus starb, brach plötzlich Wut aus über Dinge, die lange alltäglich waren. Plötzlich schrieben die Zeitungen ständig über das Leid von Indiens Töchtern: Vierjährige vergewaltigt, Fünfjährige vergewaltigt. Plötzlich drängten die Frauen auf die Straße, Zehntausende, überall. In Delhi überrannten Frauen die Behörden mit Anträgen auf einen Waffenschein. Im Bundesstaat Bihar stürzten sich Frauen auf einen Mann, rasierten ihm Haare, Augenbrauen und Schnurrbart ab. Es hieß, er habe seine neunjährige Tochter vergewaltigt. Bis hin zum Lynchmord ging der Aufruhr: In einem Slum in Mumbai brachten vier Frauen einen Mann um, den sie als Täter betrachteten, als dieser nackt aus seiner Hütte kam.
So sind indische Frauen zu Rächerinnen geworden, die nicht mehr glauben, dass die Männer im Dienste des Staates sie vor anderen Männern beschützen.
Diya, die in dieser rohen Zeit groß wird, sitzt auf dem Bett in einem kleinen Haus in Lucknow, der Hauptstadt des Bundesstaates Uttar Pradesh, ihre staksigen Beine hängen von der Kante. Sie schaut die Mädchen an, die in den Raum stürmen, sie sind 14, 16, 17 Jahre alt. Sie nennen sich "Rote Brigade" und sind eine Kampfsportgruppe. Sie tragen lange, rote Hemden. Rot sei die Farbe für Gefahr und Kampf, sagen sie.
Sie erzählen vom Schulleiter, der einem Mädchen an die Brüste fasst, von der Schulkameradin, die vergewaltigt wird und danach nie wieder in die Schule kommt. Sie erzählen, wie sie sich wehren.
Zwei Jahre lang hatten die Mädchen mit Worten kämpfen geübt, hatten ihrer Anführerin zugehört, einer 25-Jährigen, die sie "große Schwester" nennen. Fragt, hatte die große Schwester ihnen aufgetragen, fragt eure Eltern: Warum bekommt mein Bruder mehr Essen als ich? Warum kriegt er Milch und ich nicht? Warum darf er weiter zur Schule gehen und ich nicht?
Seit Januar üben sie Kung-Fu, und Diya gehört jetzt dazu. Diyas Vater hatte die Anführerin der Roten Brigade angerufen. Diyas Vater dachte, vielleicht könnten die Mädchen irgendwie helfen.
Die Gruppe hält zusammen, über Kastenschranken hinweg, das ist ungeheuerlich für Indien. Das hilft, das neue Leben zu ertragen. Das alte Leben passt nicht mehr zu Diya. Eigentlich wollte die Familie Diya nächstes Jahr verheiraten, mit 14 Jahren, so wie es in Indien oft noch üblich ist. Doch seit sich der Mann an Diya verging, redet niemand mehr über eine Hochzeit. Es wird schwer sein, einen Mann zu überzeugen, dass er ein geschändetes Mädchen nimmt.
Diya muss ein neues Leben finden. Es fängt damit an, dass sie wieder zur Schule gehen wird, so wie die anderen von der Roten Brigade auch. Die Gruppe will ihr Bücher und eine Schuluniform besorgen, die sie sich sonst nicht leisten könnte. Der Mann, an jenem Abend im April, hatte versucht, Diya die Zukunft zu nehmen. Die Mädchen versuchen, ihr eine andere Zukunft zu geben.
Politik mit dem Computer: Rebellion in Brasilien
Für Isadora begann der Aufstand in Brasilien im vorigen Sommer, als ihre Schwester von einem schottischen Mädchen erzählte, das sein fieses Schulessen fotografierte, die Fotos ins Netz stellte und Klicks aus aller Welt bekam.
Isadora Faber, 14 Jahre alt, ist Bloggerin und Facebook-Kind, sie bekommt Nachrichten mit. Sie weiß von Jyoti in Indien, und natürlich weiß sie auch von Malala. Als sie auf Facebook von den Schüssen erfuhr, schrieb sie in ihren Blog: "Ich habe mir nie vorstellen können, dass es zu diesem Punkt kommen könnte." Und dann machte sie weiter.
"Klassentagebuch" heißt der Blog von Isadora Faber ganz harmlos, "Diário de Classe", er hat 600 000 Leserinnen und Leser, hat ihr Bewunderung und Hass bei Schülern, Eltern und Lehrern eingebracht. Und Morddrohungen, auch das.
Isadora geht in die achte Klasse der Schule "Maria Tomázia Coelho" in Florianópolis im Süden Brasiliens und ist eine Berühmtheit, durch ihren Blog und ihre Wut.
Ein Mädchen in Jeans, T-Shirt und roten Turnschuhen, das mit den Eltern und der Großmutter und seinem Pudel in einem Flachbau in einem Mittelschichtsviertel von Florianópolis lebt. Und einen Laptop und ein Handy besitzt, das sind die Mittel, mit denen es Lehrer und Bildungspolitiker quält.
Brasilien, ein "Schwellenland", wie es heißt. Eine aufstrebende Wirtschaftsmacht, wo die Dinge scheinbar in Ordnung waren, aber in Wirklichkeit sind sie es nicht. Isadora ist ein global sozialisiertes Kind, das die Band Nirvana liebt und "CSI: Miami" guckt. Sie blickt hinaus in die Welt und vergleicht, und was sie zu Hause sieht, gefällt ihr nicht. Es gefällt immer mehr jungen Menschen nicht, wie man nun auf Brasiliens Straßen sieht.
Das Land gibt Milliarden für die Fußballweltmeisterschaft 2014 und Olympia 2016 aus, 20 Milliarden Euro mindestens, und die staatlichen Schulen verrotten. Wer kann, schickt seine Kinder auf Privatschulen. Isadora besucht die öffentliche Schule, die einzige in ihrem Viertel, und mit ihrem Handy nahm sie die Missstände auf: die kaputte Tür zum Mädchen-WC. Die Stromkabel des kaputten Ventilators, die offen aus der Decke hingen. Das zerbrochene Fenster eines Klassenzimmers. Die heruntergekommenen Sportanlagen, die längst hätten gestrichen werden müssen, der Maler war bezahlt, aber nie erschienen. Das Chaos in der Mathe-Stunde, wo die Schüler über die Bänke turnten, während der Lehrer tatenlos zusah.
Am 11. Juli vergangenen Jahres startete sie das Diário de Classe. Nach drei Wochen hatte sie 3000 Leser. Viele schickten Fotos und Berichte von ihrer eigenen Schule. Bilder von zerstörten, verfallenden, überschwemmten Gebäuden, von Prügeleien und Vandalismus im Klassenzimmer, von weinenden und schreienden Lehrern. Die Lokalzeitungen berichteten über Isadora, Fernsehteams kreuzten vor ihrer Schule auf. Die Direktorin räumte Versäumnisse ein.
Nach zwei Monaten hatte Isadora 30 000 Leser und heftige Diskussionen über die Bildungsmisere auf ihrem Blog, und bei den Kritisierten regte sich der Zorn. Lehrer beschwerten sich, sie würden zu Unrecht an den Pranger gestellt. Eine Lehrerin erstattete Anzeige wegen Verleumdung. Mitschüler bedrohten Isadora.
Vier Wochen später flogen Steine über die Mauer ihres Elternhauses. Ihre Großmutter wurde an der Stirn getroffen, die Wunde musste genäht werden, die Täter entkamen unerkannt. Im Februar schickte ihr jemand unter falschem Namen eine Morddrohung via Facebook: "Halte die Augen schön geöffnet, wenn du aus dem Haus gehst". Sie erstattete Anzeige, die Polizei ermittelt.
Sie hat eine große Sache in Gang gebracht, viel zu groß eigentlich für ihr Alter. Ein Kind der digitalen Moderne, das die Macht der Medien nutzt für eine Rebellion, wie es sie früher nicht gab.
Auch weil Mädchen wie Isadora so jung sind, sind sie etwas Besonderes. Deshalb wird ihre Botschaft weitergetragen, von den lokalen Medien zu den nationalen zu den internationalen, man hört jetzt auch in den USA, in Europa von Isadora Faber.
Die "Financial Times" hat sie zu den 25 einflussreichsten Menschen in Brasilien gezählt.
Flucht vor der Farm: Bildungshunger in Südafrika
Für Valentini begann der Aufstand in Südafrika, als sie ein Gästezimmer putzte und plötzlich vor Lindiwe Mazibuko stand. Vor der Oppositionschefin im südafrikanischen Parlament, die bekannt ist für kluge Widerworte gegen die Männerregierung, sie stammt aus einer Township und hat es nach ganz oben geschafft. Valentini hatte ihr Bild aus Zeitschriften geschnitten, weil diese Politikerin, abgesehen von Michelle Obama, ihr wichtigstes Vorbild war. Zwei sternenferne, unwirkliche Idole, denen ein Landarbeiterkind normalerweise nie begegnen würde.
Und da stand dieses Vorbild plötzlich im Zimmer, es war zu einer Hochzeitsfeier in dieses Hotel gekommen, und fragte Valentini aus: Wie alt bist du? Welche Sorgen hast du? Welche Wünsche?
Valentini ist 17 Jahre alt, ein Mädchen in braun-gelber Schuluniform, das eben erhitzt vom Unterricht heimkommt, mit einem Bus aus der nächsten Kleinstadt.
Es ist schön, wo Valentini lebt, eine Apfelplantage im größten Obstanbaugebiet Südafrikas, das Äpfel für den Export produziert, "Pink Lady" für Europa. Das Landgut Montieth gehört einem wohlhabenden weißen Farmer, ihre Eltern arbeiten für ihn, jeder arbeitet für ihn. Es gibt wenige Alternativen für "coloureds", wie das in Südafrika heißt, für Farbige wie Valentini Valentine und ihre Familie.
Sie weiß nicht mehr genau, wann es war, irgendwann letztes Jahr zur Erntezeit, als sie morgens zum Bus ging, die Obstbaumreihen entlang, und sah, wie Apfelpflückerinnen Äpfel sortierten. Und dachte: Ich will nicht leben wie die.
Nicht wie diese Tagelöhnerinnen, schuftend für den Boss, vergewaltigt vom Ehemann, der zu viel trinkt. Nicht wie diese Frauen, die nichts anderes als den Alltag auf der Farm kennen. Die arm sind und dumm gehalten werden und schon in jungen Jahren resignieren.
Die Farm, sagt sie, sei wie eine Falle und dass viele das nicht merkten, oder nicht früh genug. Warum hat sie es gemerkt? Vielleicht weil sie eine Mutter hat, die sich bis ins Büro hochgearbeitet hat und der Tochter empfiehlt: Geh deinen Weg! Oder weil sie diese eine junge Lehrerin hat, eine engagierte unter vielen Gleichgültigen, die das Selbstwertgefühl der Mädchen stärkt: Glaubt an euch!
Es wirkt sich aus, dass immer mehr Mädchen zur Schule gehen, weltweit und auch in Südafrika. Bildung bringt Hunger auf Bildung. Bildung bringt das Wissen: So, wie es ist, muss es nicht sein.
Aber wie dann?
Bildung, als Globalisierung von Wissen, bringt neue Ideen. Bringt Nachrichten über Länder, in denen Frauen Staatschefinnen sind, in anderen dürfen sie nicht einmal Auto fahren. Es gibt unzählig viele Vorstellungen, wie das Leben einer Frau zu verlaufen habe, was zählt? Universelle Werte, können die existieren?
Die Hoffnung darauf gibt es spätestens seit der Aufklärung, seit 1791 die französische Frauenrechtlerin Olympe de Gouges, als Antwort auf die in der Französischen Revolution deklarierten "Menschen- und Bürgerrechte", eine "Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin" schrieb: "Die Frau wird frei geboren und bleibt dem Mann an Rechten gleich. Die Frau hat das Recht, das Schafott zu besteigen; sie muss gleichermaßen das Recht haben, die Tribüne zu besteigen ..."
Die Festschreibung gibt es seit 1948, als die Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte publizierten, die für alle Menschen gelten soll: "ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht". Es ist kein völkerrechtlich bindender Vertrag, nur ein Orientierungskanon, aber einer, den ein Mädchen in der Schule kennenlernt.
In einer guten jedenfalls. Viele Schulen sind nicht gut in Südafrika, auch Valentinis Schule nicht, findet sie.
Im vergangenen Sommer, als die Unzufriedenheit an ihr nagte, erfuhr sie von einem Treffen von Landarbeiterinnen und fuhr mit. Dort stieß sie zum ersten Mal auf rebellische Mädchen, die sich trauten, eine Meinung zu haben und laut zu sein. Die Mädchen fragten sich: Warum ist das Leben so schwer? Wie können wir das ändern? Er fühlt sich gut an, sagt sie, dieser neue Gedanke: Ich bin nicht allein. Das hier ist unsere Rebellion.
Man kann Valentini nun auf Podien sitzen sehen, glühend vor Stolz, wie sie die Schulmisere beklagt, 200 Mädchen vor sich, sie stellen Forderungen auf, dann tanzen sie und singen Lieder aus dem Kampf gegen die Apartheid, ballen die Faust.
Valentini nennt sich und ihre Mitstreiterinnen "Survivors", Menschen, die eine aussichtslose Lage überstehen. Denn so erscheint vielen die Lage: aussichtslos.
Sie hat Chancen, bessere, als ihre Mutter, Großmutter und Urgroßmutter sie hatten. Sie hat die Mittel, sich mit ihren Freundinnen zu vernetzen, per SMS oder über Mxit, ein soziales Netzwerk, das viele Jugendliche in Afrika nutzen.
Sie weiß mehr. Sie ist Teil der Welt, viel mehr, als es ihre Mutter und ihre Großmutter waren.
Aber eine Angst ist geblieben. Valentini spricht von einem Mädchen, das sie kannte, das zwölf Jahre alt war und schwanger wurde, was aus ihm geworden ist, sagt sie nicht. "So etwas darf nicht passieren. Das darf einfach nicht passieren."
Ein zwölfjähriges Mädchen kann sich meist nicht wehren. So stark der Kopf auch sein mag, der Körper ist zu schwach.
Aufklärung auf dem Straßenstrich: Kondome für Kambodscha
Für Sina Vann begann der Aufstand in Kambodscha, als sie befreit wurde, mit 15, nach drei Jahren Sklaverei. Jetzt läuft sie durch die Nacht und sucht nach sich selbst.
Nach Mädchen, wie sie selbst eines war, sie sucht nach "gebrochenen Frauen", wie die Kambodschaner ihre Huren wörtlich nennen, srey kouc. "Weil es nicht so bleiben darf, wie es ist", hat der Dolmetscher einen ihrer Sätze übersetzt. Weil sie etwas dagegen tun will, dass in Kambodscha jeden Tag Mädchen, wie sie eines war, verkauft und zur Prostitution gezwungen werden.
Die gebrochenen Frauen sind leicht zu finden. Es gibt Tausende von ihnen in Phnom Penh, und jetzt, da Sina zu ihnen kommt, treten sie auf hohen Absätzen aus dem Schatten von Hauseingängen, aus dem Dunkel von Parkplätzen, und immer lächeln sie das berühmte, grundlose Lächeln der Khmer. Man müsse diesen Frauen in die Augen blicken, sagt Sina, "denn die Augen lächeln nicht". Hier, im Viertel Tuol Kork, wo sie einst selbst gefangen war, liegt der Strich für die Bauarbeiter, Lastwagenfahrer, Handwerker, Sex für drei Dollar, die Puffs sind Bretterverschläge, vorn eine Karaoke-Bar zur Tarnung. Sina verteilt Kondome und Seifen, sie drückt den Frauen Zettel in die Hand, darauf die Kontaktdaten der Stiftung, der sie ihre eigene Befreiung verdankt, "Somaly Mam Foundation".
Somaly Mam, die aus der Sexsklaverei entkam, ist die Gründerin der Stiftung und eine Brücke nach draußen, zur westlichen Welt. Fotos zeigen sie zusammen mit der Schauspielerin Meg Ryan, mit der Designerin Diane von Fürstenberg, mit der Sängerin Queen Latifah.
Es gibt reichlich Fürsprecherinnen für die Mädchen, sie geben ihren Namen, ihr Gesicht und manchmal ihre Anwesenheit. Auf glamourösen Konferenzen wie dem "Women in the World Summit" treten Größen wie Chelsea Clinton, Meryl Streep, Angelina Jolie gleich im Dutzend auf, um für die Sache der Geschundenen zu werben. "Girls not Brides", "Girl Rising", "Girl Up", speziell um Mädchenrechte kümmert sich eine wachsende Zahl von Organisationen.
Die Autoren Kristof und WuDunn, die Somaly Mams Stiftung lange schon unterstützen, sehen es so: "Im 19. Jahrhundert galt die Sklaverei als die größte moralische Herausforderung. Im 20. Jahrhundert war es der Kampf gegen den Totalitarismus. Wir glauben, in unserem jetzigen Jahrhundert wird es der Kampf für die Gleichheit der Geschlechter in den Entwicklungsländern sein."
Nicht alle denken so moralisch. Der moderne Kapitalismus verspricht ökonomische Modernisierung, wenn man zunächst einmal die Frauen befreit.
Weltbank-Ökonomen betrachten "Investitionen in die Bildung von Mädchen als die ertragreichsten, die in Entwicklungsgebieten machbar sind". Das amerikanische "Center for Injury Prevention and Control" hat kühl errechnet, dass häusliche Gewalt mehr als vier Milliarden Dollar an Behandlungskosten verursacht. Goldman Sachs stellte fest: "Ungleichheit der Geschlechter schadet dem ökonomischen Wachstum."
Das mag befremdlich ökonomistisch klingen, aber es hilft. Es bringt Aufmerksamkeit und Geld.
Es hilft Sina Vann und ihrer Organisation, sie kann den Mädchen von Heimen der Stiftung erzählen und dass sie dort in Sicherheit sind. Dass man dort lesen und schreiben lernen könne, eine Ausbildung zur Näherin oder Kosmetikerin machen, dass es genug Essen gebe.
Sina Vann, die junge Frau, die von der Leibeigenen zur Rebellin wurde. Gekidnappt mit zwölf Jahren aus ihrer Heimat Vietnam. Von Menschenhändlern über die Grenze nach Kambodscha verschleppt, wo Vietnamesinnen begehrte Ware sind, wegen ihres hellen Teints, je weißer, je teurer. Mit Drogen betäubt, nackt und blutend auf einem Bett in Phnom Penh aufgewacht, ihre Jungfräulichkeit war für ein paar hundert Dollar an einen Sextouristen verkauft worden, Sina weiß nicht, aus welchem Land er kam. Eingesperrt, gefesselt, geschlagen. Vier oder fünf weitere Male als Jungfrau verschachert, an kambodschanische Kunden, die nicht merkten, dass ihre Vagina nur zugenäht war, beliebte Praxis, Hauptsache, es blutet. Mit Elektroschocks gefoltert, wenn sie sich weigerte, Freier zu bedienen, Elektroschocks haben den Vorteil, dass sie die Mädchenkörper äußerlich nicht wertmindernd beschädigen. Gepeinigt, entrechtet, entmenschlicht.
Durch eine Polizeirazzia, von Somaly Mam bewirkt, kam sie frei. Sina bekam ein Zuhause, schöpfte Hoffnung, erhielt Bildung und schloss sich später dem Kampf ihrer Retterin an. 29 ist sie heute und wieder einmal für diese Stiftung unterwegs.
"Bist du freiwillig hier?", fragt Sina ein Mädchen mit schläfrigen Augen. Es nickt. "Gibt man dir Drogen? Wirst du geschlagen?" Wenn ihr bei diesen Gesprächen besonders gravierende Fälle zu Ohren kommen, Fälle von Folter, Fälle von verkauften Minderjährigen oder Kleinkindern, manche erst drei Jahre alt, dann informiert sie die Polizei, und wenn sie Glück hat, wird mal ein Puff ausgehoben.
Neu ist, dass Sina und ihre Mädchen jetzt auch Männer aufsuchen, potentielle Freier, ansprechen, aufklären. Mädchen, die Männer belehren: eine Revolution.
Ohne Schleier auf dem Tahrir-Platz: Feminismus in Ägypten
Für Nahla begann der Aufstand in Ägypten auf dem Tahrir-Platz, und dort geht er weiter, lebensgefährlich manchmal, so wie am 25. Januar 2013, dem zweiten Jahrestag der ägyptischen Revolution. Massen, Zehntausende waren auf dem Platz und viele darunter, die diese Revolution bekämpfen wollten, die der Frauen vor allem. Vielleicht waren es Zivilpolizisten, vielleicht aufgeputschte Zivilisten, fremde Männer jedenfalls, sie griffen Frauen an, betatschten sie, von Vergewaltigungen hörte man später. Nahla, 24, war eine der Jüngsten auf dem Platz, Männer fassten ihr in die Hose, zerrten am Shirt, drückten sie zu Boden. Nahla Enany und ihre Mutter waren von Männern eingekreist, "sie würgten uns, es war die Hölle".
Nahla steigt in die Metro Richtung Tahrir-Platz, erzählt von der Hölle, die sie an jenem Januartag erlebt hat, und zieht wieder los. Sie hat sich umgezogen, bevor sie losging. Sie wählte Schwarz, um weniger aufzufallen: schwarze Trainingshose, schwarzes T-Shirt, Turnschuhe. Trotzdem wird sie angestarrt. In der Bahn, weil ihr dunkelbraunes Haar auf die Schulter fällt, als Einzige im Frauenwaggon trägt sie weder Kopftuch noch Nikab. Auf dem Tahrir-Platz, weil das Shirt hauteng sitzt und nur knapp die Schultern bedeckt.
Mit schnellen Schritten läuft Nahla über den Platz, sie ignoriert die Blicke der älteren Männer, die auf den Mäuerchen in der Hitze sitzen. Sie ignoriert die jungen Kerle, die in Gruppen um sie herumspringen, nach ihr greifen, sie anglotzen. Die Blicke, sagt sie, nehme sie nicht mehr wahr. Die Sätze, die man ihr hinterherruft, höre sie nicht mehr.
Sie geht auf drei ältere Frauen zu. Eine von ihnen, ebenfalls in Schwarz, mit Bob-Frisur und Goldschmuck, ist ihre Mutter, unterwegs auf einer der vielen Demonstrationen, die letztlich den Abschied des Präsidenten Mursi bringen werden.
Seit Beginn der ägyptischen Revolution sind Mutter und Tochter auf fast jeder Demonstration, Teil des Protests, der um demokratische Rechte kämpfte, für die Frauen, für alle. Männer und Frauen Seite an Seite, es war - revolutionär.
Und dann war Konterrevolution. Die Muslimbrüder wurden auch deswegen gewählt, weil sie auf die traditionelle, die patriarchalische Mehrheit im Land setzen konnten, auf das alte Denken: dass ehrbare Frauen auf der Straße nichts zu suchen haben, und wenn, dann nur gut verhüllt. Und dass man sie bestrafen darf, wenn sie sich nicht an Regeln halten, begrabschen, belästigen, erniedrigen.
Es wurde gefährlich für Ägyptens Frauen, auf der Straße, in der Metro, vor allem auf Demonstrationen. Während der 18 Revolutionstage wurde von keinen Übergriffen berichtet. Dann aber wurde es schlimmer als zuvor. 99,3 Prozent der Frauen geben an, sexuell belästigt worden zu sein.
Männer sind es, die Frauen auf dem Tahrir-Platz begrabschen, entblößen, erniedrigen wollen und ihre Macht brutal demonstrieren.
Männer sind es, die als Lehrer die Mädchen wie Valentini klein halten wollen, "glaubt ihr, ihr könnt uns die Welt erklären?", hört sie, wenn sie widerspricht.
Männer sind es, denen Mädchen wie Sina Vann in Kambodscha ausgeliefert sind, in diesem verrohten, vom Krieg traumatisierten Land. In dem rund 70 Prozent der Männer den ersten Sex bei einer Prostituierten erleben. In dem Gruppenvergewaltigung fast schon als eine Art Freizeitvergnügen gilt. Fünf Prozent der Kambodschaner geben an, sie hätten das schon einmal praktiziert.
Als ob Männer eben Monster wären, so klingt das, aber so einfach ist es nicht. Es ist nicht so, dass Männer grundsätzlich die Feinde und Frauen grundsätzlich die Verbündeten der Mädchen wären.
Es gibt Männer als Helfer, die auf dem Tahrir-Platz versuchen, Frauen vor dem Mob in Sicherheit zu bringen. Es gibt Männer in Indien, die ihre Wut über Verbrechen gegen Mädchen auf die Straße tragen. Es gibt Männer wie Malalas Vater, der sein Kind ermutigt hat. Männer, die ihre Tochter, ihre Schwester, ihre Frau als wertvollen Menschen ansehen.
Und es gibt Frauen, die verantwortlich dafür sind, wenn ein Mädchen am Leben zerbricht. Kambodschanerinnen, die ihre Töchter wie Nutzvieh in die Stadt ins Bordell verkaufen. Frauen in Afrika, die ihre Töchter der Genitalverstümmelung unterwerfen. Frauen in aller Welt, die ihre Töchter in Zwangsehen nötigen, und oft, wenn die Tochter vor einem gewalttätigen Ehemann flüchtet, jagen sie die Tochter zu ihm zurück.
Es gibt viele Gründe dafür, dass Frauen für ihre Töchter zur Bedrohung werden. Mütter tun das, weil sie verroht oder von der Armut zermürbt sind, weil sie denken, dass ein Mädchen im Bordell immerhin etwas verdiene.
Oder weil in Gesellschaften, in denen eine Frau allein nichts wert ist, eben nur die Ehe bleibt, weil diese Mütter also meinen, dass sie der Tochter mit einer erzwungenen Heirat einen Gefallen tun. Es kann schwierig sein für eine Frau, sich von brutalen Praktiken zu lösen, wenn sie denkt: Ich habe das alles duchgemacht. Wenn ich jetzt zulasse, dass es nicht so sein muss, habe ich mein Leben weggeworfen.
Es ist besonders schwer für muslimische Frauen, die Tradition zu überwinden, Nahla weiß es gut. Sie hat an der Amerikanischen Universität von Kairo studiert, sie verdient in einer Firma ihr eigenes Geld, aber allein wohnen darf sie nicht, und sie muss abends um 22.30 Uhr zu Hause sein, wie es ihr Vater verlangt.
Nahla demonstriert weiter, sie bloggt weiter über die Lage der ägyptischen Frauen. Die Frauen machen ihre Anklagen öffentlich, im Fernsehen und im Internet, schaffen Netzwerke und Hilfsprojekte. Die Frauen haben sich getraut, für eine neue Politik und eine neue Gesellschaft auf die Straße zu gehen, und die Welt weiß, dass sie es tun. Es gab die junge Frau mit dem blauen BH, ihr Leiden ging als Video um die Welt. Wie ein Dutzend Soldaten ihr auf dem Tahrir-Platz die schwarze Abaja vom Leib rissen, wie sie entblößt und misshandelt, wie sie beinahe erschlagen wurde.
Für die Aufständischen ist es ihr Mut, der im Gedächtnis bleibt. Für die Konservativen ist es ihre Verkommenheit. Was hatte sie auf dem Tahrir-Platz zu suchen? In einer Studie des "Pew Research Center" wurden kürzlich Muslime in diversen Ländern zu ihren Einstellungen befragt. Nur etwa die Hälfte der Ägypter fand, eine Frau dürfe selbst bestimmen, ob sie ein Kopftuch trägt oder nicht - in Tunesien und Marokko fanden das über 80 Prozent. Sie soll sich scheiden lassen dürfen, fanden drei Viertel der Tunesier und Marokkaner, während es nur 22 Prozent Zustimmung in Ägypten waren. Eine Frau soll ihrem Mann gehorchen, fanden in allen drei Ländern rund 90 Prozent der befragten Männer und Frauen.
Nahla sagt, eine normale ägyptische Ehe könne sie sich nicht vorstellen. Sie erinnert sich noch an den Tag, an dem sie, als Kind, auf die geschwollene Wange ihrer Mutter zeigte und dachte, die Mutter hätte ein Bonbon im Mund. Aber das war nicht der Grund für die Schwellung. Noch oft erlebte sie, wie ihr Vater ihre Mutter schlug, ihre Geschwister und auch sie selbst.
Nader Enany, der Vater, 65 Jahre alt, sagt: "Ägypten hat andere Probleme als die Rechte der Frauen."
Im gemeinsamen Wohnzimmer ist er in einen schweren Sessel eingesunken. Nader Enany kämpfte bereits in den siebziger Jahren gegen Sadat und saß mehrmals im Gefängnis. Er hat im Textilexport viel Geld verdient, doch damit ist es lange vorbei, jetzt hat er Mühe, die private Universität für seinen Sohn zu bezahlen. Die Bildung der Tochter ist ihm nicht wichtig, immerhin hat er sie geduldet. Er duldet auch das politische Engagement seiner Frau und seiner Tochter, er sagt nicht, warum. Ist er innerlich zerrissen? Duldet er es hilflos? Hat er etwas gelernt? Er sagt es nicht. Nach einer langen Pause spricht er. "Ägypten hat eine andere Mentalität. Ägypten hat die Religion." Was er von den Vorstellungen seiner Tochter hält? "Ich weiß nichts von ihren Vorstellungen."
Nahlas Vorstellungen haben dafür gesorgt, dass sie keine Ruhe geben kann. Dass sie wieder draußen war, seit vergangenen Freitag, auf dem Platz und am Präsidentenpalast, um gegen Mursi und die Muslimbrüder zu demonstrieren. Die Erklärung des Armeechefs am Mittwochabend, der den Sturz des Staatsoberhaupts verkündete, konnte sie im Jubel kaum verstehen.
Still, laut, digital: die Mittel der globalen Revolution
Es ist eine neue Rebellion, mit neuen Mitteln; Handy, Internet, Weltöffentlichkeit. Das Ziel gibt es schon lange, und immer noch ist es Utopie: dass eine Frau selbstverständlich bestimmen darf über ihren Körper und ihren Kopf. Lernen, was sie will, und lieben, wen sie will.
Neu ist, dass schon Mädchen um den Platz auf der globalen Bühne kämpfen. Dass sie es wagen, Pläne zu haben. Eine andere Welt zu wünschen und sie für vorstellbar halten, sogar das.
Ihre Chance: Das ist der Glaube im modernen Kapitalismus, dass die soziale Modernisierung, die sie wollen, die wirtschaftliche Modernisierung vorantreibt.
Ihre Mittel: eine stille Revolution, so wie Sinas Umerziehung der Männer. Eine digitale, so wie Isadora mit ihren Klicks. Oder eine laute, wie die von Diya, Valentini und Nahla, die man auf der Straße hört.
Was sie brauchen, damit der Aufstand gelingt, sind Vorbilder, wie Valentini in Südafrika sie hatte, moderne Werkzeuge, wie Isadora in Brasilien sie benutzt. Sie brauchen das Gefühl von Solidarität, wie Diya in Indien sie erlebte, und einen historischen Moment, der überlieferte Rollenbilder verblassen lässt, so wie bei Nahla in Ägypten. Manchmal brauchen sie auch einfach die Hilfe von anderen, die sie befreien. Ohne Hilfe wäre Sina in Kambodscha noch immer die Sklavin der Männer.
Sina Vann sagt, sie will weitermachen, es gibt so viele gebrochene Frauen.
Valentini sagt, sie will später auf dem Land leben und Sozialarbeiterin sein.
Isadora will Journalistin werden, sie will "die Wahrheit wissen", so sagt sie.
Nahla sagt, sie will am liebsten im Ausland studieren.
Diya sagt, sie will gern weiter zur Schule gehen und Polzistin werden, später. Dann kommen die geschändeten Mädchen zu ihr, und sie hilft.
Anm. d. Red.: Der obenstehende Beitrag berichtet unter anderem über Somaly Mam, die, wie sie sagt, in jungen Jahren als Sex-Sklavin missbraucht wurde. Ein Newsweek-Artikel bezweifelt nun ihre Geschichte. Somaly Mam bestreitet die gegen sie erhobenen Vorwürfe, gleichwohl ist die nach ihr benannte Stiftung mittlerweile geschlossen worden.
Von Jens Glüsing, Bartholomäus Grill, Guido Mingels, Friederike Schröter, Sandra Schulz und Barbara Supp

DER SPIEGEL 28/2013
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REBELLIONEN:
Malalas Schwestern

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England Mann wird von Bus gerammt - und geht in den Pub

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